Kultur

Frankfurt träumt vom Comeback des Balletts

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Einerseits gibt es Unterstützung für den Vorstoß der Grünen. Die Finanzierung ist aber unklar.

Die Kommunalpolitiker in Frankfurt träumen von einem städtischen Ballett von Weltgeltung wie zu Zeiten des Intendanten William Forsythe vor bald zwei Jahrzehnten. Der Vorstoß der Grünen, wieder ein Ballett als Sparte der Städtischen Bühnen zu schaffen, stößt auf Wohlwollen. Aber die Stadtregierung hatte das eigenständige kommunale Ensemble 2004 aus schnöden Einsparüberlegungen heraus gestrichen.

Doch jetzt, da der Neubau der Städtischen Bühnen ernsthaft angegangen werden soll, fordern die Grünen, auch wieder ein Ballett zu berücksichtigen. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) schwärmt im Gespräch mit der FR geradezu von der Ära Forsythe und den damaligen Aufführungen. „Ich fand das großartig.“ Sie hält es für „sehr überlegenswert“, wieder eine dritte Sparte neben Oper und Schauspiel zu schaffen. „Die Gespräche darüber sollten auf jeden Fall geführt werden.“

Andere Städte einbeziehen

Beifall für die Idee der Grünen gibt es auch von der CDU. „Ich finde das grundsätzlich eine gute und richtige Idee“, sagt der kulturpolitische Sprecher der CDU im Römer, Thomas Dürbeck. Der Tanz verdiene in der Frankfurter Kulturpolitik größere Aufmerksamkeit. Dürbeck erinnert sich an die Anhörung im vergangenen Jahr im Kulturausschuss des Stadtparlaments zur Lage der Tanzszene in Frankfurt. Damals sei der Bedarf sehr deutlich geworden.

Der kulturpolitische Sprecher ist freilich auch Realist genug, um die Frage aufzuwerfen, „wie das bezahlt werden soll“. Seiner Ansicht nach sollte Frankfurt nicht alleine die Kosten eines städtischen Balletts tragen. Dürbeck schlägt vor, die Städte Wiesbaden und Darmstadt in ein gemeinsames Projekt einzubeziehen. Die selbstständige Sparte Ballett hatte die Stadt Frankfurt zuletzt etwa 6,5 Millionen Euro im Jahr gekostet.

Als Ersatz für die gestrichene städtische Sparte hatte William Forsythe 2005 die private The Forsythe Dance Company gegründet. Die Finanzierung teilten sich das Land Hessen, der Freistaat Sachsen, die Städte Frankfurt und Dresden. Auch private Fördervereine und Sponsoren engagierten sich und geben bis heute Geld.

Als Forsythe sich 2015 zurückzog, übernahm Jacopo Godani die Leitung des Ensembles, das seither Dresden Frankfurt Dance Company heißt. Da der Finanzierungsvertrag bald ausläuft, verhandeln die vier Partner gerade über die künftige Unterstützung des Ensembles.

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