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Mit der Straßenbahn bald von der Friedberger Warte aus nach Bad Vilbel? Nun wird geklärt, ob es sich lohnt, das Projekt zu planen.

Und es gibt noch mehr Ideen

Fährt die Tram bald zwischen Frankfurt und Bad Vilbel? Pläne werden konkret

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Die Rathauschefs von Frankfurt und Bad Vilbel erstellen gemeinsam eine Potenzialstudie. Und es gibt schon weitere Verlängerungsideen.

  • Potenzialstudie für Straßenbahnstrecke Frankfurt Bad Vilbel vereinbart
  • Zwei weitere Straßenbahn-Verlängerungen werden diskutiert
  • Jahrzehnte alte Idee bekommt neuen Schwung

Frankfurt/Bad Vilbel - Eine Straßenbahnstrecke von Frankfurt nach Bad Vilbel rückt näher. Die Nachbarstädte wollen gemeinsam das Potenzial für eine solche Verbindung untersuchen lassen. Für die jahrzehntealte Idee ist das ein wichtiger Durchbruch. Sie setzt sich damit an die Pole Position unter den drei derzeit diskutierten Straßenbahn-Verlängerungen ins Umland.

Mit der Elektrischen über den Schöllberg bis in die Wetterau rollen: In den 2000er Jahren beschäftigte sich bereits die Frankfurter Stadtpolitik damit, fand Unterstützer unter anderem in SPD, CDU und FDP. Doch Bad Vilbels Stadtobere wollten stets nichts davon wissen. Das hat sich in den vergangenen Jahren allerdings geändert. Von der in der Wetterau-Stadt regierenden CDU kommt jetzt ein "Vielleicht".

Damit ist der Weg frei, die Idee konkreter zu untersuchen. Das wollen die Rathauschefs beider Städte am heutigen Montag mit ihren Unterschriften besiegeln: Peter Feldmann (SPD) und Thomas Stöhr (CDU) vereinbaren, dass die Nachbarkommunen gemeinsam eine Potenzialstudie erstellen. "Sie soll das Potenzial einer Straßenbahnverbindung aufzeigen", erklärt Thomas Erhart, Referent von Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD).

Frankfurt: Park-and-ride-Parkhaus als Option

Damit sei die Studie nicht so tiefgehend wie eine Machbarkeitsuntersuchung, wie sie aktuell zum Beispiel für den U4-Lückenschluss zwischen Bockenheim und Ginnheim entsteht. Es gehe zum Beispiel "noch nicht konkret um die Lage einer Trasse", sagt Erhart - also etwa, wo diese entlang der Friedberger Landstraße und im Bereich Heilsberg verlaufen könne. Vielmehr solle die Studie aufzeigen, "ob es sich lohnt, dort zu planen", etwa ob das Fahrgastaufkommen die Millioneninvestitionen in Gleise und Oberleitung rechtfertigen würde. Aufschluss darüber soll es in etwa bis zum Sommer geben.

Zum Sinneswandel der Wetterauer haben auch drohende Einschränkungen auf den Straßen beigetragen. Auch getragen vom Zwang zur Luftreinhaltung hat sich in den vergangenen Jahren überall in der Politik der Wille zum Ausbau der Angebote von Bus und Bahn verstärkt. Zum einen ist die Furcht im Umland vor Pförtnerampeln groß, weil damit Verkehrsprobleme aus der Innenstadt an den Stadtrand und in Nachbarorte verdrängt würden.

Zum anderen hatte den Bad Vilbelern zwischenzeitlich sogar der Verlust ihrer Direktverbindung mit der Buslinie 30 nach Frankfurt gedroht. Um die Dieselabgase der Busse aus der Innenstadt einzusparen, wollte Frankfurt die Linie nur noch nördlich der Friedberger Warte verkehren lassen, südlich sollten nur noch Straßenbahnen fahren. Die Idee kippte Dezernent Oesterling angesichts sinkender Schadstoffwerte zwar wieder. Mit einer Straßenbahnstrecke aber hoffen die Politiker, noch mehr Menschen zum Umsteigen bringen zu können.

Verstärkt werden könnte das, indem an der Friedberger Landstraße vor den Toren der Stadt ein Park-and-ride-Parkhaus für Pendler aus der Wetterau und dem westlichen Main-Kinzig-Kreis entstehen könnte. Auch diese Idee hat schon mehr als 20 Jahre auf dem Buckel. Das Fahrgastpotenzial eines Park-and-ride-Angebotes werde in der Studie berücksichtigt, sagt Oesterlings Referent Erhart. Und falls sich die Strecke bis Bad Vilbel nicht lohnt? Der lange Abschnitt entlang der Friedberger Landstraße außerorts ohne weitere Erschließungswirkung sei schon "misslich", räumt Thomas Erhart ein. Aber die Studie werde erstellt, um das Projekt zu ermöglichen, nicht, um es zu verhindern.

Frankfurt: Auch mit Neu-Isenburg und Dreieich Gespräche

Eine kurze Verlängerung der Tram-Trasse entlang der Friedberger steht aber unabhängig von der Strecke nach Bad Vilbel im Raum. Den Bau eines Stummels vom Bodenweg zur Unfallklinik und dem Park-and-ride-Parkhaus zu untersuchen, werde der Generalverkehrsplan Schiene vorsehen, kündigt der Oesterling-Referent an. Der Plan wird derzeit erstellt.

Ob die Streckenverlängerung ins nördliche Umland die erste ist, die realisiert wird, ist aber offen. So führt die Stadt auch Gespräche mit Neu-Isenburg und Dreieich über eine Verlängerung der Linie 17. Die Gespräche gelten dort als vielversprechend. Als unwahrscheinlich gilt hingegen eine schnelle Realisierung einer Verbindung von Oberrad durch Offenbach nach Fechenheim. Die Offenbacher sind zwar offen für diese Straßenbahnstrecke, haben aber schon klar gemacht, dass sie kein Geld für den Bau hätten.

Dennis Pfeiffer-Goldmann

Frankfurt: Mit städtischen Bahnen ins Umland fahren

Auf städtischen Bahnstrecken ins Umland fahren hat Tradition. 1910 eröffnete die Frankfurter Lokalbahn Strecken nach Oberursel(heute fährt dort die U3) und Bad Homburg(heute die U2). Und von Oberradfuhr bis 1996 die Straßenbahnlinie 16 bis in die Innenstadt von Offenbach *.

Die U7 von Praunheimaus mit der Taunusbahn zu verknüpfen und bis Brandoberndorfzu führen, hatte die Stadt 2012 untersucht. Das wurde aber als "nicht tragfähig" verworfen. Dafür wären neue Züge notwendig geworden, die sowohl als U-Bahn wie auch als Regionalbahn fahren können.

Solche Zweisystem-Stadtbahnen hat die Stadt 2018 auch für die U5 geprüft. Sie könnte vom Europaviertel nach Höchstund Königsteinoder Bad Sodensowie - nach der geplanten Verlängerung - von Frankfurter Bergüber Bad Vilbelnach Stockheimfahren. In der Region würden vorhandene Eisenbahngleise genutzt. Das sei technisch machbar, kostengünstig, würde Fahrgäste locken, so der Magistrat. Dennoch wird nichts draus, weil auf den regionalen Bahnstrecken die Kapazität fehlt. dpg

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