Energie

VGF soll raus aus dem Kohlestrom

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt lässt mehr als die Hälfte der Straßen- und U-Bahnen mit klimaschädlichem Kohlestrom fahren. Das soll sich ändern, fordern Jusos und Linke, und gehen den Verkehrsdezernenten hart an.

Die Jusos in Frankfurt gehen mit ihrem Parteifreund Klaus Oesterling (SPD) wegen des Kohlestroms der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) hart ins Gericht. „Wir wollen endlich raus aus der Kohle“, sagte der Sprecher der Jusos Frankfurt, Simon Witsch. Dazu gebe es einen einstimmigen Beschluss des SPD-Vorstands. Witsch erwarte, dass Oesterling die Magistratsvorlage zur Kündigung des Kohlestromvertrags zwischen VGF und Mainova „sofort in die Koalition einbringt“.

„Der oberste Verkehrspolitiker der Stadt verursacht ein klimapolitisches Desaster nach dem anderen“, urteilte die Linke im Römer. Erst das Ende der Mainkai-Sperrung. Dann die Ankündigung, den Kohlestromvertrag nicht wie mehrfach zugesichert bei nächster Gelegenheit zu kündigen. Auch Oesterlings Relativierung des Klimawandels in einem Podcast treibt die Linke um. „Das ist eine äußerst dreiste und unsolidarische Haltung, die die klimapolitische Verantwortung des globalen Nordens durch Ignoranz wettmachen will“, sagte die Linken-Stadtverordnete Pearl Hahn.

Der Energieversorger Mainova hat angekündigt, die Kohleblöcke im Heizkraftwerk West bis 2026 durch Gasturbinen zu ersetzen. Erst dann soll laut „Klimaallianz“, dem Klimaschutzprogramm der Koalition, die VGF nicht mehr mit Kohlestrom fahren. Mit Ökostrom fuhr sie von 2011 bis 2014. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Sebastian Popp rechtfertigte den Zeitplan. Es sei nicht damit getan, die VGF sofort auf Ökostrom umzustellen, wenn das Kraftwerk weiter Kohle verbrenne. Sinnvoller sei es, den Ausstieg aus der Kohle bei Mainova und VGF zu koppeln. „Am liebsten wäre uns, je schneller, je besser, aber das ist wohl technisch nicht zu machen.“

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