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Frankfurt: Verkehrspolizei schwer erreichbar

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Von: Oliver Teutsch

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Auch der Busparkplatz am Alfred-Brehm-Platz wird regelmäßig zugeparkt und von Abschleppern geräumt. Rolf Oeser
Auch der Busparkplatz am Alfred-Brehm-Platz wird regelmäßig zugeparkt und von Abschleppern geräumt. Rolf Oeser © Rolf Oeser

Die Hotline ist insbesondere vormittags wegen vieler Falschparker überlastet. Beschwerde auch per Mail möglich.

Der Zorn war groß beim FR-Leser. Erst ist der Bürgersteig vor dem Haus komplett mit Autos zugeparkt, inklusive des Behinderten-Parkplatzes, dann ist die Verkehrspolizei telefonisch einfach nicht erreichbar. Zehn Mal in 30 Minuten habe er die Nummer 069- 212-36360 versucht zu erreichen. „Es gab noch nicht mal ein Rufzeichen, denn die Verbindung wurde sofort unterbrochen“, beschwert sich der Leser in einer Mail an die FR-Redaktion und legt noch nach: „Jetzt stellt sich für mich als Bürger der Stadt Frankfurt die Frage, wofür brauche ich eine Verkehrspolizei, die nicht erreichbar ist, wenn man sie braucht.“

2000 Anrufe monatlich

Ingmar Bolle, Sprecher des Straßenverkehrsamts, räumt gewisse Kapazitätsengpässe unumwunden ein: „Bei weit über 2000 Anrufen im Monat kann es durchaus vorkommen, dass die Hotline unserer Verkehrspolizei zeitweise schwer zu erreichen ist.“ Insbesondere in den Morgenstunden sei die oben genannte Rufnummer „eine sehr nachgefragte städtische Dienstleistung“. Morgens knubbele es sich traditionell wegen zugeparkter Grundstückszufahrten und der Vielzahl von mobilen Halteverboten für Umzüge, größere Anlieferungen oder kleinere Baustellen, etwa wenn ein Installateur morgens früh zur Baustelle komme, auf eine bestellte Spedition mit Passivhaus-Bauteilen warte und feststelle, dass die Spedition gar nicht ausladen kann, weil das hierzu extra beantragte und vier Tage zuvor aufgestellte Haltverbot ignoriert wurde, nennt Bolle ein Beispiel aus der Praxis.

Mit der Disposition der eingehenden Beschwerden seien drei Mitarbeitende gleichzeitig beschäftigt. Warum jemand bei einem Anruf nicht mal ein Rufzeichen zu hören bekommen soll, kann sich Bolle allerdings nicht erklären. Denn seit der Umstellung der städtischen Telefonanlage auf Voice-over-IP gebe es eine funktionierende Bandansage oder Besetzzeichen. Früher habe es bei Überlastung nur ein Freizeichen gegeben.

Bolle weist darauf hin, dass die Verkehrspolizei nicht nur telefonisch erreichbar ist. Auch über die Mailadresse verkehrspolizei@stadt-frankfurt.de können Beschwerden vorgebracht werden, die dann nicht zwingend langsamer bearbeitet werden. „Sortiert und priorisiert werden muss immer, auch bei einer telefonisch eingegangenen Meldung“, so Bolle. Die zugeparkte Ausfahrt einer Feuerwache habe natürlich eine höhere Priorität als bestimmte „Hotspots“, die wegen der häufigen Beschwerden ohnehin regelmäßig angefahren würden.

Auf Nachfrage zu Hotspots nennt das Straßenverkehrsamt drei Örtlichkeiten, über die es immer wieder Beschwerden gibt: In der Karlsruher Straße auf der Südseite des Hauptbahnhofs kommt es demnach regelmäßig wegen Parkverstößen zu Störungen bei Bussen und Straßenbahnen. In der Bolongarostraße (Ecke Leverkusener Straße) in Höchst ist häufig der Sonderparkplatz für Schulbusse zugeparkt und in der Ferdinand-Porsche-Straße in Fechenheim ist oft der Zufahrtsbereich der FES-Papiersammelanlage blockiert, so dass die Lastwagen nicht auf das Betriebsgelände kommen.

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