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Tausende Koffer gehen täglich über die Bänder der Gepäckförderanlage im Terminal 1.

Flughafen Frankfurt

Frankfurt: Urlaubsstart ohne Koffer

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Am Frankfurter Flughafen streikt die Gepäckförderanlage und 30 000 Koffer bleiben zurück. Die Ursache für den technischen Defekt wird fieberhaft gesucht. Eine gute Nachricht für die Urlauber gibt es aber.

Das dürfte für viele Urlauber wohl ein verkorkster Start in die Ferien gewesen sein: Am Frankfurter Flughafen war am Samstag ein Teil der Gepäckförderanlage ausgefallen. Mehr als 30 000 Gepäckstücke blieben deshalb zurück, während ihre Besitzer bereits mit den Fliegern abhoben. Der Flughafenbetreiber Fraport teilte mit, dass bis zum gestrigen Montagabend aber alle Koffer wieder bei den Fluggästen eingetroffen sein sollten.

Ein Sprecher von Fraport erklärte, dass es am Samstag von etwa 10.30 Uhr bis 18 Uhr zu einer technischen Störung der Gepäckanlage gekommen sei. Die genaue Ursachenforschung laufe derzeit noch. Die Gepäckförderanlage ging 1972 in Betrieb und wurde im Laufe der Jahre auf 80 Kilometer Länge ausgebaut. Pro Jahr werden 30 Millionen Gepäckstücke abgefertigt. An Spitzentagen werden bis zu 120 000 Stücke befördert. Die Anlage sei in der Regel sehr zuverlässig.

In zusätzlichen Nachtschichten sei es den Mitarbeitern des Flughafens gelungen, den Kofferrückstand wieder aufzuholen. Die Gepäckstücke wurden mit erhöhter Priorität ihren Besitzern nachgeflogen. Das Gepäck werde direkt zur Urlaubs- oder bei Rückreisenden an die Heimatadresse der Reisenden geliefert, so der Sprecher. Betroffen von der Panne war laut Fraport vor allem der Abflugbereich.

Der Ausfall der Gepäckanlage zeige zudem, dass es im Falle eines Falles immer noch wichtig sei, einen Anhänger mit Adresse an seinem Koffer zu haben.

Dass die Förderanlage ausgerechnet am Samstag ausfiel, war doppelt ärgerlich. An diesem Tag – zum Start der hessischen Herbstferien – war der Frankfurter Flughafen mit etwa 240 000 Reisenden besonders stark frequentiert. Entsprechend viele Koffer waren von der Panne betroffen. Üblicherweise sind es an einem Samstag nur rund 200 000 Flugreisende, so der Sprecher von Fraport.

Besonders verärgert äußerte sich die Lufthansa. Die Fluggesellschaft beklagte als Hauptkunde erneut die „großen Qualitätsprobleme“ des Flughafenbetreibers. Auch an den Personen- und Handgepäckskontrollen sei es zu viel zu langen Wartezeiten gekommen, so dass rund 4500 Gäste ihre Flüge verpasst hätten. Da ihr Gepäck wieder ausgeladen werden musste, hätten sich 78 Flieger zusammen um rund zwölf Stunden verspätet. „In Spitzenzeiten ist das System offenkundig überlastet, da es an entsprechend rechtzeitig bereit gestelltem und geführten Personal fehlt“, erklärte Lufthansa-Vorstandsmitglied Detlef Kayser.

Der Frankfurter Flughafen ist der größte Verkehrsflughafen Deutschlands. 2018 gab es in der Mainmetropole rund 69,5 Millionen Fluggäste – so viele wie noch nie. Auch die Flugbewegungen lagen im vergangenen Jahr mit 512 115 Starts und Landungen auf einem neuen Rekordniveau. (mit dpa)

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