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International Holocaust Remembrance Alliance

Frankfurt übernimmt Antisemitismus-Definition

  • Hanning Voigts
    vonHanning Voigts
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Der Magistrat will sich an der Formulierung der „International Holocaust Remembrance Alliance“ (IHRA) orientieren. Judenhass kann sich danach auch als Kritik am israelischen Staat tarnen.

Die Stadt Frankfurt orientiert sich ab sofort offiziell an der Arbeitsdefinition der „International Holocaust Remembrance Alliance“ (IHRA), um Antisemitismus zu definieren. Wie die Stadt mitteilte, habe der Magistrat sich zu diesem Schritt entschieden, um verschiedene Erscheinungsformen von Judenhass besser bekämpfen zu können.

Die Arbeitsdefinition Antisemitismus der 1998 gegründeten zwischenstaatlichen Organisation IHRA wurde 2016 formuliert und definiert Antisemitismus als „eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann“. Antisemitismus richte sich „in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen“. Die kurze IHRA-Definition wird von zahlreichen Staaten und Institutionen weltweit angewendet, auch von der deutschen Bundesregierung.

Die Übernahme der Definition sei ein starkes Signal, sagte Bürgermeister Uwe Becker (CDU), der zugleich Beauftragter des Landes Hessen gegen Antisemitismus ist. „Unsere Stadt fühlt sich gerade auch aufgrund ihrer großen jüdischen Tradition in besonderem Maße den hier lebenden Jüdinnen und Juden verbunden“, sagte Becker. „Wir alle müssen uns für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus in unserer Stadt engagieren, denn er ist das Gift, das den gesellschaftlichen Zusammenhalt zerstört.“

In Deutschland und nun auch in Frankfurt wird dabei meistens eine erweiterte Definition verwendet, in der ein von der IHRA genanntes Beispiel für Antisemitismus zu einem Teil der Definition wird. Darin heißt es, dass „auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird“, Ziel antisemitischer Angriffe sein könne. Dass Judenhass sich auch als Kritik am israelischen Staat tarnen kann, ist in der Antisemitismusforschung relativ unstrittig, sorgt aber immer wieder für heftige politische Auseinandersetzungen.

Die IHRA-Definition schaffe einen Rahmen, „der überall auf der Welt den Menschen als Kompass im Umgang mit Antisemitismus dient und Judenhass in seiner gesamten Breite umschließt“, sagte Bürgermeister Uwe Becker. Klare Definitionen seien wichtig, weil die Gefahr bestehe, dass die Gesellschaft sich zunehmend an subtile Formen antisemitischer Agitation gewöhne.

Judenhass werde oft nicht erkannt, wenn er „nicht in Springerstiefeln daherkommt“, so Becker. Dem antisemitischen Hass entgegenzutreten, sei aber eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, „denn Antisemitismus betrifft nicht alleine oder zuvorderst die jüdische Gemeinschaft, er betrifft die gesamte Gesellschaft“. han

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