+
Pfarrer Jeffrey Myers hat die Wette organisiert.

Fußball

US-Fußballerinnen bescheren Frankfurter Tippern Bier und Bitterballen 

  • schließen

Mit einer Wette zur Fußball-WM treibt Pfarrer Jeffrey Myers Geld für den TuS Makkabi ein.

Jeffrey Myers kennt sich aus mit Fußball und Religion. Der umtriebige Kirchenmann, der viele Jahre in der Alten Nikolaikirche am Frankfurter Römerberg und später in der Wiesbadener Marktkirche predigte, weiß etwa, dass es keinen Fußball-Gott gibt. „Auf wessen Seite sollte er denn stehen?“, fragt der Pfarrer rhetorisch. 

Gleichwohl könnten Gebete der Fans helfen, da ist er überzeugt. Myers hat etwa den Wunsch nach göttlicher Hilfe aufbewahrt, den die Eintracht-Fans im Frühling formulierten, als es galt, die 2:4-Hinspielniederlage gegen Lissabon im Rückspiel aufzuholen: „Deine Sensation komme/ Dein 2:0-Sieg geschehe / Unser tägliches Jovic-Tor gib uns heute ...“ Hat ja geklappt.

Nun hat sich Myers auf Frauenfußball spezialisiert. War ja gerade Weltmeisterschaft, und der US-Amerikaner Myers (geboren in Kansas) hatte einiges zu feiern. Die US-Frauen haben das Turnier gewonnen, im Finale hieß es 2:0 gegen die Niederländerinnen.

Nette Wette zum Fußball-WM-Finale

Vorher aber hatte Myers seinem Kollegen Kees den Hertog von der niederländischen Gemeinde in Frankfurt sowie vielen Fußball-Fans eine nette Wette abgetrotzt. Wer teilnehmen wollte, musste zunächst einmal zehn Euro an den TuS Makkabi Frankfurt überweisen. In dem Verein, der Projekte gegen Antisemitismus unterstützt, spielen Juden und Nicht-Juden zusammen. Anschließend galt es zu tippen: Wer gewinnt das Finale: die Niederlande oder die USA?

Lesen Sie auch: Die Aktivistin vom linken Flügel: Megan Rapinoe dribbelt alle aus - von Trump bis Infantino

Mehrere Hundert Euro kamen zusammen. Und weil die USA gewannen, dürfen die Tipper, die richtig gelegen haben, gemeinsam mit dem niederländischen Pfarrer am Mainufer Tulpenzwiebeln pflanzen und anschließend niederländisches Bier und Bitterballen genießen. Wäre das Spiel anders ausgegangen, hätte Myers den siegreichen Tippspiel-Teilnehmern eine Führung durch die Altstadt angeboten.

Offiziell ist Jeffrey Myers im Ruhestand, tatsächlich arbeitet er so viel wie eh und je – unter anderem kümmert er sich um den Jakobsweg, der durch Frankfurt führt. Für das Finale der WM 2022 hat er einen Wunsch: Deutschland soll gegen die USA spielen. Dann wird Myers wieder eine Wette anbieten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare