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Die Band Romie freute sich auch über wenige Besucher.

Kultur

Viele Plätze bleiben leer

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Die Clubbetreiber müssen wegen der Pandemie einen erneuten Rückschlag verkraften. Beim Auftakt der Kultursommergärten in der Batschkapp bleiben viele Plätze leer.

Es geht sehr geruhsam vor der Batschkapp zu zum Auftakt der Kultursommergärten. Die aufgestellten Tische, Bänke, Liegestühle und Strandkörbe böten Platz für gut 600 Menschen. Doch erlaubt sind viel weniger und gekommen sind an diesem Freitagabend noch weniger. Das Batschkapp-Team hatte ein Hygienekonzept beim Gesundheitsamt für gut 600 Besucher eingereicht, doch die jüngste Entwicklung der Corona-Fallzahlen haben dem Konzept einen Riegel vorgeschoben.

An einen der vielen freien Tische hat sich Matze Brunner gesetzt, vor sich das „Batschkapp-Sommergarten-Programm“. Er tippt mit dem Finger auf die Acts bis Ende September, mit denen der Sommergarten vermutlich voll geworden wäre. „Vega und Bosca, die machen normalerweise zweimal die Batschkapp voll“, sagt Brunner. Bei acht weiteren Künstlern ist er sich sicher, dass sie wirtschaftlich ein bisschen für die Durststrecke der vergangenen Monate entlohnt hätten. Doch mehr als 250 Menschen sind nicht zugelassen. „Wir haben mit viel Mühe eine neue Bühne aufgebaut. Das ist extrem schade. Man liegt schon am Boden und bekommt gerade nochmal eine Ohrfeige“, so Brunner.

Die 100 Besucher, die gekommen sind, lassen es sich gut gehen. Alexander und Frank sind aus der Innenstadt angereist, haben es sich mit ihren Getränken in einem Strandkorb gemütlich gemacht und lauschen den chilligen Klängen des Gesangsduos Romie. An einem der Tische sitzen zwei Pärchen aus Enkheim. „Livemusik gibt es ja sonst nicht mehr“, erklärt Natalie, warum sie gekommen sind. Auch für die Kinder, gerade unsichtbar, aber irgendwo im großen Garten unterwegs, sei es super.

Zu denjenigen, die den Abend gut finden, gehören auch die Künstler selbst. Dass sie nur vor 100 Leuten spielen, sei kein Problem, sagt Sängerin Jule. „Auch einer ist schon ein Publikum.“ Jule, Paula und Schlagzeuger Max haben seit dem Lockdown schon wieder ein paar Auftritte hinter sich. In der Zentralstation in Darmstadt haben sie sogar schon indoor vor Publikum gespielt. „Die Zentralstation und die Batschkapp wären für uns als unbekannte Künstler ansonsten zu groß“, gesteht Jule, warum die Pandemie für sie auch etwas Gutes hat. Ohne Nebenjobs kommen die Profimusiker aber derzeit nicht über die Runden. „Irgendwie kommt man durch, das ist die einzige Einstellung, die man als Künstler haben kann“, so Paula.

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