Mehr Anerkennung statt Applaus forderten die Demonstrantinnen und Demonstranten.
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Mehr Anerkennung statt Applaus forderten die Demonstrantinnen und Demonstranten.

Frankfurt

Uniklinik Frankfurt: Mitarbeiter fordern bessere Arbeitsbedingungen – gerade während Corona-Pandemie

  • vonClara Gehrunger
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Die Corona-Pandemie erschwert nach wie vor die Arbeit des Personals in der Uniklinik Frankfurt. Das soll sich ändern.

  • Frankfurt: Krankenhauspersonal fordert bessere Arbeitsbedingungen
  • Mitarbeiter müssen coronabedingt auf anderen Stationen im Frankfurter Krankenhaus arbeiten
  • Fehlende Masken in der Klinik in Frankfurt erschweren die Arbeit während der Corona-Pandemie

Darf ich jetzt gehen?“ Der Satz klingt hart, aber Marianne Henrici zwinkert dabei. Es ist Donnerstagnachmittag, die Pflegehelferin ist schon eine Weile unterwegs. Vom Universitätsklinikum, wo sie arbeitet, ist sie mit Kollegen unter Beachtung der Sicherheitsabstände demonstrierend in Richtung Friedensbrücke gezogen.

Uniklinik Frankfurt: Verdi fordert während Corona-Pandemie bessere Arbeitsbedingungen

Die laut der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi 200 Teilnehmer fordern gerade während der Corona-Pandemie verbesserte Arbeitssituationen für alle Beschäftigten der Uniklinik: regelmäßige Corona-Tests, ausreichend Schutzkleidung und Ruhezeiten sowie monatliche Zusatzzahlungen. Verdi hatte zu der Demonstration aufgerufen, nachdem auf bisherige Forderungen an Politik und Arbeitgeber keine Änderungen gefolgt waren. Für Henrici hat sich wegen der Pandemie viel verändert. „Ich bin jetzt permanent auf der Krebsstation“, erzählt die Pflegehelferin, die eigentlich auf der Geburtsstation arbeitet. „Für mich ist das sehr belastend, man ist schließlich auf sein Gebiet spezialisiert.“

Wegen Corona: Umverteilung des Personals im Krankenhaus Frankfurt

Auch auf der Intensivstation werden Helfer von anderen Stationen eingesetzt, berichtet Cyril, die auch vor der Krise dort tätig war. „Wir hatten schon immer viel Arbeit, aber wegen Corona ist die Belastung deutlich gestiegen.“ Mehr Lohn habe es dafür bisher noch nicht gegeben. Bei der Frage nach Überstunden stutzt Cyril einen Moment, dann sagt sie: „Wir müssen unsere Überstunden ja eintragen, aber ich glaube, das hat unter meinen Kollegen noch niemand gemacht.“ Krankenschwester Christiane Schories fordert Anerkennung, die über abendlichen Applaus hinausgehen müsse: „Wir sind mehr wert!“ Der Umgang mit der Pandemie habe verdeutlicht, „wie marode unser Gesundheitssystem ist“. Ein Schild unterstreicht: „Profite pflegen keine Menschen.“

Frankfurt: Erschwerte Arbeitsbedingungen im Krankenhaus durch Corona

Marianne Henrici weist auf die „katastrophale Versorgung“ mit Schutzmasken hin. Auf der Krebsstation habe jedes Zimmer eine Schleuse vor der Tür. „Normalerweise muss man beim Verlassen jeder Schleuse die Maske wechseln. Zurzeit dürfen wir das nur, wenn sie entweder durchnässt oder von außen dreckig ist.“ Wie alle Demonstranten trägt sie eine Maske. Die habe sie schon den ganzen Tag an. Manchmal werde ihr schwindlig, weil sie darunter auf Dauer zu wenig Sauerstoff bekomme. Angenehme Arbeitsbedingungen seien das nicht.

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