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Die Polizei kontrolliert am Samstagabend junge Männer an der Hauptwache.

Sicherheit

Viel Polizei in der City

  • Hanning Voigts
    vonHanning Voigts
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Nach der zum Teil heftigen Randale in der Innenstadt setzt die Frankfurter Polizei am Wochenende auf massive Präsenz. Mehr als 300 Personen werden kontrolliert, fast 200 Platzverweise ausgesprochen.

Nebeneinander aufgereiht stehen sie vor dem Schaufenster eines Kaufhauses an der Hauptwache. Sie müssen ihre Pässe vorzeigen und die Kontrolle über sich ergehen lassen. Gegen 22 Uhr am Samstagabend haben Polizeikräfte eine Gruppe von etwa zehn jungen Männern angehalten. Die Clique setze sich aus Angehörigen von mehr als zwei Haushalten zusammen, erklärt einer der eingesetzten Polizisten. Zudem hätten die jungen Leute Alkohol dabei, es liege also ein klarer Verstoß gegen die aktuellen Corona-Auflagen vor. Daher nehme man jetzt die Personalien auf.

Eine Woche, nachdem es in der Frankfurter Innenstadt zu teils heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen ist, nachdem sich Hunderte an der Hauptwache versammelt hatten und Flaschen und rohe Eier auf Polizist:innen geworfen worden waren, hat die Frankfurter Polizei andere Saiten aufgezogen. Die Staatsmacht zeigt Präsenz. An der Hauptwache sind an diesem kühlen Novemberabend acht Einsatzfahrzeuge aufgefahren, am Brockhausbrunnen und an der Konstablerwache sind ebenfalls Beamte postiert. Immer wieder laufen Gruppen von vier bis sechs „gepanzerten“ Polizist:innen über die Zeil, Polizeiautos fahren im Schritttempo durch die Einkaufsstraße. Die Botschaft ist eindeutig: An diesem Samstagabend soll die Lage nicht eskalieren.

Und das tut sie auch nicht. Es sind ohnehin nur wenige Leute in der Innenstadt unterwegs, meist sind es Jugendliche oder junge Erwachsene, die in kleinen Grüppchen durch die Straßen ziehen. Manche haben Flaschen dabei, manche rauchen, die meisten tragen Mund-Nasen-Masken. Auf der Zeil, am Roßmarkt, auch am Mainufer sitzen hier und da zwei oder drei junge Leute zusammen, unterhalten sich, trinken oder essen etwas. Ein junges Paar hat sich sogar Kerzen mitgebracht.

Kontrollen und Ansprachen

Die Polizei eskaliert die Lage nicht, aber sie geht im Laufe des Abends durchaus dazwischen. Immer wieder werden größere Gruppen von jungen Leuten festgehalten, ihre Personalien aufgenommen. Die Jugendlichen nehmen es notgedrungen hin, hier und da gibt es ein paar entnervte Wortgefechte. Außerdem ist immer wieder zu beobachten, wie Polizist:innen Leute anhalten, um sie auf die geltenden Corona-Regeln hinzuweisen. Teils wirkt das Vorgehen auch etwas überzogen: Um kurz vor 22 Uhr herrscht ein Beamter über den Lautsprecher seines Fahrzeugs etwa an der Schönen Aussicht zwei Radfahrer:innen an, sie mögen gefälligst hintereinander fahren.

Die Bilanz des Wochenendes laut einer Polizeisprecherin: 72 Kontrollen mit insgesamt 326 überprüften Personen, fast 200 verhängte Platzverweise, mehr als 100 eingeleitete Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstößen gegen Corona-Auflagen. Insgesamt, so die Sprecherin, sei die Lage aber ruhig geblieben.

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