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Frankfurt: Unsicherheit auf dem Büromarkt wächst

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Von: Christoph Manus

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Büros im Frankfurter Bankenviertel sind extrem teuer. Und gerade die Spitzenmieten dürften nach Einschätzung von Maklerhäusern weiter steigen.
Büros im Frankfurter Bankenviertel sind extrem teuer. Und gerade die Spitzenmieten dürften nach Einschätzung von Maklerhäusern weiter steigen. © Michael Schick

In Frankfurt werden weniger Büroflächen neu vermietet als üblich. Dass die Unternehmen sehr zurückhaltend agieren, hat auch mit den Folgen des Kriegs in der Ukraine zu tun.

Im Frankfurter Marktgebiet ist im ersten Halbjahr 2022 nach Zahlen von Maklerhäusern unterdurchschnittlich wenig Bürofläche neu vermietet worden. Besonders schwach war der Umsatz im zweiten Quartal.

Noch die größten Flächen sicherte sich die US-Großbank Citi, die im Sommer 2024 gut 10 000 Quadratmeter im Gebäude „Taurus“ beziehen will, das gegenüber des Frankfurter Börsengebäudes entsteht. Die Anwaltskanzlei Noerr hat jetzt schon einen Mietvertrag über 8700 Quadratmeter Bürofläche im früheren BHF-Hochhaus am Opernplatz geschlossen, das, wie das Maklerhaus Blackolive mitteilt, bis 2028 vollumfänglich saniert werden soll.

Den derzeit gerade bei größeren Projekten geringen Umsatz erklären die Maklerhäuser mit einer wieder zunehmenden Verunsicherung der Unternehmen. „Der Ukraine-Krieg, die noch nicht beendete Pandemie und die stark gestiegene Inflation bremsen die Gedanken eines Umzugs“, beobachtet Kevin Nguyen, Immobilienexperte bei Blackolive. Seine Prognose für das laufende Jahr hat das Maklerhaus nach unten korrigiert. Es rechnet inzwischen nur noch mit einem Flächenumsatz von etwa 400 000 Quadratmetern.

Bei Nai Apollo sieht man ebenfalls eine steigende Unsicherheit unter den Unternehmen. Diese zeige sich etwa, wenn Mieter aktiv den Markt sondierten, sich dann aber doch für eine Verlängerung des bestehenden Vertrags entschieden. Das Maklerhaus beobachtet aber auch „Nachholprozesse im Zuge der abklingenden Corona-Krise“ – und hält ein besseres zweites Halbjahr zumindest für möglich.

Auf den Leerstand von Büroraum in Frankfurt wirken sich der Krieg, die Energiekrise, die hohe Inflation und die Angst vor einer Rezession noch nicht aus. Dieser ist nach Zahlen von Nai Apollo und Blackolive zuletzt wieder leicht gesunken. Die Mieten, die derzeit im Schnitt um die 23 Euro pro Quadratmeter, in der Spitze bei dem Doppelten liegen, dürften nach ihren Einschätzungen weiter steigen. Als Grund nennen sie insbesondere die steigenden Material- und Baukosten, aber auch eine steigende Konkurrenz um hochwertige Bestandsflächen.

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