+
Im Kamelgehege ist das Trampeltier Arya neu zugezogen.

Zoo Frankfurt

Ein süßes neues Familienmitglied: Trampeltier Arya zieht in den Frankfurter Zoo ein

  • schließen

Im Zoo hüpft ein neues Kamel umher, künftig gibt’s dort keine mehr. Der Tierpark will mit seiner „Zookunft 2030+“ ganz andere Akzente setzen.

  • Zoo Frankfurt bekommt süßen Nachwuchs
  • Trampeltier Arya zieht in den Frankfurter Zoo ein
  • Kamele spielen für Zoo Frankfurt nicht mehr lange eine Rolle

Eine der größten Ungerechtigkeiten der Welt ist der Name „Trampeltier“. Sehen Sie sich nur Arya an, neustes Mitglied der Frankfurter Zoofamilie – ein Wesen, kein Jahr alt, leichtfüßig wie eine Elfe, bildschöne Augen – Trampeltier. Das passt doch vorne und hinten nicht. Warum hat man nicht den Elefanten, der ja nun wirklich trampelt, einst Trampeltier genannt und das Kamel eben Dromedar (ein Höcker) und Elefant (zwei Höcker). Würde heute niemanden wundern. Aber das nur am Rande.

Zoo Frankfurt: Arya leistet Hira Gesellschaft

Im Zoo leistet Arya, aus Erfurt nach Frankfurt umgezogen, nun der 18-jährigen Hira Gesellschaft, nachdem Artgenossin Efrah (21) im August hatte eingeschläfert werden müssen. Allein sind Kamele nicht gern, sagt Zoodirektor Miguel Casares. Andererseits, sagt die für Säugetiere zuständige Kuratorin Sabrina Linn, „findet Hira das alles noch ein bisschen gruselig – vor allem das Selbstbewusstsein der neuen Freundin“.

Die junge Dame rennt nämlich völlig unbefangen durch die Gegend, hat vor nichts und niemandem Angst, was freilich auch erstaunt, denn: Arya schreit, während sie alles forsch erkundet, zugleich herzerweichend nach ihrer Mama! Wo ist die? In Erfurt! „Die Trennung ist nicht einfach“, sagt Sabrina Linn. „Das kann ein paar Tage dauern.“

Zoo Frankfurt: Trampeltiere können zwei Wochen ohne Wasser auskommen

Das Leben als junges Trampeltier ist hart, auch wenn man später mal so lang wie kein anderes Lebewesen ohne Nahrung (vier Wochen) und Wasser (zwei Wochen) auskommt und in zehn Minuten 100 Liter saufen kann. Das macht den Wüstenschiffen (noch so ein despektierlicher Ausdruck) niemand nach.

Arya muss sich mit Frankfurter Verhältnissen nicht allzu sehr vertraut machen – Kamele wird es hier in absehbarer Zeit nicht mehr geben. Sie spielen im Konzept „Zookunft 2030+“ keine Rolle, verkünden Direktor Casares und sein Stellvertreter, der wissenschaftliche Leiter Stefan Stadler. Der Grund: Kamele sind nicht vom Aussterben bedroht. Der Zoo aber will sich noch viel stärker jenen Tieren widmen, die es am nötigsten haben.

Zoo Frankfurt: „Artenschutz muss unser Hauptkriterium sein“

„Unser Fokus liegt künftig auf den bedrohten Arten“, sagt Casares. „Wir haben da eine Matrix.“ Die Bedingungen für die Artenvielfalt hätten sich stark verändert, sagt Stadler: „Artenschutz muss unser Hauptkriterium sein.“ Orientierung gibt die Arbeit der weltweit tätigen Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF). Dies alles, damit sich vielleicht doch noch ändern lässt, was Casares so beschreibt: „In den 20 Minuten, die wir hier bei den Trampeltieren stehen, sind weltweit wieder durchschnittlich zwei Arten ausgestorben.“

Währenddessen freut sich derZoo Frankfurt über einen kleinen Marabu. Mit dem Nachwuchs hatte noch gar niemand gerechnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare