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Frankfurt am Main, 18.06.2019
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Frankfurt am Main, 18.06.2019

Schweitzer Straße in Sachsenhausen

Frankfurt: Viel Kritik an Plänen für die Schweizer Straße

Die CDU Sachsenhausen informiert über den Umgestaltungsentwurf. Geschäftsleute fürchten um die Attraktivität der beliebten Einkaufsmeile

Die Schweizer Straße ist den Menschen in Sachsenhausen zu wichtig, als dass in Ämtern und Dezernaten darüber entschieden wird, wie sie neu gestaltet wird – das ist Fazit am Freitagabend am Infostand der CDU. Gut 50 Teilnehmer:innen will der Sachsenhäuser Ortsverein der Christdemokraten dort gezählt haben. Der Vorsitzende Jochem Heumann berichtete interessierten Passant:innen über die noch nicht der Öffentlichkeit präsentierten Entwürfe des Verkehrsdezernats, wie die Schweizer Straße umgestaltet werden soll.

„Bislang wurde das nur dem Ortsbeirat intern vorgestellt, nicht aber der Bevölkerung,“ monierte Heumann. „Dabei wollen wir Sachsenhäuser selbst darüber entscheiden, was für eine Schweizer Straße wir wollen.“ Die Sachsenhäuser hätten schon genug schlechte Erfahrungen gemacht mit Verkehrsentscheidungen aus dem Römer, „ich erinnere an die Mainkai-Sperrung, die bei uns die Straßen verstopft hat“, so Heumann. Die Planungen sollten sich daran orientieren, was Anlieger und Geschäftsleute brauchten.

Ihm schloss sich Torsten Schiller, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Schweizer Straße, an: „Unsere Ideen liegen der Stadt schon lange vor. Nur getan wird nichts. Stattdessen wird ein aufwendiger Wettbewerb ausgeschrieben. Das dauert zu lang.“ Wichtig sei es, den Verkehr zu reduzieren und die Einkaufsmeile und den Schweizer Platz attraktiver zu gestalten. „Wir brauchen mehr Aufenthaltsqualität, so dass die Schweizer Straße weiterhin Kunden nicht nur aus Sachsenhausen, sondern aus der ganzen Stadt anzieht.“

Zudem sei es nicht mehr länger hinnehmbar, wie auf der Schweizer Straße gerast werde. „Nachts ist sie eine Rennstrecke, tagsüber Durchgangsstraße für Pendler aus dem Umland. Das muss aufhören“, sagte Schiller. Es könne aber nicht darum gehen, einzig die Interessen der Radfahrerinnen und Radfahrer zu berücksichtigen. „Dass man vor dem Radentscheid einen solchen Kotau macht, kann ich nicht nachvollziehen“. Der Vorschlag der Stadt sieht Radschutzstreifen vor.

Eine Anwohnerin findet es „sehr wichtig, dass die Bürger mit einbezogen werden“, denn „es soll hier auf keinen Fall dasselbe passieren wie im Oeder Weg“, sagte sie. Dort wurden Geschäftsleute wohl kaum mit einbezogen in die Entscheidung, die Straße teilweise autofrei umzugestalten.

Manch Anwesender findet die von der Stadt angedachte Planung schlicht „beschissen“. Denn der Kreisel am Schweizer Platz soll keiner mehr sein. Autos sollen in der Mitte auf den Straßenbahnschienen fahren. In die Straßen, die auf den Schweizer Platz zulaufen, sollen Autos nicht mehr vom Platz aus einfahren können. Es soll lediglich möglich bleiben, von der Diesterwegstraße auf dem Platz rechts herum in die Oppenheimer Landstraße einzufahren. „Das hilft uns Einzelhändlern nicht, denn viele Kunden kommen mit dem Auto“, so die Anliegerin. „Das umständliche Herumkurven wird alle davon abhalten, überhaupt noch an der Schweizer einzukaufen“, befürchtet sie. Jochem Heumann findet den Vorschlag ebenfalls schlecht: „Das wird den Verkehr in die umliegenden Straßen verdrängen.“

Nicht nur die CDU, auch die Grünen fanden sich am Freitag auf dem Schweizer Platz ein und verteilten Flugblätter. Auch sie kritisieren die Pläne: „Am Lärm und Durchgangsverkehr wird sich nichts ändern, für den Fußverkehr wird sich nichts verbessern.“ Die Pläne müssten überarbeitet werden. Das sei aber noch möglich.

In der nächsten Ortsbeiratssitzung wollen auch die Grünen „erste Vorschläge“ einbringen. Um alle Bürger:innen in die Pläne einzubeziehen, will der Ortsbeirat 5 eine Sondersitzung anberaumen. Wann die stattfinden, steht aber noch nicht fest, sagt auf Nachfrage der Ortsvorsteher Christian Becker.

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