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Zur Feier der Einheit: Menschen singen mit Kerzen in der Hand auf dem Römerberg. Michael Schick
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Zur Feier der Einheit: Menschen singen mit Kerzen in der Hand auf dem Römerberg. Michael Schick

Tag der Deutschen Einheit

Frankfurt: Vereint im Gesang

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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300 Menschen feiern den 3. Oktober auf dem Römerberg und erinnern an den Mauerfall.

Und plötzlich machte der Nieselregen gar nichts mehr aus. „Wo wir uns finden wohl untern Linden zur Abendzeit“, klang es aus fast 300 Mündern auf dem Römerberg am Sonntagabend. „Kein schöner Land in dieser Zeit“ war nur der Auftakt des zehn Gesangsstücke umfassenden Programms von „Deutschland singt“. Frankfurt war gut gelaunt mit dabei.

Zum zweiten Mal hatten christliche Organisationen zum gemeinsamen Liedersingen am Tag der Deutschen Einheit eingeladen. Lukas Ruckelshausen, Kantor der evangelischen Kirche in Nied, dirigierte die Bläser und den Chor auf der Bühne.

Bevor es zu den Liedern „Über sieben Brücken“, „Chöre“ und „Der Mond ist aufgegangen“ ging, gab es noch ein paar Grußworte. Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) erzählte von der großen Bedeutung der Stimme. Sie sagte: „Leuchten Sie heute nicht nur mit den Kerzen, sondern auch mit den Stimmen für Freiheit, Gleichheit und Menschenrechte.“

Kämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne) zeigte auf die Friedensmauer neben der Bühne, auf der schon viele Menschen in den Stunden zuvor ihre Friedenswünsche und -sprüche niedergeschrieben hatten. Es sei der Auftrag von allen sich an damals zu erinnern und es dürften nun keine neuen Mauern zwischen den Menschen mehr errichtet werden.

Zeitzeuge Harald Bretschneider aus Dresden erzählte von seiner Zeit als Landesjugendpfarrer. Er fand in der Bibel den Spruch „Schwerter zu Pflugscharen“, druckte ihn auf Lesezeichen und gab sie den Jugendlichen, die sich in der DDR vor Krieg fürchteten. Er hatte eine tragende Rolle in der staatskritischen Friedensbewegung in der DDR.

Helmut und Christiane Bürkle sind extra aus Schmitten (Hochtaunuskreis) nach Frankfurt gekommen, um Teil des Singens zu sein. „Wir fanden die Idee gut“, sagt Helmut Bürkle. Auch die Lieder seien toll. Beide hatten sich die Texte vorher angeschaut. „Nach langer Zeit kann man endlich mal wieder singen“, sagt der Mann aus Schmitten noch. Auf die Frage, ob sie sich noch an die Nacht des Mauerfalls erinnern könne, antwortet Christiane Bürkle: „Ja, ich war überrascht.“ Sie hatte es zu Hause im Fernsehen miterlebt.

Auch Karin Schöttler sind die Erinnerungen an den 9. November 1989, als die Mauer fiel noch gut im Gedächtnis. „Ich bin zu Freunden gegangen, sie hatten die Deutschlandfahne aus dem Fenster gehangen. Wir haben Sekt getrunken und uns gefreut, dass es so friedlich gelaufen ist.“ Sie erinnert sich auch noch an den Sohn der Familie, der nach Hause kam und die Fahne am Fenster als unmöglich empfand. Sie lacht. 1989 war das Jahr, wo sie das erste Mal in der Partnergemeinde in der DDR gewesen war. „Die Angst bei den Passkontrollen.“ Auf dem Römerberg ist sie am Sonntagabend als Teil des Chors PopChor’N aus Nied. „Eine wunderbare Veranstaltung“, ergänzt sie noch.

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