Feiern

Unliebsame Partys

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Bürger und Ortsbeiräte in Frankfurt fordern mehr Sanktion auf öffentlichen Plätzen und auch in den Grünanlagen.

Berge von Müll und Flaschen, dazu Musik bis in die Morgenstunden. Der Günthersburgpark hat sich in der Corona-Krise zum Treffpunkt für Trink- und Feierfreudige entwickelt. Anwohner fordern mehr Kontrollen und Sanktionen – wie auch Bürger an anderen Plätzen im Nordend. Polizei und Ordnungsamt sind mit ihrer Arbeit zufrieden. Zusammen mit einem Vertreter des Grünflächenamts berichteten sie in der Sitzung des Ortsbeirats 3 am Donnerstag über die Situation in Parks und auf Plätzen.

Fünfmal habe die Polizei den Günthersburgpark in den vergangenen Monaten räumen lassen, sagt Giovanni Li Fonti, Leiter des 6. Reviers. Vor allem an den Wochenenden kämen Hunderte meist junger Menschen, „dann wird getrunken und laut Musik gehört“. Viele Anwohner hätten sich beklagt. Beschwerden habe es schon 2019 gegeben, „wahrscheinlich wegen Corona und der Temperaturen“ seien es nun mehr.

Die Polizei setze viel Personal ein, sagt Li Fonti. Zivile Beamte, Kollegen aus anderen Revieren und die Bereitschaftspolizei. Das Überfallkommando sei mit einem Drogenspürhund vor Ort gewesen. Bußgelder verhänge die Polizei kaum. Bei großen Ansammlungen könnten nur wenige erreicht werden. Bei Alkoholisierten führten Kontrollen oft zu Konflikten. „Wir versuchen, die Leute nach Hause zu schicken.“ Schließlich gehe es nicht um Straftaten, sondern um Ordnungswidrigkeiten. Der Sommer sei für die Polizei anstrengend, „das Ergebnis ganz gut“, sagt der Revierleiter, wofür er aus dem Publikum Gelächter erntet.

Beschwerden am Luisenplatz

Mehrere Bürger hatten den Ortsbeirat im Vorfeld über Partys mit Lärm und Dreck informiert. In der vergangenen Woche hatten sich erst die Stadtteilpolitiker in Bornheim und im Ostend mit dem Thema befasst. Dem Grünflächenamt ist das Problem bewusst. 30 Prozent mehr Abfall im Vergleich zu den vergangenen Jahren habe die Stadt 2020 entsorgen müssen, sagt Abteilungsleiter Bernd Roser. Der Günthersburgpark werde mittlerweile täglich gereinigt. Kommendes Jahr gebe es größere Mülleimer. Auch in anderen Grünanlagen sei das „Phänomen“ zu beobachten. „Das ist ein harter Kampf für uns.“ Für viele sei es aber die einzige Alternative, sich draußen aufzuhalten.

Mehrere Fraktionen im Ortsbeirat forderten weitere Schritte der Polizei. Es reiche nicht aus, „was sie tun“, sagt Thomas Fruhwirth (FDP). Nils-Christian Grafflage (CDU) regt Platzverweise an, Musikboxen müssten konfisziert werden. Claudia Ehrhardt (CDU) fragt, ob es sinnvoll sei, den Park nachts abzuschließen und ein Alkoholverbot auszusprechen.

Rechtlich sei ein Alkoholverbot nicht möglich, sagt Peter Bühner von der Stadtpolizei, die im Park Dutzende von Einsätzen gehabt habe. Aufenthaltsverbote könnten nur ausgesprochen werden, wenn es zuvor massive Straftaten gegeben habe. Für eine Parkschließung fehlten Tore und Zäune, sagt Bernd Roser.

Auch Anwohner des Luisenplatzes klagten über abendliche Partys. Zum Teil träfen sich dort bis zu 500 Personen, viele von außerhalb. Vor allem durch Kioske, die nachts verkauften, blieben die Leute lange. Anwohner überlegten bereits wegzuziehen. Ortsbeiräte regten an, die Stühle dort zu entfernen. Helfen könnten auch Streetworker, sagt Michael Mirsch (Grüne). Bislang habe der Fokus auf dem Friedberger Platz gelegen. „Wir müssen alle Plätze im Blick haben“, so Willi Preßmar (Grüne).

Der Ortsbeirat bespricht das Thema in der kommenden Woche mit Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU).

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