Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nagisa Kawahito bekommt ihre Zweitimpfung im Frankfurter Impf-Express.
+
Nagisa Kawahito bekommt ihre Zweitimpfung im Frankfurter Impf-Express.

Corona

Frankfurt: Unterwegs im Impf-Express

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
    schließen

In Frankfurt gibt es ab sofort Corona-Impfungen direkt in der Straßenbahn. Zwei Wochen lang fahren speziell umgestaltete Trams durch die City.

Die Türen des alten P-Wagens schwingen auf. „Hier wird geimpft“, ruft ein Mann aus der Tram heraus. „Ich bin schon geimpft“, sagt ein anderer, der gerade einsteigen wollte. Er muss auf die nachfolgende Straßenbahn warten. Denn in die beiden Frankfurter Impf-Expresse, auf den Anzeigetafeln als IE1 und IE2 ausgewiesen, steigen nur impfwillige Menschen ein. Im Inneren kann man sich zur Impfung beraten oder sich direkt das Vakzin von Biontech verabreichen lassen.

Vom 25. Oktober bis zum 7. November rollen die beiden umgestalteten Trams noch täglich durch Frankfurt. Am ersten Tag ließen sich nach Informationen der Verkehrsgesellschaft VGF bis 17 Uhr bereits 50 Menschen impfen – in den verbliebenen drei Stunden wurden weitere Fahrgäste erwartet. Promotion-Teams verteilten am Montag in der Stadt Flyer, um auf die Impfaktion aufmerksam zu machen.

Der 22-Jährige Daniel aus Hattersheim hat den Impf-Express für seine Erstimpfung genutzt. Seinen Nachnamen möchte er nicht in der Zeitung lesen. „Ich habe zunächst mit der Impfung noch abgewartet“, sagt er. Dass sich nun die Möglichkeit ergab, die Impfung in einer alten Straßenbahn zu machen, habe für ihn schon den Anreiz gegeben. Ein weiterer sei, dass er Tests nun selbst bezahlen müsse. „Das hab ich einmal gemacht – für 20 Euro.“ Nun habe er keine Lust mehr darauf gehabt.

Impfen in der Tram

Die Linien des Frankfurter Impf-Expresses fahren montags bis donnerstags von 8.58 Uhr bis 19.59 Uhr sowie freitags und am Wochenende bis 23 Uhr durch die Stadt.

Die Linie IE1 verkehrt zwischen Zuckschwerdtstraße und Louisa, die IE2 zwischen Ginnheim und Gravensteiner Platz.

Fahrplan im Internet unter: www.bit.ly/fahrplan-IE mic

Die Linie IE1 bahnt sich am frühen Montagnachmittag ihren Weg durch das Bahnhofsviertel. An den kleineren Haltestellen kommt niemand dazu. Erst im weiteren Verlauf an Südbahnhof, Hauptbahnhof oder Louisa steigen mehr Leute zu. Für die geht es zunächst zur Sichtung. Eine Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuz händigt die Anamnesebögen aus, fragt nach Allergien, sichtet den Impfausweis und hilft bei Fragen. Anschließend geht es zur Ärztin.

Das ist am Nachmittag Nene Kabayashi. Die 28-Jährige sagt: „Die Abläufe sind wie im Impfzentrum, nur dass es ein anderer Ort ist.“ Problematisch ist das Impfen in der Bahn aus ihrer Sicht nicht. Den Piks in den Arm gibt es nur an Haltestellen, wenn die Tram steht.

Im Ruhebereich des Straßenbahnwagens sitzt Tanja aus Frankfurt. Ihren Nachnamen möchte auch sie nicht nennen. Sie ist glücklich, dass sie jetzt ihre Erstimpfung hinter sich hat. Tanja erklärt, dass sie mehrere Monate im Ausland war und sich dort nicht impfen lassen konnte. Seit Samstag sei sie wieder in Deutschland und wolle nun so schnell wie möglich eine Impfung. „Das Angebot hier ist super. Ich bin einfach vom Schreibtisch aufgesprungen und zur Haltestelle an meinem Haus gegangen.“

In den Straßenbahnen fahren neben den Menschen vom DRK auch zwei Sicherheitskräfte, eine Person vom VGF-Service und natürlich die Fahrerin oder der Fahrer mit. Ein Mitarbeiter der VGF habe die Idee mit dem Impf-Express gehabt. Stadt und DRK fanden es gut, und so wurde das ganze Realität: extra Bahnen, extra Personal und die gesonderte Streckenplanung, damit der Fahrplan nicht mit den regulären Abfahrten kollidiert. Die Mehrarbeit habe sich aber gelohnt, teilt die Verkehrsgesellschaft mit.

Impfstoff für 200 Menschen pro Tram gebe es täglich. Im Bedarfsfall könne man auch Nachschub ordern. Auch das Wochenende werde nochmals spannend, weil dann mehr Menschen kommen könnten. Nagisa Kawahito wird dann nicht dazugehören. Die Frankfurterin hat sich am Montag ihre Zweitimpfung geben lassen. „Impfen in der Bahn klang nach Spaß. Ich hoffe, dass viele Leute kommen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare