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Frankfurt: Corona-Impfzentrum in der Festhalle
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Frankfurt: Corona-Impfzentrum in der Festhalle

Frankfurter Impfzentrum

Frankfurt: Trotz Impftermin abgewiesen

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Eigentlich wollte sich eine 83-Jährige in Frankfurt ihre zweite Corona-Impfung in der Festhalle abholen. Doch am Eingang Ost schickt man sie mit ihrem Sohn weg.

Dass jener Tag Anfang April für Manfred Keßler, der in Wirklichkeit anders heißt, anstrengend werden würde, wusste er vorher. Doch mit diesem Ausgang hatte er keinesfalls gerechnet. An jenem Donnerstag sollte seine 83 Jahre alte Mutter ihre zweite Impfung mit dem Biontech-Vakzin bekommen. Doch am Osttor des Frankfurter Impfzentrums wurde den beiden der Eintritt verwehrt, obwohl die Frau in ihrer Mobilität stark eingeschränkt ist.

Denn die demenziell erkrankte Frau ist auf einen Rollator angewiesen, ohne den sie kaum einen Schritt machen kann, sagt Keßler. Die Vorbereitung, das Denken an alle Dokumente – es war eine enorme Aufregung für beide, erinnert sich der Sohn. Trotzdem war er guter Dinge, weil ja bereits drei Wochen zuvor beim ersten Impftermin – abgesehen von der langen Wartezeit – alles recht gut geklappt hatte.

Frankfurt: Security verweigert Zugang

So fuhr der Frankfurter erneut zum Osttor, das auf der Impfbestätigung explizit als Zugang für mobilitätseingeschränkte Personen mit Auto aufgelistet ist. Auch beim ersten Termin durfte er dort schon durchfahren. Diesmal allerdings verwehrt ihnen eine Frau von der Security den Zugang. „Trotz eindringlicher Bitte und Argumentation wurden wir nicht durchgelassen“, sagt Keßler. Dass er auf den im Kofferraum befindlichen Rollator verwies, änderte ebenfalls nichts. Die Sicherheitsfrau wollte beide zum Hauptzugang beziehungsweise Eingang City schicken. Dort sollte die 83-Jährige sich in einen Rollstuhl setzen.

Durch die lange Diskussion wird die Autoschlange hinter Keßler immer länger – und ungeduldiger. Auch seine demente Mutter beginnt im Auto zu weinen, weil sie die Situation nicht verstand. „Deshalb sind wir wieder nach Hause gefahren“, sagt Keßler. Mittlerweile hadert er damit weggefahren zu sein. Vielleicht hätte er einfach stehen bleiben sollen. Doch letztendlich kann er bei sich keinen Fehler entdecken. „Unfassbar! Warum wurden wir weggeschickt?“, fragt er sich heute.

Vonseiten der Sicherheitsfirma heißt es auf FR-Nachfrage, dass dort kein solcher Fall bekannt sei. Man bestätigt aber, dass Keßler mit seiner Mutter eigentlich durch das Tor Ost hätte fahren dürfen. Der Eingang City sei immer eine Alternative, da er rollstuhlgerecht sei. Die Stadt, als Betreiberin des Impfzentrums, ergänzt, dass in der Festhalle und bereits an den Eingängen jederzeit ausreichend Rollstühle zur Verfügung stehen. Auch freiwillige Helfer:innen seien vor Ort, die ältere und immobile Menschen begleiten und betreuen. Man gehe von einem Einzelfall aus, da man „durchweg positive Rückmeldungen von Impflingen“ zu den Abläufen und dem Service im Impfzentrum erhalte.

Frankfurt: Messe schaut sich Zufahrtsregeln an

Nichtsdestotrotz nehme man Beschwerden ernst, und die Messe habe sich die Zufahrtsregelungen erneut genau angeschaut. „Das Personal ist noch mal angewiesen worden, die Zufahrtsregelungen etwas lockerer umzusetzen und nach einer Plausibilitätsprüfung einen solchen Fall einfahren zu lassen. Damit ist eine besucherfreundliche Lösung gefunden, und ein solcher Fall sollte in Zukunft nicht mehr vorkommen“, sagt eine Sprecherin des Gesundheitsdezernats.

Manfred Keßler bemüht sich nun um einen neuen Termin für seine Mutter. Zumindest dann sollte sie auch den Eingang Ost nutzen dürfen. (Steven Micksch)

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