Wohnraum

Verein will Wohnen im Paradieshof

  • Claus-Jürgen Göpfert
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Die Zukunft des brachliegenden Pardieshofs in Frankfurt ist weiter unklar. Eine Initiative will ihn jetzt als Wohnraum für Studierende und Auszubildende nutzbar machen.

Der Streit um das städtische Gelände des brachliegenden Paradieshofes in Alt-Sachsenhausen „reißt bei uns alte Wunden auf“, sagt Guido Risse der FR. Er ist Sprecher der Wohnrauminitiative Frankfurt/Rhein-Main. Der seit knapp 30 Jahren existierende Verein war 2015 im Bieterverfahren der Stadt für die leerstehenden Gebäude auf den zweiten Platz gekommen, hinter der European School of Design (ESD). Nachdem Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) und die SPD im Römer erklärt haben, dass sie das Areal in Sachsenhausen neu ausschreiben möchten, bringt sich die Wohnrauminitiative wieder öffentlich ins Spiel.

„Wir haben nach wie vor Interesse an dem Gelände“, betont Risse. Der Verein hat sich deshalb jetzt an Liegenschaftsdezernent Schneider gewandt und noch einmal an sein Konzept erinnert. Die Initiative will im Paradieshof auf drei Stockwerken Wohnraum für Studierende und Auszubildende aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet schaffen. Für beide Gruppen herrscht großer Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Die Initiative strebt im Paradieshof größere Wohngemeinschaften für bis zu acht Mitglieder an. Im Erdgeschoss an der Paradiesgasse sollen ein Café betrieben und ein Stadtteilbüro eingerichtet werden.

Für das Projekt war seinerzeit bereits ein Verein gegründet worden. Die Wohnrauminitiative steht auf dem Standpunkt, dass die Beteiligten am damaligen Bieterverfahren der Stadt jetzt von der Kommune nicht einfach übergangen werden dürften. „Wir lagen damals am Ende der Ausschreibung auf dem zweiten Platz nur knapp hinter der European School“, erinnert sich Risse. Die Initiative sei seinerzeit davon ausgegangen, dass die Stadt mit den drei erstplatzierten Bewerbern vertiefende Gespräche führen werde. „Das war aber leider nicht der Fall“, erinnert sich Risse.

Die Wohnrauminitiative war 1991 als gemeinnütziger Verein gegründet worden. Sie ist in Frankfurt am Main, Darmstadt, Bad Vilbel und Rüsselsheim aktiv. Ihr Ziel ist es, preiswerten Wohnraum insbesondere für Studierende und Auszubildende zu schaffen. In Frankfurt betreibt der Verein als Mieter ein Wohnheim auf dem Gelände der ehemaligen Akademie der Arbeit des DGB, Gräfstraße 62. In Alt-Praunheim stehen dem Verein außerdem drei Sozialwohnungen zur Verfügung.

Risse erklärt im Gespräch mit der FR, die Initiative habe den Paradieshof für ihr Modell von der Stadt pachten wollen. Die Kommune sollte zuvor die Gebäude sanieren. Liegenschaftsdezernent Schneider erklärt heute, die Kommune wolle sich aber nicht finanziell engagieren.

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