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Die Sandstein-Schmuckelemente der Dreikönigskirche müssen einzeln auf Risse überprüft werden.
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Die Sandstein-Schmuckelemente der Dreikönigskirche müssen einzeln auf Risse überprüft werden.

Kirche Frankfurt

Frankfurt: Turm der Dreikönigskirche wird saniert

Zahn der Zeit nagt am Gemäuer. Gerüstbau hat bereits ein Jahr gedauert.

Von weiten sieht es aus, als würde der Turm der Dreikönigskirche in Sachsenhausen einen himmelblauen Brautschleier tragen. Bei näherer Betrachtung wird jedoch klar, dass es sich lediglich um ein Netz handelt, dass das etwa 80 Meter hohe Baugerüst einkleidet.

Nachdem schon zwischen 2011 und 2015 die Fassaden und das Dach am großen Kirchenschiff im Wechsel saniert wurden, ist nun der Kirchturm an der Reihe. „Aller guten Dinge sind schließlich drei“, sagt Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker. Es sei nötig gewesen, auch dem Turm, an dem der Zahn der Zeit doch ordentlich genagt habe, etwas Aufmerksamkeit zu schenken.

Auslöser der Sanierungsarbeiten seien ursprünglich Schäden an dem etwa sechs Meter hohen Turmkreuz gewesen, sagt Udo Raabe, der für die Baumaßnahmen zuständige Architekt. Nun sollen aber auch vor allem das Schieferdach neu eingedeckt und die Steinarbeiten an der Fassade überarbeitet werden. „Die Kirche soll wieder eine Einheit werden“, sagt Becker.

Unter anderem werden alte Mörtelergänzungen aus den 70er Jahren, die mittlerweile verschmutzt oder spröde sind, ausgetauscht. Auch die vielen Schmuckelemente aus Sandstein müssten einzeln auf Risse überprüft und gegebenenfalls erneuert werden. Dieses Vorgehen ist Baudezernent Jan Schneider zufolge besonders zeitaufwendig und komplex, denn „es verlangt viel Fingerspitzengefühl, um mit denkmalgeschützer Bausubstanz zu arbeiten“.

Bau

Die evangelische Dreikönigskirche wurde ende es 19. Jahrhunderts nach einem Entwurf von Dombaumeister Franz Joseph Denzinger am südlichen Mainufer in Sachsenhausen erbaut. Sie ist eine von acht Dotationskirchen von Frankfurt.

Obwohl die Kirche einige Kriegsschäden von Luftangriffen davongetragen hat, ist sie noch weitgehend im Originalzustand. prch

Doch bis die Arbeit am Turmhelm überhaupt losgehen konnte, hat es ein Jahr gedauert. So lange wurde an dem aufwendigen Gerüst gebaut. Dabei war die Steigung des Turms dem Baudezernenten zufolge eine besondere Herausforderung. „Bis der Dachdecker da oben angekommen ist, ist schon ganz viel Geld und Hirnschmalz aufgebracht worden, um das überhaupt zugänglich zu machen“, sagt er. Insgesamt flossen 3,2 Millionen Euro in die Sanierungsarbeiten. Da die Dreikönigskirche eine von acht Dotationskirchen in Frankfurt ist, ist die Stadt zu deren Unterhalt verpflichtet.

Aus statischen Gründen musste das Gerüst in zwei Teilen montiert werden. Um den oberen Teil des Gerüstes zu halten, wurden 13 Meter lange Stahlträger durch das Mauerwerk des Turms gestanzt. „Tatsächlich ist das eine traditionelle Bautechnik, die auch schon bei den originalen Bauarbeiten um 1881 angewendet wurde“, erklärt Udo Raabe.

Pendant zum Dom

Bis der Turm fertig wird, dauert es voraussichtlich noch zwei Jahre. Der Gerüstabbau wird weitere sechs Monate beanspruchen. Bis Mitte 2023 wird der Turm also nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Die Dreikönigskirche ist Uwe Becker zufolge das evangelische Pendant zum St. Bartholomäus-Dom auf der anderen Seite des Mains und somit besonders symbolisch wertvoll. „Die Kirche prägt seit ihrer Erbauung das Frankfurter Stadtbild,“ sagt der Bürgermeister und Kirchendezernent. Für ihn sind die beginnenden Sanierungsarbeiten ein schöner Schlussakkord des Ökumenischen Kirchentags. „Sie symbolisieren, dass Kirche nie fertig ist und sich immer dem Wandel der Zeit anpasst.“ (CLARA MEYER-HORN)

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