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Für eine Campusmeile muss der Alleenring mehr Aufenthaltsqualität bekommen, finden Forscherinnen und Forscher.
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Für eine Campusmeile muss der Alleenring mehr Aufenthaltsqualität bekommen, finden Forscherinnen und Forscher.

Wissen für Frankfurt

Frankfurt University of Applied Sciences bietet Forschung für alle

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
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Die Professorinnen und Professoren der University of Applied Sciences geben in Mini-Vorträgen im Internet Einblicke in ihre Arbeit. Jeden Monat erscheint eine neue Charge.

Die Wissens-Häppchen sind da. Zu ihrem 50. Geburtstag lanciert die Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) die Aktion „Wissen to go“. In kleinen Audiobeiträgen erläutern Professoren und Professorinnen der Hochschule, was sie eigentlich den ganzen Tag machen. Also die Eckpunkte ihrer Forschung.

„Als Hochschule für Angewandte Wissenschaften ist uns der Praxisbezug schon immer sehr wichtig gewesen“, sagt Hochschulpräsident Frank Dievernich dazu. Wissen müsse geteilt werden, findet er. „Wir verstehen unsere Rolle als Hochschule in Zukunft noch mehr als Wissenstankstelle, an der Menschen dann, wenn sie es brauchen, aktuelles wissenschaftliches Wissen abrufen können.“

Seit Montag, 10. Mai, sind die kleinen, allgemein verständlichen Vorträge im Internet abrufbar. Zumindest eine erste Charge davon. Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie stellt die UAS die Beiträge erst nach und nach online. So lassen sich jeden Monat neue Episoden entdecken. Insgesamt sollen es 50 werden, jeweils drei bis fünf Minuten lang.

School of Finance und Deutsche Nationalbibliothek gehören zur Campusmeile.

So präsentiert der Architekt Jean Heemskerk, Professor für Baukonstruktion, Entwerfen und Technischem Ausbau, die Überlegungen zum Thema Campusmeile. Das ist sozusagen das Konzept Museumsufer auf die Frankfurter Hochschullandschaft übertragen.

„Frankfurt ist bekannt als Finanzmetropole, als Luftverkehrsknotenpunkt, als Messe- und Museumsstandort“, referiert Heemskerk. „Frankfurt ist aber auch eine Stadt der Bildung und der Wissenschaft.“ Diesen Punkt soll besagte Meile stärker ins Bewusstsein rücken, auch international.

Wissen zum 50. Geburtstag

Die Frankfurt University of Applied Sciences feiert das 50. Jahr seit ihrer Gründung. Dafür präsentiert sie Auszüge aus ihrer Forschung in kurzen, allgemein verständlichen Vorträgen im Internet. Jeden Monat erscheint ein Schwung neuer Audiodateien auf der Website. Im Oktober könnte es ein Campusfest geben.

Zusätzlich finden in den kommenden Monaten mobile Aktionen im Stadtraum statt sowie ein Gewinnspiel, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein individuelles und persönliches Coaching in Wert von mehr als 1000 Euro am Campus „Weiterbildung und Lebenslanges Lernen“ der Hochschule gewinnen können.

Sobald es Pandemie und die damit verbundenen Abstandsregeln zulassen, werden an verschiedenen Orten in der Stadt Stelen zu finden sein. Die Stelen sind mit einem QR-Code versehen, der mit den Audiobeiträgen auf der Jubiläumswebsite verknüpft ist. Wer den Code mit seinem Smartphone scannt, bekommt eine Portion „Wissen to go“ direkt aufs Handy.

www.frankfurt-university.de/wissentogo

Konkret geht es um die Bildungseinrichtungen am Alleenring. Auf knapp 2,5 Kilometern sind die Goethe-Universität zu finden, die Frankfurt School of Finance, die Deutsche Nationalbibliothek und die Frankfurt UAS. Sie sollen stärker zusammenrücken, im Internet, aber auch in der realen Welt. Die Umsetzung dieser Idee bringt alle möglichen aktuellen und zukunftsweisenden Themen ins Spiel, findet Heemskerk: Wie lässt sich Bildung digital und vor Ort vernetzen? Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Wie entwickelt sich der öffentliche Raum?

Ein paar Ideen: Es braucht mehr nachhaltige Verkehrskonzepte. Gerade am stark befahrenen Alleenring gibt es viel zu viel Lärm und Abgase. Damit verbunden müsste sich der öffentliche Raum wandeln. Hin zu mehr Aufenthaltsqualität mit Sport und Freizeitmöglichkeiten, statt nur Autostraße zu sein. Rückschläge gibt es auch zu verdauen. Erst kürzlich hat die Stadt Frankfurt das Ansinnen aus dem Nordend-Ortsbeirat abgelehnt, eine Tram über den Alleenring fahren zu lassen.

Gesundheitsökonom und Professor für Pflegemanagement Thomas Busse lenkt den Blick in einem anderen Vortrag auf das Pflegepersonal, insbesondere im OP-Bereich. 7,1 Millionen Operationen bereitet es im Jahr vor oder unterstützt die Ärzte dabei. Der OP-Saal gilt als der „Motor des Krankenhauses“. Wenn der nicht funktioniere, „hat das ganze Krankenhaus ein Problem“.

Blick auf den Campus der Frankfurt University of Applied Sciences, vor Corona.

Busse und sein Team stellen aber fest, dass die Berufe im Pflegebereich an Attraktivität verloren haben. Schon länger macht er sich Gedanken, wie man die Arbeitsbedingungen verbessern müsste, um mehr junge Menschen zu begeistern. Die aktuelle Pandemie hat die Lage nicht gerade verbessert. Die Krankenhaus-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mehr denn je starkem Druck ausgesetzt.

Noch nicht überlaufendes Naherholungsgebiet: das Kinzigtal.

Martina Klärle, Professorin für Landmanagement und Vizepräsidentin der Frankfurt UAS, rechnet dann noch vor, wie viele Quadratmeter Solarfläche die Frankfurter pro Person und Jahr bräuchten, um ihren Stromverbrauch selber decken zu können. Sie kommt auf zehn bis 15 Quadratmeter.

Mobilität der Zukunft: Bereits 2018 präsentiert die University of Applied Sciences den autonom fahrenden Kleinbus Cube auf ihrem Campus.

Petra K. Schäfer, Professorin für Verkehrsplanung und Expertin für bisher weniger bekannte Naherholungsgebiete in Hessen, forscht, wie sich die Interessen von Radlerinnen und Radlern, Wandersleuten und anderen Erholungsuchenden mit denen der Bewohner:innen in den bereisten Gebieten vereinen lassen. Ein Stichwort ist der sogenannte Freizeitverkehr, der zum Beispiel entsteht, wenn halb Frankfurt mit dem Auto in den verschneiten Taunus fährt und die Anlieger mit Lärm und Abgasen leben müssen.

Konkret ist Schäfer mit dem Naturraum Kinzigtal befasst, zwischen Hanau und Steinau an der Straße gelegen. Dort gibt es nicht nur schönes Grün und den Fluss Kinzig, sondern auch eine ICE-Strecke und die Autobahn. Nach Erholungsraum klingt das zunächst nicht, das Potenzial ist aber da. Und auch die Konflikte: Naturschutz trifft auf Wanderschuhe und Mountainbikes, die auch nicht immer da fahren, wo sie sollen. Schäfer und ihr Team wollen darum nachhaltige Konzepte erarbeiten, die alle Interessen unter einen Hut bekommen. Angewandte Wissenschaft eben.

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