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Die Tram-Linie 17 führt bis Neu-Isenburg Stadtgrenze. Nun verhandelt Frankfurt mit der Nachbarkomune über einen Ausbau.

Tram-Ausbau

Für mehr Mobilität -  Frankfurt plant Offenbach, Neu-Isenburg und Bad Vilbel an das Tramnetz anzubinden.

Frankfurt plant Offenbach, Neu-Isenburg und Bad Vilbel an das Tramnetz anzubinden. In Offenbach könnte das an der Finanzierung scheitern.

Frankfurt - Der Frankfurter Magistrat soll mit den Nachbarkommunen Offenbach, Neu-Isenburg und Bad Vilbel über die Anbindung ans Frankfurter Straßenbahnnetz verhandeln. Das fordert die Römer-Koalition aus CDU, SPD und Grünen nun in einem gemeinsamen Antrag.

„Für eine stadtverträgliche Mobilität, die gleichzeitig eine gute Erreichbarkeit der jeweiligen Ziele, eine Alternative zum Autoverkehr und eine Verbesserung der Luftqualität erreichen will, ist ein weiterer Ausbau der ÖPNV-Infrastruktur unumgänglich. Dabei bieten sich auch Verlängerungen bestehender, heute an der Stadtgrenze endender Straßenbahnstrecken an“, teilten die verkehrspolitischen Sprecher Martin Daum (CDU), Eugen Emmerling (SPD) und Wolfgang Siefert (Grüne) mit. Eine Straßenbahnanbindung mache die Nachbarkommunen auch als Wohnorte attraktiver, was den Druck auf Frankfurt senke, neue Wohngebiete zu schaffen.

Bad Vilbel: Linie 18 könnte über Frankfurter Bogen bis Bahnhof Bad Vilbel fahren

Im Fall von Neu-Isenburg soll der Magistrat nun prüfen, ob die Linie 17 über die bisherige Endhaltestelle Neu-Isenburg Stadtgrenze bis zum Ortsausgang Frankfurter Straße/Rathenaustraße fahren und mit der Regionaltangente West verknüpft werden kann. Nach Bad Vilbel könnte die Linie 18 über den Frankfurter Bogen bis zum Bahnhof Bad Vilbel fahren.

In Offenbach fuhr die Straßenbahn der Linie 16 bis 1996 über die Frankfurter Straße in die Fußgängerzone. Dann wurde sie stillgelegt, um einen Parallelverkehr mit der S-Bahn nach Frankfurt, die ab 1995 fuhr, zu vermeiden. Den Plänen der Römer-Koalition zufolge könnte die Linie 16 als Ringlinie von Oberrad über Offenbach und Fechenheim bis in die Frankfurter Innenstadt fahren.

Vertreter der Städte reagierten aufgeschlossen bis zustimmend. „Für die Stadt Bad Vilbel ist es ein gutes Zeichen, dass die Koalition in Frankfurt nun ebenfalls die Verlängerung der Straßenbahnlinie 18 angeht. Der Verkehrsdezernent der Stadt Bad Vilbel, Erster Stadtrat Sebastian Wysocki, hat sich hierüber bereits Ende des vergangenen Jahres mit Klaus Oesterling ausgetauscht“, sagte Yannick Schwander, Sprecher der Stadt Bad Vilbel. „Nun muss ernsthaft geprüft werden, inwiefern eine Verlängerung realisierbar ist und was dies für die Stadt Bad Vilbel bedeuten würde.“

Neu-Isenburg: Weiterfahrt von Linie 17 bis Dreieich-Sprendlingen möglich

Der Bürgermeister von Neu-Isenburg, Herbert Hunkel (parteilos), wies auf das beschlossene Stadtentwicklungskonzept Mobilität 2030 hin. Es sieht unter anderem vor, die Regionaltangente West vom Bahnhof über vier Stationen zum Neubaugebiet Birkengewann fahren zu lassen und zu prüfen, ob eine Weiterführung der Straßenbahn von der Endhaltestelle der Linie 17 über die Frankfurter Straße bis nach Dreieich-Sprendlingen möglich ist.

Der Offenbacher Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) hatte im Dezember bei einem Treffen mit dem Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (beide SPD) gesagt: „Wir sind uns einig, dass wir eine Ringbahn zwischen Fechenheim und Oberrad über Offenbach haben wollen.“ 

Offenbach: Ringbahn könnte an Finanzierung scheitern

Nötig sei nun eine Machbarkeitsstudie, welche die beteiligten Städte auf den Weg bringen müssten, sagte Fabian El Cheikh, Sprecher der Stadt Offenbach. Wegen ihrer finanziellen Situation habe die Stadt bislang nicht die Initiative ergreifen können.

Frankfurts Stadtrat Oesterling, der im Auftrag der Koalition die Verhandlungen führen wird, schätzt die Chancen, eine Einigung zu erreichen, für die jeweiligen Städte unterschiedlich ein. Am weitesten sei man mit Bad Vilbel, wo es konstruktive Gespräche gegeben habe. In Neu-Isenburg spreche sich Bürgermeister Hunkel für die Verlängerung aus, die Mehrheit der Stadtverordneten lehne die Führung durch die Frankfurter Straße ab. In Offenbach wiederum stehe dem Engagement des Oberbürgermeisters der Sparwille der Koalition entgegen, die auf die Haushaltskonsolidierung achte.

Offen ist die Frage der Finanzierung. „Wir gehen davon aus, dass es Fördermöglichkeiten von Bund und Land gibt“, sagte der Grüne Wolfgang Siefert. Für die Koalition im Römer stehe fest: „Jeder bezahlt die Strecke auf seinem Gebiet.“

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