+
Der erste Blick auf die Stadt soll gründlich verändert werden.

Verkehr

Frankfurt: Umbau des Hauptbahnhofs beginnt ab Herbst

  • schließen

Nach langer Verzögerung will die Deutsche Bahn den Frankfurter Hauptbahnhof umbauen, unter anderem mit einer neuen B-Ebene.

Die Deutsche Bahn will den Frankfurter Hauptbahnhof von Herbst an umbauen. Die Arbeiten an Frankfurts größter Verkehrsstation begännen „in der zweiten Jahreshälfte“, sagte ein Bahnsprecher auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Eine Genehmigung durch das Eisenbahn-Bundesamt liege seit Januar 2019 vor.

Vor vier Jahren stellte die Bahn gemeinsam mit dem damaligen Planungsdezernenten Olaf Cunitz (Grüne) den Bahnhofsumbau vor und nannte dabei einen Zeitplan von 2016 bis 2020. Der Baubeginn verzögerte sich in der Folge allerdings, weil das Eisenbahn-Bundesamt verlangte, die Bahn solle die Planunterlagen nachbessern, vor allem beim Brandschutz.

Gebaut werde nun in „mehreren Abschnitten“ bis „Ende 2024“, sagte der Bahnsprecher. Die Kosten wurden zuletzt mit 135 Millionen Euro angegeben.

Am Frankfurter Hauptbahnhof sind täglich etwa eine halbe Million Menschen unterwegs. Sie drängen sich vor allem auf den Flächen, die zu den Fern- und Regionalzügen führen. Um die Reisenden besser zu verteilen, will die Bahn eine neue Verteilerebene im Untergeschoss des Gebäudes einziehen. Von der S-Bahn kommend können Fahrgäste dann unterirdisch bis zu den Fernzügen laufen. Im Eingangsfoyer des Bahnhofs wird der Boden aufgerissen, Rolltreppen und Treppen führen in die Verteilerebene. Vorbilder sind die Bahnhöfe in Leipzig oder Hannover. Von der Kaiserstraße und von der Empfangshalle in die B-Ebene hinab soll je ein Aufzug fahren.

Die B-Ebene im Bahnhof will die Bahn umgestalten, mit grauen Fliesen am Boden und LED-Lichtern an den Decken. Die Geschäfte in der B-Ebene sollen mehr Platz bekommen, die weitläufige B-Ebene schmaler werden. Um die Rückzugsorte für Drogenkonsumenten zu minimieren, will die Bahn fünf Zugänge zur B-Ebene schließen. Dabei handelt es sich um den zentralen Zugang auf dem Vorplatz, der mit einem gläsernen Dach geschlossen werden soll, sowie einen Zugang zur Münchener Straße, Karlstraße, Mannheimer Straße, Poststraße. Während der Arbeiten nutzt die Bahn den Bahnhofsvorplatz, um Material zu lagern.

Erst ab Ende 2024 kann die Stadt Frankfurt den Vorplatz umgestalten. Die Pläne des Architekturbüros Schneider + Schumacher liegen schon seit 2008 in der Schublade.

Vorgesehen ist, dem Vorplatz, der vielen Reisenden den ersten Eindruck von Frankfurt vermittelt, ein neues Erscheinungsbild zu geben. Die Taxis, die derzeit weite Flächen in Anspruch nehmen, sollen zur Nordseite des Bahnhofs umziehen. Auf dem Vorplatz entsteht so mehr Platz für „Events“, etwa zur Bahnhofsviertelnacht.

An der Nordseite des Bahnhofs soll ein Logistikzentrum entstehen, wo Waren angeliefert und Müll abgeholt werden soll. Ein Parkhaus für 200 Fahrzeuge und 700 Fahrräder ist geplant.

Der Radentscheid-Kompromiss der Stadt sieht außerdem einen neuen Radweg am Hauptbahnhof vor. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) hatte angekündigt, die Gleise der Straßenbahn ausbauen zu wollen. Der Ausbau geht wohl zulasten der Spuren für den Autoverkehr.

Wo genau sich der neue Fernbahnhof im Hauptbahnhof befinden soll, ist derzeit noch unklar. Die Bahn will im Frühjahr 2021 eine Machbarkeitsstudie vorlegen. Der Bau des sieben Kilometer langen Fernbahntunnels wäre wohl bis 2036 möglich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare