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Bunte Werbung für Vielfalt im Allerheiligenviertel. Foto: Christoph Boeckheler
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Bunte Werbung für Vielfalt im Allerheiligenviertel.

EM 2021

Frankfurt unterm Regenbogen

  • VonJohanna Stein
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Nach dem Verbot der Regenbogenbeleuchtung der Allianz-Arena durch die UEFA zeigt Frankfurt, wie viele verschiedene Farben sie zu bieten hat.

Frankfurt - Das Waldstadion und das Stadion am Bornheimer Hang in Frankfurt leuchten pünktlich zum EM-Spiel zwischen Deutschland und Ungarn in Regenbogenfarben. Viele Bürgerinnen und Bürger freuen sich über die Aktion. Auch Patricia, eines von vier Vorstandsmitgliedern des schwul-lesbischen Eintracht-Fanclubs Regenbogenadler, der inzwischen mehr als 60 Mitglieder hat. „Wir machen ja selbst immer ein Gruppenbild im Stadion mit der Regenbogenflagge“, berichtet sie. „Ich finde es schön, dass das Thema nun endlich mal aufs Tapet kommt.“

Vervot der Regenbogenbeleuchtung durch die UEFA: Franfurt zeigt Farbe

Das Verbot der Uefa, die Münchener Arena anlässlich des Spiels in den sieben Farben des Regenbogens, dem Symbol für die Akzeptanz und Gleichberechtigung von Menschen, erstrahlen zu lassen, stelle einen Präzedenzfall dar. „Ich hoffe nur, dass die Welle an Aufmerksamkeit nicht allzu schnell wieder abebbt“, sagt Patricia. Das Thema sei schließlich eine gesellschaftliche Frage.

Auch die Projektentwickler:innen der ORT-Group denken langfristig. Vor zirka zwei Wochen haben sie an einer Hauswand am Allerheiligentor ein großes Plakat mit dem Titel „Wir alle sind Frankfurt“ in Regenbogenfarben befestigt. „Wir lassen Taten sprechen“, erklärt René Reif, Geschäftsführer von ORT-Capital. Im Zuge des Projekts Main Yard entwickelt sein Unternehmen derzeit das Allerheiligenviertel weiter – es soll zukunftsweisend werden. „Das Thema Vielfalt beschäftigt uns schon seit Jahren“, erklärt Reif. Daher sei es immer wichtig, Flagge zu zeigen und nach vorne zu gehen. Vielfalt zeichne das Viertel und ganz Frankfurt schließlich aus. „Die Resonanz darauf war unglaublich.“

Die Regenbogenfahne weht am Frankfurter Römer.

Die Stadt bekennt ebenfalls Farbe. „Wir haben am Montag unsere Flagge gehisst“, bestätigt ein Sprecher. Und das Statement des Oberbürgermeisters geht durch die sozialen Netzwerke: „Toleranz aus Tradition: Auch die Regenbogenflagge gehört zu Frankfurt, fast wie Ebbelwei und Grie Soß‘ – auf ein gutes, faires Fußballspiel morgen Abend!“, postete Peter Feldmann auf mehreren Kanälen.

Regenbogenverbot der UEFA: Viele Aktionen in Frankfurt

In Frankfurt gibt es viele Vereine, die sich für Weltoffenheit einsetzen und für die LSBTIQ-Bewegung stark machen. Die Regenbogen-Crew der Aidshilfe beispielsweise, die sich neben dem Thema HIV vor allem auf Fragen der Identität und Sexualität spezialisiert haben. „Unsere Gruppe besteht aus Ehrenamtler:innen“, erklärt ein Sprecher des Vereins. „Daher ist es schwierig, von heute auf morgen Aktionen auf die Beine zu stellen.“ Was jedoch geplant ist: Am 28. Juni findet an der Hauptwache anlässlich des internationalen Tages der Stonewall Riots eine Kundgebung gegen Queerfeindlichkeit in Ungarn und weltweit statt.

Viele kleine Aktionen zeigen außerdem, wie kreativ und bunt ganz Frankfurt sein kann: Vor dem Familiengesundheitszentrum in der Günthersburgallee stecken kleine Flaggen in den Blumenkästen. „Ist es nicht schön bunt?“, fragen die Verantwortlichen auf Instagram. Die Apfelweingaststätte Dauth-Schneider tut ihre Meinung in den sozialen Netzwerken kund: Menschenrechte sind einfach keine politische Angelegenheit. Auch die VGF macht mobil – sie twittert den ganzen Tag in Regenbogenfarben.

Auch Biberer Berg in Offenbach strahlt in Regenbogenfarben

Es sind nur wenige Beispiele für eine ganze Stadt, in der jeden Tag verschieden Kulturen, Werte und Sexualitäten aufeinandertreffen. Durch die Fußball-EM gelangte das Thema in ein größeres Scheinwerferlicht – das in Frankfurt in allen Farben des Regenbogens strahlt, genau wie am Stadion auf dem Bieberer Berg in Offenbach, auf dem Luisenplatz in Darmstadt und auf dem Rathausplatz in Bad Homburg. Das Bad Homburger Rathaus wurde gestern mit bunten Farben geschmückt. An einem der Fahnenmaste vor dem Eingang haben Oberbürgermeister Alexander Hetjes, Bürgermeister Meinhard Matern (beide CDU) und Stadträtin Lucia Lewalter-Schoor (SPD) eine Regenbogenfahne gehisst. Am Abend wurde auch das Kurhaus bunt angestrahlt. (Johanna Stein)

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