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Nir Rosenfeld mit einer der beliebten Hauptspeisenplatten. Auch der Wein rechts im Bild ist vegan.

GASTRO

Frankfurt: Vegane Oase im Wohnviertel

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Im Restaurant Kuli Alma in Frankfurt kommt die ganze Welt zusammen, wie schon der aramäische Name verheißt. Im August will der Betreiber einen veganen Imbiss im Westend aufmachen.

Auf Laufkundschaft können die Verantwortlichen im „Kuli Alma“ nicht zählen. Das vegane Restaurant liegt versteckt in einer Wohnstraße im Stadtteil Dornbusch. Dennoch ist es jeden Abend voll. „Es läuft wie verrückt“, freut sich Inhaber Nir Rosenfeld.

Besonders beliebt ist jetzt im Sommer natürlich die Terrasse. Dort hängen Bilder aus Rosenfelds Heimatstadt Tel Aviv. Dazu, dezent auf Aufklebern, Botschaften wie: „Vegan sein schützt das Klima“. Wer sich auf der Terrasse umschaut, erhält den Eindruck, dass Klimarettung vor allem Frauensache ist. Rosenfeld bestätigt: „60 bis 65 Prozent der Gäste sind weiblich.“

Steckbrief Küche: Israelisch/Vegan Geöffnet: täglich von 12- 23 Uhr Brunch: Sonntag, 12 - 16 Uhr Plätze: 50 draußen/100 drinnen Anreise: U5, Marbachweg Adresse: Zum-Jungen-Straße 10 Telefon: 069-56005506 www.kuli-alma.de Die FR möchte Sie ab sofort wieder regelmäßig mit gastronomischen Tipps versorgen. Bei Fragen und Anregungen erreichen Sie uns unter gastro@fr.de Geboten bekommen die Besucher klassische, aber auch kreative israelische Küche. Der Renner sind Rosenfeld zufolge die gemischten Vor- und Hauptspeisenplatten. „Eine Reise durch alles“, sagt er. Neben Klassikern wie Falafel mit Tahini oder hausgemachter Sherwarma bekommen die Gäste auch Burger und Wurst geboten, selbstverständlich ebenfalls alles vegan. Wer glaubt, dass ihn veganes Essen nicht sattmache, wird durch die Größe der Portionen im Kuli Alma (aramäisch für „die ganze Welt) sicherlich eines Besseren belehrt. Nichtveganer werden nicht alles goutieren; der Käsekuchen etwa schmeckt schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig.

Rosenfeld ist in der Frankfurter Gastroszene kein Unbekannter. Seit 2010 betreibt er unter anderem die „Zeil Kitchen“ in der Innenstadt. 2017 veränderte das Video eines Tierrechtsaktivisten sein Leben. Er stellte nicht nur seine eigene Ernährung auf vegan um, sondern krempelte auch die Speisekarte seines Restaurants um. Mit dem Missbrauch von Tieren wollte er kein Geld mehr verdienen. Die anfängliche Sorge, die Gäste könnten ausbleiben, war unbegründet.

Auf einer Weihnachtsfeier entdeckte er dann zufällig die Location, in der viele Jahre der angesagte Italiener „da Claudio“ residierte und die zu haben war. Bekannte rieten ihm ab, die Lage sei zu weit weg vom Schuss. Nir Rosenfeld hörte nicht darauf. „Ich mag die Gegend, weil nur gezielte Gäste kommen“, sagt er. Die setzen sich zur Not auch in den Weinkeller, wenn auf der Terrasse oder im Restaurant kein Platz mehr ist.

Im August will Rosenfeld im Grüneburgweg einen veganen Imbiss aufmachen. „Domion“, benannt nach einem australischen Dokumentarfilm über die Ausbeutung von Tieren, zieht in einen ehemaligen Thai-Imbiss an der Ecke zum Reuterweg ein. Nicht mehr so abgelegen, aber auf der Terrasse des Kuli Alma sitzt es sich deutlich schöner und entspannter. Oliver Teutsch

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