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Frankfurt: Unmut über Pläne für Gymnasium Ost

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Von: Sandra Busch, Georg Leppert

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An Sylvia Webers Pläne für das Gymnasium Ost gibt es Kritik.
An Sylvia Webers Pläne für das Gymnasium Ost gibt es Kritik. © Renate Hoyer

Integrierte Gesamtschulen und die CDU im Römer kritisieren das Vorhaben im Nordend.

Es regt sich Unmut über den Vorschlag von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), das Gymnasium Ost in den Günthersburghöfen im Nordend zu bauen. Für die umliegenden integrierten Gesamtschulen (IGS) sei dies „ein schwerer Schlag in die Magengrube“, schreibt Ansgar Kirschner, Pädagogischer Leiter der Seckbacher Friedrich-Ebert-Schule, an den Stadtelternbeirat und Stadtschüler:innenrat. Seine Schule, IGS Nordend und IGS Herder würden ein Oberstufengymnasium an dem Standort bevorzugen.

Für die Gesamtschulen sei das aus „wirtschaftlichen und bildungspolitischen Gründen die einzig sinnvolle Option“. Im Osten Frankfurts fehle es nicht an Schulplätzen im gymnasialen Bildungsgang. Sie seien nur lediglich nicht am Gymnasium frei.

An der Friedrich-Ebert-Schule hätten in diesem Sommer weitere 75 Schulplätze im gymnasialen Bildungsgang im Jahrgang 5 vergeben werden können, so Kirschner. Doch sehr viele Eltern schickten ihre „gymnasialen“ Kinder nur auf reine Gymnasien – „und zwar nicht nur aus Überzeugung für das dreigliedrige Schulsystem, sondern zum Teil auch aus fehlendem Wissen über die IGS“.

Für die Goethe-Uni und beim Studienseminar seien viele IGSen längst sehr gefragte Hospitationsorte für modernen Unterricht – „in der breiten Öffentlichkeit herrscht dagegen immer noch viel Unkenntnis über unsere Art des Arbeitens vor“. So würden Schüler:innen an der IGS in ihrem individuellen Tempo arbeiten, kein eigentlich gymnasial geeignetes Kind müsse eine Klasse wiederholen, nur weil es in einem einzigen Fach die Anforderungen mal zwei oder drei Jahre nicht erfüllen könne.

Stattdessen bekomme es in seinem „Problemfach“ die nötige Zeit, die Defizite aufzuholen. Ein Gymnasium in den Günthersburghöfen würde „nicht nur uns immens schaden“, so Kirschner. Auch an den Gymnasien ginge noch jahrelang alles weiter wie bisher. Denn die neuen Gymnasialplätze stünden ja auch erst nach einem langwierigen Bauprozess zur Verfügung.

CDU gegen zwei Standorte

Auch die bildungspolitische Sprecherin der CDU im Römer, Sara Steinhardt, kritisierte das Konzept. Sie stört vor allem, dass die Oberstufe nur vierzügig geplant ist. In den restlichen Jahrgangsstufen soll es jeweils sechs Klassen geben. Der Hintergrund ist eine klimapolitische Entscheidung: Nach einer Einigung der Koalition sollen in den Günthersburghöfen keine versiegelten Flächen bebaut werden. Die Konsequenz sind zwei Standorte mit eher kleinen Gebäuden,

Die Klassen fünf bis acht sollen auf das Gelände des ehemaligen Betriebshofs des Amts für Straßenbau und Erschließung ziehen. Das Schulhaus für die höheren Jahrgänge liegt an der Dortelweiler Straße und kann keine sechs Klassen bis zum Abitur aufnehmen. „Man kann niemandem erklären, warum ein zentrales, von außen verkehrlich erschlossenes Schulgebäude die angrenzenden Freizeitgärten mehr beeinträchtigen soll als eine Zerstückelung des kompletten Geländes durch ein Wegesystem, auf dem Lehrer permanent zwischen zwei Standorten hin- und herhetzen müssen“, sagte Steinhardt.

Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) locke Kinder an integrierte Gesamtschulen mit dem Versprechen, auf diesem Weg Abitur machen zu können, sagte Steinhardt. Gleichzeitig baue sie ein Gymnasium, dessen Oberstufe keine Schüler:innen von Gesamtschulen aufnehmen könnte. „Das ist doch ein absoluter Widerspruch“, so Steinhardt.

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