Mit der Bahn fahren statt mit dem Auto: bringt 20 „Changer Points“ fürs Klima.
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Mit der Bahn fahren statt mit dem Auto: bringt 20 „Changer Points“ fürs Klima.

Klimabündnis

Frankfurt und Gießen tun was

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Der Start der Aktion „Gutes Leben ist einfach“ ist am 7. September. Die Anmeldung für alle Interessierten läuft.

Wer rettet das Klima? Entweder alle oder niemand. Das Klimabündnis, vor 30 Jahren gegründet, und seine inzwischen mehr als 1700 Mitgliedskommunen weltweit sagen: am besten alle. Zum Beispiel mit der Aktion „Change the Future“ (deutsch: Verändere die Zukunft) – und da treten jetzt Frankfurt und Gießen im freundlichen Wettstreit gegeneinander an.

„Es geht darum, Bürgerinnen und Bürger zu mobilisieren, ihren Lebensstil zu verändern“, sagt Silke Lunnebach in der Frankfurter Klimabündnis-Zentrale. Die Leute sollen ihre Gewohnheiten dahingehend umstellen, dass es dem Klima zugutekommt. Dafür stellt das Bündnis sein Online-Werkzeug „Change the Future“ zur Verfügung. Es ist Teil der Kampagne „Gutes Leben ist einfach“ und wird im Rahmen eine EU-Projekts gefördert.

„Das Werkzeug bietet ganz einfache Möglichkeiten, wie ich CO2 sparen und den Planeten schützen kann“, sagt Silke Lunnebach. „Wir hatten ja gerade den Earth-Overshoot-Day“, also den Tag, an dem wir so viele natürliche Ressourcen verbraucht haben, wie wir eigentlich erst am Ende des Jahres verbraucht haben dürften, „und es geht darum, die Beschlüsse des Klimaabkommens von Paris zu erfüllen.“ Da kommt es unter anderem darauf an, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Wie kann ich da mithelfen? „Change the Future“ macht es den Teilnehmenden leicht und bietet 24 Möglichkeiten, sogenannte Changer Points (Verändererpunkte) zu sammeln. Wer etwa auf den Standby-Modus bei Elektrogeräten verzichtet, erhält drei Punkte. Wer unverpackt kauft: zehn Punkte. Wer Bahn statt Auto fährt: 20 Punkte. Sachen teilen statt besitzen: 30 Punkte. Und wer sich einmischt, etwa beim Ernährungsrat mitmacht oder Teil der Energiewende wird, indem sie oder er Leute überzeugt, zu Ökostrom zu wechseln, nimmt die Höchstpunktzahl 45 mit.

20 Partner aus elf Ländern

„Es gibt schon so viele CO2-Rechner im Internet“, sagt Silke Lunnebach. „Wir wollten andere Aspekte dazunehmen und es mit dem Punktsystem relativ einfach machen, ohne dass man groß rechnen muss.“ Das Team beschloss unter anderem, dass mehr Punkte erhält, wer mehr Aufwand treibt.

20 Partner aus elf Ländern beteiligten sich an der Entwicklung seit 2018. Und inzwischen haben sich 120 Gruppen sowie mehr als 600 Einzelpersonen zum Punktesammeln angemeldet. Ganz weit vorn in der Ergebnisliste liegen zurzeit Teams aus Rumänien und aus der Pilotkommune Brackenheim, Unterstützer der ersten Stunde.

Aber jetzt werden Frankfurt und Gießen sicher rasant aufholen, denn im September beginnt ihr Wettstreit. Im Bündnis vertreten durch Lea Mistele (Justus-Liebig-Uni Gießen) und Tobias Brinck (Goethe-Uni Frankfurt), sollen sich so viele Menschen wie möglich beteiligen und Punkte sammeln. „Mitmachen können alle, ob jung oder alt“, sagt Silke Lunnebach. Das Klimabündnis unterstützt beide Städte schon lange in ihren Klimaschutzbestrebungen.

Am 7. September beginnt das Duell, die sogenannte Challenge. Wer dabei sein will, kann sich unter www.change-the-future.eu registrieren (dort den Link „Über das Tool“ anklicken). Es folgen dann weitere Angebote wie etwa Radtouren zu nachhaltigen Orten in Frankfurt und Gießen, ein Workshop zur Abfallvermeidung und Anfang Oktober zwei Picknicks zum Abschluss der Challenge – alles mit Online-Registrierung für Interessierte.

„Man sagt, wenn jemand drei bis vier Wochen lang sein Verhalten ändert, bestehen gute Chancen, dass er auch dabei bleibt“, sagt die Projektkoordinatorin. Das Klimabündnis schickt zwischendurch Erinnerungsmails („Hast du wirklich gemacht, was du dir vorgenommen hast?“) und freut sich über alle, die sich anmelden – egal, für welchen Zeitraum.

Mitmachen: www.change-the-future.eu. Ein Stimmungsvideo die Partneragentur Scholz und Volkmer zur Kampagne „Gutes Leben ist einfach“ ist auf dem Onlineportal Youtube zu sehen.

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