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Frankfurt: Umweltbewusst das Internet durchforsten

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Von: George Grodensky

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Haben sich etwas vorgenommen: Elisa Pacios, Milena Köhler Abril, Hannah Zörgiebel (von links).
Haben sich etwas vorgenommen: Elisa Pacios, Milena Köhler Abril, Hannah Zörgiebel (von links). © christoph boeckheler*

Studentische Kampagne möchte für die Suchmaschine Ecosia an der Goethe-Uni etablieren. Engagement außerhalb des Seminars.

Was gut ist für die Umwelt, ist gut für den Menschen. Beide sind schwerlich voneinander zu trennen. Umweltschutz ist auch Menschenschutz. „Wir sind ja diejenigen, die ohne die Natur nicht überleben werden“, sagt Milena Köhler Abril (28). Elisa Pacios (24) und Hannah Zörgiebel (27) sehen das ähnlich. Zu dritt haben sie es sich mit Muffins und Picknickdecke im Schatten eines Seesternbaums auf dem Campus Westend der Goethe-Uni gemütlich gemacht. Nicht, um zu philosophieren. Sondern, um die Welt ein bisschen besser zu machen.

Die Studentinnen sind Teil der Kampagne „FFM on Ecosia“. Ihr Ziel: Auf den Computern der Goethe-Uni Ecosia zur Standardsuchmaschine zu machen. Denn die ist umwelt- und menschenfreundlich, spendet 80 Prozent ihres Gewinns an Naturschutz- und Sozialprojekte. Das heißt nicht, dass künftig niemand mehr Google, Bing oder „Duck Duck Go“ auf dem Campus nutzen darf. Nur soll Ecosia beim Start des Internetbrowsers als erste Wahl auftauchen.

Suchen

Ecosia ist eine Suchmaschine für das Internet, so wie Google. Ecosia sucht allerdings mit ökologischem Impetus. Das Berliner Unternehmen, 2020 mit dem deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet, spendet 80 Prozent seines Gewinns an gemeinnützige Naturschutzorganisationen und Sozialprojekte. Die forsten zum Beispiel den atlantischen Regenwald von Brasilien wieder auf oder versuchen, die Sahelzone vor Desertifikation zu bewahren.

Die Oberfläche der Suchmaschine ist von Ecosia, Suchergebnisse und Anzeigen, die in der Suche auftauchen, stammen von der Microsoft-Suchmaschine Bing. Es sind die Klicks auf die Anzeigen, die Gewinn generieren. sky

Kontakt zur Kampagne „FFM on Ecosia“ über E-Mail an ecosia-frankfurtmain@gmx.de

Instagram: ffm_on_ecosia

Facebook: Ffm on Ecosia

Drei weitere Mitstreiterinnen zählen zur Kampagne, die sich im November formiert hat: Lea Bauer, Karen Thiede und Madleen Sezlak. Die Gruppe wirbt mit kleinen Aufklebern für ihre Idee, trägt sie auch im Seminar vor. An einem Digitalforum mit mehreren Fachbereichen der Uni hat sie auch teilgenommen. Bislang seien die Reaktion meist positiv. „Klimaschutz leicht gemacht“, sagen viele. Kritik gäbe es auch, etwa dass die Suchergebnisse bei Google direkter auftauchen. Das US-Unternehmen „sammelt seit Jahren viel mehr Daten ein“, sagt Köhler Abril.

„Ecosia hat sich weiterentwickelt, wird immer treffsicherer und auch übersichtlicher“, findet Elisa Pacios. Die 24-Jährige hat die Idee aus Münster mitgebracht. Beim Praktikum im Umweltamt hat sie zum Thema recherchiert, weil die Stadt überlegt, Ecosia als Suchmaschine zu übernehmen. Die Uni Münster hat das bereits getan, so wie die Uni Freiburg, wie 198 weitere Hochschulen weltweit und die Deutsche Bahn.

Schwierig sei es aber, die richtigen Ansprechpartner:innen in Frankfurt zu finden. Bislang entscheidet jeder Fachbereich selbst über seine Suchmaschinen. Die sechs Studentinnen schreiben jetzt Anträge ans Präsidium, ans Hochschulrechenzentrum, an mehrere Fachbereiche. Ein gewisser Aufwand. Einmal die Woche treffen sie sich, verteilen Aufgaben. Creditpoints, Zertifikate oder eine Bescheinigung bekommen sie dafür nicht, ihr Engagement ist reines Ehrenamt.

Aber auch das gehöre zur Uni-Bildung dazu, findet Pacios. „Studieren heißt mehr als nur zu studieren. Engagement außerhalb des Seminars ist auch wichtig.“ Zudem sei es nach der Corona-Zeit auch schön, wieder zusammen kommen zu dürfen, hat Hannah Zörgiebel beobachtet. „Mit Leuten zu tun zu haben, sich zu vernetzen, zu sehen, was sonst alles noch an der Uni läuft.“ Auch das stützt die Eingangsthese: Was gut ist für die Umwelt, ist gut für den Menschen.

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