Digitalisierung

Frankfurt versorgt Schulen mit WLAN

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Der Magistrat hat beschlossen, wie die 50 Millionen Euro aus dem Digitalpakt verwendet werden. Schulen sollen etwa ans städtische Netz angeschlossen werden - damit geht ein jahrelanger Streit in der Koalition zu Ende.

Alle Frankfurter Schulen sollen über das städtische Netz WLAN erhalten. Darauf hat der Magistrat sich am Freitag geeinigt. Damit geht ein mehr als zwei Jahre langer Streit in der Koalition über die Ausstattung der Schulen mit mobilem Internet zu Ende. „Die Schulen warten schon lange darauf“, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). „Ich bin froh, dass es jetzt losgeht.“

Die knapp 50 Millionen Euro aus dem Digitalpakt, dem Förderprogramm des Bundes und der Länder für den Ausbau der digitalen Bildungsinfrastruktur, sollen nach der vom Magistrat beschlossenen Vorlage der Bildungsdezernentin nicht nur in die Ausstattung der Schulen mit WLAN gesteckt werden. Von dem Geld – sechs Millionen Euro bringt die Stadt als Eigenanteil mit ein – sollen Laptops, Tablets, Beamer und Whiteboards angeschafft, der inklusive Unterricht mit speziellen Geräten unterstützt, Clouddienste ausgebaut und in die Serverstruktur investiert werden. „Die Corona-Krise hat gezeigt, dass die Digitalisierung der Schulen nun sofort angegangen werden muss“, sagt Weber. Viele Schulen hätten in dieser Zeit nun auch schon Erfahrungen mit einer digitalen Form des Unterrichts gemacht. Etwa dem Einsatz von Videos und Audios. „Das ist eine gute Grundlage, um die Technik gut einsetzen und deren Vorteile nutzen zu können.“

Vor einem Jahr waren 14 Pilotschulen mit WLAN ausgestattet worden. Mit städtischem WLAN. Lange war die Frage des Anbieters umstritten. Weber wollte immer die Schulen ans städtische Netz anschließen, damit sie Zugang zu dem speziell für Bildungseinrichtungen konzipierten „Pädagogischen Netz“ haben. Die CDU wollte, dass sich Schulen einen privaten Anbieter suchen können. Nach zähen Diskussionen einigte man sich darauf, dass 14 Pilotschulen ans städtische Netz angebunden werden, 15 weitere sich einen privaten Anbieter suchen. Doch weil das Staatliche Schulamt rechtliche Bedenken hatte, dass sich Schulen in Eigenregie ausstatten, beschloss die Koalition nach weiteren zähen Diskussionen: Der kommunale Dienstleister „Ekom21“ soll die 15 Schulen ausstatten.

30 Schulen pro Jahr

In den Osterferien haben nun sechs berufliche Schulen über „Ekom21“ WLAN erhalten. Doch deren Erfahrungen werden nun beim flächendeckenden Ausbau des mobilen Internets an Schulen keine Rolle mehr spielen. „Das läuft jetzt erst einmal an diesen Schulen, aber sie werden mittelfristig umsteigen“, sagt Weber. Denn nun sollen alle ans städtische Netz angebunden werden und die beruflichen Schulen hatten auch im Bildungsausschuss bereits ihre Bedenken geäußert, über einen Dienstleister mobiles Internet zu erhalten.

Die Schulen können jetzt den Antrag stellen, mit WLAN ausgestattet zu werden. 30 bis 35 sollen pro Jahr angeschlossen werden, im Jahr 2024 – zum Ende der Laufzeit des Digitalpakts – dann alle 167 öffentliche Schulen in jedem Klassenzimmer mit mobilem Internet versorgt sein. „Wir müssen das staffeln“, sagte Weber. „Das ist nicht gleichzeitig zu schaffen.“ Für die Umsetzung werden im Stadtschulamt und im Amt für Informations- und Kommunikationstechnik insgesamt 18 neue Stellen geschaffen. „Der Magistratsbeschluss ist ein Signal des Aufbruchs an die Schulen“, sagte Weber. Im Juni müssen die Stadtverordneten aber noch über diesen Beschluss zur digitalen Ausstattung der Schulen entscheiden.

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