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Yusuf Yerkel bei seinen Tritten im Jahr 2014.
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Yusuf Yerkel bei seinen Tritten im Jahr 2014.

Frankfurt

Frankfurt: Umstrittener Erdogan-Berater „ein enormer Störfaktor“

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Verbände lehnen die Berufung des Erdogan-Vertrauten Yusuf Yerkel zum türkischen Handelsattaché im Frankfurter Generalkonsulat ab.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) hat empört auf die Berufung von Yusuf Yerkel zum Handelsattaché im türkischen Generalkonsulat in Frankfurt reagiert. Der Bundesvorsitzende der TGD, Atila Karabörklü, sagte der Frankfurter Rundschau am Dienstag: „Wir können das nicht akzeptieren, dass eine militante Person, ein Extremist und Antidemokrat als Handelsattaché eingesetzt wird“.

Seine Berufung werde „ein enormer Störfaktor“ sein in Hessen und Frankfurt, aber auch innerhalb der türkischen Community, fügte Karabörklü hinzu. Er steht der TGD nicht nur bundesweit vor, sondern amtiert zugleich als hessischer Landesvorsitzender der Türkischen Gemeinde. Sie vertritt die Interessen von Deutschen mit türkischer Migrationsgeschichte und Türk:innen in Deutschland.

Einer türkischen Zeitung zufolge soll Yerkel in den nächsten Wochen Handelsattaché des türkischen Generalkonsulats in Frankfurt werden. Das Generalkonsulat äußerte sich auf FR-Anfrage nicht.

Yusuf Yerkel war Berater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Yerkel wurde 2014 durch Fotos bekannt, die zeigen, wie er nach einem Grubenunglück in der westtürkischen Stadt Soma auf einen am Boden liegenden Mann eintrat, von dem er sich nach eigenen Angaben provoziert gefühlt hatte. Zwar wurde Yerkel wenige Wochen nach den Tritten von seinem Posten entbunden, doch blieb er in Erdogans Diensten. Erst Jahre später entschuldigte sich Yerkel bei seinem Opfer.

„Wichtiger Standort“

Nun kehrt er offenbar auf die politische Bühne zurück. Das Generalkonsulat in Frankfurt sei „ein wichtiger Standort“, urteilte TGD-Chef Karabörklü. „Das ist eine offensichtliche Demonstration gegenüber der türkischen Community, aber auch gegenüber Deutschland und Europa.“ Der linksgerichtete Verband DIDF (Föderation demokratischer Arbeitervereine) verurteilte Yerkels Ernennung und forderte die „sofortige Rücknahme“. Man werde die Berufung nicht schweigend hinnehmen. „Wenn der Ernennungsbeschluss nicht widerrufen wird, werden wir Yerkels arbeiterfeindliches Gesicht zusammen mit allen Arbeiter:innen, Gewerkschaften und Antifaschist:innen unserer Stadt zeigen und entlarven“, erklärte die Frankfurter DIDF.

Die Linksfraktion im hessischen Landtag äußerte ebenfalls ihren Protest. „Für uns ist klar: Wer auf einen wehrlos am Boden liegenden Arbeiter eintritt, darf nicht Handelsattaché im türkischen Generalkonsulat werden“, befand ihre integrationspolitische Sprecherin Saadet Sönmez. „Dieser Mann kann nicht die türkische Gemeinde in Hessen vertreten.“ Die Linken-Politikerin gab ihrer Hoffnung Ausdruck, „dass deutsche Stellen deutlich machen, dass Yerkel in Hessen nicht willkommen und für den Posten als Attaché im Generalkonsulat ungeeignet ist“.

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