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Frankfurt: Übernachtungen steigen leicht

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Von: Steven Micksch

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Die Stadt Frankfurt sieht in den Zahlen für 2021 einen leichten Aufwind, aber die Coronafolgen bleiben spürbar. Einige Übernachtungsbetriebe werden noch schließen.

Die Frankfurter Gäste- und Übernachtungszahlen haben sich im zurückliegenden Jahr leicht erholt. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sprach bei der Präsentation der Kennzahlen von einem Silberstreif am Horizont. „Etwas Hoffnung ist angebracht“, sagte Feldmann.

Dennoch können sich die touristischen Kennzahlen nicht mit jenen der Vor-Pandemie-Jahre messen. 2021 kamen rund 2,14 Millionen Übernachtungsgäste nach Frankfurt (minus 1,2 Prozent im Vergleich zu 2020) und es gab 4,19 Millionen Übernachtungen insgesamt (plus 2,5 Prozent).

Lichtblicke, so Feldmann, gebe es, wenn man die Quartale einzeln betrachte. Im ersten Quartal gab es – lockdownbedingt – bei den Gästezahlen einen Rückgang von 79,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im zweiten Quartal folgte dann ein Plus von 45 Prozent, im dritten waren es 38,3 Prozent und im vierten dann sogar 177 Prozent. Dies habe vorrangig auch mit dem Weihnachtsmarkt zu tun, der in Frankfurt durchgeführt wurde.

Auch die Übernachtungen profitierten davon: Im vierten Quartal stiegen sie um 143 Prozent. Das Aufkommen von Omikron im Dezember habe hier sogar noch gebremst, sagte Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus- und Congressgesellschaft.

Unbestreitbar sei aber die Verlagerung der Gästezahlen aus In- und Ausland. In den zurückliegenden Jahren hielten sich beide in etwa die Waage. Mittlerweile liege der Binnenmarkt, also das Inland, bei fast 70 Prozent. „Es ist schwierig für die internationale Stadt Frankfurt, wenn so ein Riesenanteil aus dem Ausland wegbricht“, analysierte Feda. Als Beispiel nannte er China, das sonst die zweitgrößte Gruppe an ausländischen Gästen stellte. Wo 2019 noch fast 194 000 Besucher:innen kamen, waren es 2021 gerade noch knapp 17 000.

Dementsprechend gingen auch die Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland um 7,4 Prozent zurück: 1,3 Millionen schliefen in der Stadt. Festzustellen war, dass Reisende aus den angrenzenden europäischen Ländern in größerer Zahl zu Besuch kamen. Großbritannien, Frankreich, Italien und Niederlande sind dabei maßgeblich zu nennen. Das größte ausländische Gästekontigent stellten aber die Vereinigten Staaten von Amerika (107 577).

Feldmann und Feda erwarten nun eine schrittweise Erholung der Gäste- und Übernachtungszahlen. Wie groß diese Schritte werden, müsse abgewartet werden. Positiv stimme aber die weiterhin steigende Verweildauer. Durchschnittlich 1,96 Tage bleiben in- und ausländische Gäste in der Metropole. 2019 waren es nur 1,74 Tage.

Auch der Bereich rund um Messen, Incentives, Kongresse und Events zeige in diesem Jahr einen positiven Trend. Es gebe bereits eine große Nachfrage für diese Veranstaltungen, so Feda. Auch schon vorausschauend auf die Jahre 2024 und 2025.

Wie sich die Zahl der Beherbergungsbetriebe entwickle, könne man ebenfalls noch nicht sicher sagen. Neben spektakulären Schließungen (Hessischer Hof, Villa Kennedy) habe es einen Anstieg der Betriebszahlen um 51 auf 275 im Vergleich zu 2020 gegeben. Noch bauen einige Hotels um und stehen deswegen aktuell nicht zur Verfügung. Ob die Zahl 311 aus dem Jahr 2019 wieder erreicht werde, müsse sich zeigen. Klar sei aber, dass es noch einige wirtschaftsbedingte Schließungen geben werde, so Feda. Aber: In diesem Jahr würden auch sechs bis sieben neue Hotelprojekte in der Stadt an den Start gehen. Das Bettenangebot werde also weiter hoch bleiben.

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