Probleme mit dem Tunnelbohrer.
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Probleme mit dem Tunnelbohrer.

Bauarbeiten verzögern sich

U5-Verlängerung: Bauarbeiten verlängern sich deutlich, der Grund ist „Eva“

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Aufgrund eines Schadens an der Tunnelbohrmaschine können die ersten U-Bahnen der Linie 5 frühestens 2025 im Europaviertel halten.

  • U5-Verlängerung in Frankfurt frühestens 2025 in Betrieb
  • Mehrere Monate Verzögerung
  • Tunnelbohrmaschine „Eva“ mit Problemen

Frankfurt - Wegen eines Schadens an der Tunnelbohrmaschine wird sich die Inbetriebnahme der U-Bahn in Richtung Europaviertel um mehrere Monate verzögern. Die ersten U-Bahnen der Linie 5 könnten somit frühestens 2025 im Europaviertel halten, teilte die Stadt am Freitag mit.

Inbetriebnahme der U5-Verlängerung verzögert sich: Tunnelbohrer „Eva“ defekt

Im vergangenen August waren die Arbeiten der riesigen Tunnelbohrmaschine mit großem Bahnhof gestartet. Sogar einen Wettbewerb für die Namensfindung der Maschine hatte es gegeben. „EVA“ (Europaviertel anbinden) sollte fünf bis sieben Meter am Tag in Richtung Europaviertel zurücklegen. Bis Weihnachten hatte EVA in 22 Metern Tiefe immerhin 240 Meter bis unter den Güterplatz geschafft.

Dann erfolgte eine planmäßige Inspektion und ein böses Erwachen, wie Ingo Kühn, Geschäftsführer der eigens gegründeten Stadtbahn Europaviertel Projektbaugesellschaft am Freitag verriet: „Für uns überraschend gibt es am Schneidrad einen sehr hohen Verschleiß.“ Die Materialermüdung geht so weit, dass die Experten sogar eine teilweise Zerstörung der Abbauwerkzeuge feststellen mussten.

U5-Verlängerung: Reparatur der Tunnelbohrmaschine „Eva“ nicht einfach

Bei einer so monströsen Maschine, im vergangenen Sommer vollmundig als „Super-Bohrer“ gepriesen, ist ein Austausch des Werkzeugs aber nicht ganz einfach. Allein das Schneidrad der Maschine hat einen Durchmesser von acht Metern. Um die Reparaturen vornehmen zu können, braucht es Platz. In mehrmonatiger Arbeit müsse nun um das Schneidrad zuerst ein wasserdichter Raum geschaffen werden, kündigte Kühn an.

Das ist aber nicht die einzige schlechte Nachricht. Denn die Vortriebsmaschine hat bislang keinesfalls die prognostizierten fünf bis sieben Meter am Tag geschafft, sondern deutlich weniger. Woran das liegt, können die Fachleute derzeit nicht sagen. Beim Beginn der Arbeiten hatte der Schichtleiter noch verkündet, die Beschaffenheit des Bodens mit „Frankfurter Ton“ und einigen Kalksteineinlagerungen dürfte kein Problem sein. Selbst für härtere Schichten sei die Maschine geeignet.

U5-Verlängerung: Was lief bei „Eva“ schief?

EVA hatte zuletzt beim Metrobau in Doha, Katar, geholfen. Der Hersteller aus Baden-Württemberg hatte die Maschine danach zurückgekauft und für die Frankfurter Bedürfnisse umgerüstet. Was nun schiefgelaufen ist, könne erst im Zuge der Sanierung geklärt werden, hieß es.

Von den 2,7 Kilometern Neubaustrecke der U5 verlaufen 1,4 Kilometer unterirdisch. Welche Auswirkungen die Verzögerung auf das Verkehrskonzept der Stadt hat, blieb zunächst unklar. Im Verkehrsdezernat war am Freitagnachmittag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

VON OLIVER TEUTSCH

Die Verlängerung der U-Bahn U5 in Frankfurt wird nicht nur deutlich später vollendet als zunächst geplant, sie wird, auch mehr Geld verschlingen. Der Grund ist Bohrmaschine „Eva“.

Die Maschine „Eva“ wurde als Super-Bohrer gefeiert: Fünf bis sieben Meter pro Tag sollte die Maschine durch den Frankfurter Boden bohren.

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