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Gleise an der Wendeanlage im Südbahnhof.

Verkehr

Frankfurt: U-Bahnen ab Montag wieder in Betrieb

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Mit einem Fußmarsch durch den Tunnel unterm Main feiert die VGF das Ende der Arbeiten an den Linien U1, U2, U3, U8 sowie U4 und U7.

Es war eine spektakuläre Begehung, welche die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) organisiert hat, um den Abschluss der Arbeiten an der gesperrten U-Bahn-Tunnel-Strecke zwischen Südbahnhof und Heddernheim zu feiern: einmal unterm Main hindurch von Sachsenhausen in die Innenstadt. Festes Schuhwerk war Pflicht, ebenso die orangefarbene Warnweste. Zunächst ging es zum U-Bahn-Bahnsteig im Südbahnhof und hinab auf die Gleise, von Schwelle zu Schwelle laufend, zur Wendeanlage hinter der Station Südbahnhof.

In drei langen Tunneln, die in Stümpfen enden, haben rund 100 Meter lange U-Bahnen Platz. „Hier fährt jede U-Bahn rein, die auf der A-Strecke unterwegs ist“, sagte Michael Rüffer, der Geschäftsführer der VFG. Alle zweieinhalb Minuten parke der Fahrer die U-Bahn hier, laufe durch alle Wagen hindurch zur Fahrerkabine und fahre wieder hinaus: Zunächst zur Station Schweizer Platz, dann unterm Main hindurch zum Willy-Brandt-Platz.

Für U-Bahn-Fahrer sei das „eine Fahrt in die schwarze Nacht“, sagte Rüffer, denn der Tunnel sei normalerweise nicht beleuchtet. Außer an diesem Donnerstagabend für die Tunnelgänger, da war die Notfallbeleuchtung an. Eine Neonröhre folgte auf die nächste. Im fahlen Licht waren die Elektrokästen zu erkennen, welche die VGF auf der Strecke ausgetauscht hat, die vorhandenen Geschwindigkeitsprüfer an den Gleisen, die eine Bahn bremsen, falls sie zu schnell unterwegs ist, und auch die neuen Kabel für den sogenannten BOS-Funk, einen Digitalfunk, den Polizei und Feuerwehr benutzen.

Ein Mitarbeiter mit Taschenlampe im Tunnel auf den Gleisen. 

Fahrgäste könnten sich über eine schnellere Internetverbindung mit LTE freuen, sagte Manfred Meyer von der VGF, die Technik sei auf der gesamte Strecke verbaut. Die Einführung des noch flotteren G5-Netzes werde schon vorbereitet. Das Handy des Autors zeigte leider nur 3G, beziehungsweise UMTS an, was am preiswerten Handyvertrag lag.

Schwerpunktmäßig hat die VFG bei der sechswöchigen U-Bahn-Sperrung Weichen ausgetauscht, zehn Stück zwischen Südbahnhof und Miquelallee, weitere sieben am Betriebshof Heddernheim, denn: „Wenn eine Weiche nicht funktioniert, steht der gesamte Betrieb still“, sagte Rüffer. Unmengen an Material wurden bewegt, insgesamt 140 Tonnen, die in Arbeitszügen weggebracht wurden. Das geht nur bei einer Sperrung. Die Fahrgäste, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), hätten die sechswöchige Sperrung am Stück zu großen Teilen befürwortet, das habe eine Umfrage der Verkehrsgesellschaft ergeben: Acht von zehn Fahrgästen sei das lieber gewesen als Sperrungen über mehrere Wochenenden hinweg. Nun war das Ziel der sechswöchigen Arbeiten auf der meistbelasteten U-Bahn-Strecke aber auch, dass so schnell keine weiteren Arbeiten folgen müssen, weil vor zwei Jahren schon zahlreiche Schienen ersetzt wurden.

„Keine Fahrten“ am Gleis im Südbahnhof.  

So liefen VGF-Mitarbeiter, Politiker und Presseleute durch einen runderneuerten Tunnel, als sie an dem Wehrtor unterm Main halt machten. „Falls Wasser eindringt, schließt sich das Tor von oben, zerschneidet den Fahrdraht, und trennt den Tunnel in zwei separate Teile ab, einen nach Sachsenhausen, einen ans nördliche Mainufer“, sagt Rüffer. Getestet werde das alle fünf Jahre, allerdings werde der Fahrdraht dann abgehängt. Für Taucher ist an dieser Stelle ein „Taucherschacht“ vorgesehen; ein Notausstieg ist blau beleuchtet. Wie tief unten sich die Besuchergruppe in diesem Moment befindet, wurde sogleich variantenreich geschätzt. Laut Stadt Frankfurt lag die Baustelle für den U-Bahn-Tunnel unter dem Main, 1975 bis 1984 im bergmännischen Verfahren errichtet, bei etwa 9,5 Metern unter Tage.

Ab Montag fahren die Linien zwischen Sachsenhausen und Heddernheim (U1, U2, U3, U8) dann wieder planmäßig, auch jene nach Enkheim (U4, U7). Dafür seien noch Probefahrten am heutigen Samstag nötig, sagte Projektleiter Tugay Sazligöl. Er nutzte dieselben Worte wie zuvor Verkehrsdezernent Oesterling. „Ich hatte ein bisschen Bammel, dass wir rechtzeitig fertig werden.“ Hat aber geklappt.

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