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Dragicevic und Aydogan sind noch Azubis, Karabulut hat den Abschluss schon in der Tasche (v.l.).

Integration

Frankfurt: Verein hilft Migrantinnen bei der Jobsuche

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Frauen mit einem Migrationshintergrund haben es immer noch schwer, eine Arbeitsstelle zu finden.

Kauffrauen für Büromanagement haben in der Dienstleistungsmetropole Frankfurt gute Chancen einen interessanten Job zu finden, sagt Kerstin Einecke, Geschäftsführerin des Vereins zur beruflichen Förderung von Frauen. Doch der Einstieg in eine entsprechende Ausbildung gestalte sich vor allem für junge Frauen mit Migrationshintergrund ausgesprochen schwierig.

Gözdem Aydogan und Elvira Karabulut haben viele Bewerbungen geschrieben und „viele Absagen“ bekommen, erzählen sie am Donnerstag in den Räumlichkeiten des Vereins in der Walter-Kolb-Straße 1. Einecke hatte die Idee, den Monat März mit seinem Internationalen Frauentag und dem Equal Pay Day dafür zu nutzen, auf die doppelte Diskriminierung hinzuweisen, der Frauen mit Migrationshintergrund ausgesetzt sind: 40 Prozent der Frauen mit Migrationshintergrund haben keinen Berufsabschluss, ohne Migrationshintergrund seien es dagegen nur 11,2 Prozent. Eine Studie habe herausgefunden, dass 44 Prozent der Betriebe nicht bereit sind, Bewerberinnen mit Migrationshintergrund einzustellen.

Fast alle Frauen, die beim Verein in Zusammenarbeit mit Betrieben praktische Fertigkeiten erlernen, schaffen die Abschlussprüfung bei der Industrie- und Handelskammer. Zwei Drittel von ihnen landen direkt im ersten Arbeitsmarkt. „Ein großartiges Ergebnis“, urteilt die Geschäftsführerin.

Ohne den Verein hätten sie den Einstieg ins Berufsleben kaum geschafft, räumen Gözdem Aydogan, Melanie Dragicevic, Elvira Karabulut und Harena Zemat ein. Nachmittags, nach der Schule konnten sie den Unterrichtsstoff wiederholen, „Ich hatte eine Mathe-Schwäche“, sagt Melani Dragicevic. Nicht nur in Mathe konnte sie sich verbessern – auch das Selbstbewusstsein habe zugenommen.

Das Erfolgsgeheimnis des Vereins ist, die Frauen dort zu unterstützen, wo sie es brauchen – ob es bei den Deutschkenntnissen hapert oder persönliche Probleme gelöst werden müssen. Und wenn es im Betrieb knirscht, können die Frauen in ein anderes Unternehmen wechseln. Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) lobte das Konzept, „dass jemand da ist“, wenn die Motivation mal bröckelt oder man „einen Durchhänger“ hat.

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