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Frankfurt: U4-Strecke über den Campus Westend bleibt möglich

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Von: Florian Leclerc

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Hält die U4 künftig am Uni-Campus Westend? Das müssen die Stadtverordneten entscheiden. Foto: Renate Hoyer
Hält die U4 künftig am Uni-Campus Westend? Das müssen die Stadtverordneten entscheiden. Foto: Renate Hoyer © Renate Hoyer

Der Magistrat in Frankfurt legt sich auf zwei Favoriten beim Lückenschluss zwischen Bockenheim und Ginnheim fest.

Beim Lückenschluss der U-Bahn-Linie U4 zwischen Bockenheim und Ginnheim hat der Magistrat sich auf zwei Favoriten festgelegt. Es ist die Variante von Ginnheim über Europaturm direkt zur Bockenheimer Warte – also ohne einen Anschluss des Campus Westend. Außerdem: von Ginnheim über den Europaturm und den Uni-Campus Westend zur Bockenheimer Warte. Dafür spricht sich unter anderem die Goethe-Universität aus.

Zuletzt hatte der Magistrat eine Machbarkeitsstudie vorgestellt. Sie sieht mehrere Varianten vor, von denen der Magistrat nun einige verworfen hat. Keine Aussicht auf Erfolg habe die Variante von Ginnheim über das Geldmuseum und den Uni-Campus Westend zur Bockenheimer Warte, mit Untervarianten oberirdisch und im Tunnel. Der oberirdische Verlauf lasse sich wegen der Bundesbank und dem US-Konsulat nicht umsetzen. Der unterirdische Verlauf sei wegen der tiefen Unterfahrung der Bundesbank zu teuer.

Auch die Variante von Ginnheim an Europaturm und Uni-Campus vorbei südlich des Grüneburgparks zur Bockenheimer Warte verfolgt der Magistrat nicht weiter. Denn dabei wäre ein aufwendiger Neubau des Anschlussbauwerks an der Station Bockenheimer Warte nötig, mit umfänglichen Betriebsunterbrechungen der U4.

Eine favorisierte Variante über den Campus Westend – durch den Grüneburgpark – wurde zuletzt von Initiativen kritisiert, die den Baumbestand gefährdet sehen. Um eine Auswirkung auf die Bäume und das Grundwasser zu bewerten, lässt der Magistrat derzeit verschiedene Gutachten erstellen, begleitet von den Fachämtern. Durchgeführt würden Messungen, Sondierungen und Untersuchungen. Sie mündeten jeweils in ein hydrogeologisches, geologisches, geotechnisches Gutachten und ein Baumwertgutachten.

In der Vorplanung, die nun erfolgt, sollen die Varianten, die wiederum Untervarianten haben, noch genauer untersucht werden. Eine Vorplanungsvorlage, welche die Stadtverordneten beschließen könnten, soll Ende 2023 fertig sein.

Die Stadtbahn Entwicklungsgesellschaft (SBEV), die derzeit die Verlängerung der U5 ins Europaviertel bauen lässt, übernimmt künftig gemeinsam mit der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) den Lückenschluss der U4 zwischen Bockenheim und Ginnheim. Auch das gab der Magistrat bekannt. Die Stadtverordneten müssen noch zustimmen.

Die SBEV soll dann einen neuen Namen bekommen: Stadtbahn Entwicklung und Verkehrsinfrastrukturprojekte Frankfurt, weiterhin abgekürzt als SBEV. Der Gesellschaftervertrag wird entsprechend geändert.

Der Magistrat rechtfertigte den Lückenschluss mit dem entsprechenden Bedarf. Die U-Bahn-Linien U1, U2, U3 und U8 seien überlastet. Eine zweite Nord-Süd-Verbindung sei nötig. Prognostiziert würden 13 000 bis 17 000 neue Fahrgäste pro Tag. Für den Lückenschluss rechnet der Magistrat inzwischen mit Kosten von 300 bis 400 Millionen Euro.

Das Projekt befindet sich in einer sehr frühen Planungsphase. Es soll nun in die Vorplanung gehen.

Der Magistrat bevorzugt zwei Varianten für den Lückenschluss der U4. Grafik: FR Layout
Der Magistrat bevorzugt zwei Varianten für den Lückenschluss der U4. Grafik: FR Layout ©  FR Layout

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