Tourismus in Frankfurt

Frankfurt: Tourismus wächst kräftig weiter

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Noch hält der Tourismusboom in Frankfurt an. Zumindest für die Hoteliers könnte die Situation aber schwieriger werden.

In den ersten sechs Monaten des Jahres haben die Frankfurter Beherbergungsbetriebe bereits fast 5,2 Millionen Übernachtungen verkauft. Das sind 5,8 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2018. Auch die Zahl der Übernachtungsgäste lag im ersten Halbjahr mit fast drei Millionen so hoch wie noch nie.

Tourismuschef Thomas Feda spricht von einer sehr guten Bilanz; für Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) zeigen die Halbjahreszahlen, dass das Städtereiseziel Frankfurt „als weltoffene und lebendige Metropole weiterhin im Trend“ liege. Er weist insbesondere auf die gestiegene Anzahl von Privatreisenden hin, die Frankfurt besuchen.

Dass im Juni erstmals seit vielen Monaten weniger Menschen in Frankfurt übernachteten als im Vorjahreszeitraum, ist für Feda noch kein Grund zur Sorge. Im vergangenen Jahr habe die Chemiemesse Achema den Hoteliers sehr viele Übernachtungen beschert. Diese findet aber nur alle drei Jahre statt.

Obwohl die Zahl der für den Frankfurter Tourismus immer wichtigeren chinesischen Städtereisenden nach langem Anstieg zuletzt etwas rückläufig war, rechnet Feda damit, dass die Übernachtungszahlen in diesem Jahr zum zweiten Mal jenseits der Zehn-Millionen-Marke liegen. So ist die Zahl der Reisenden aus den Vereinigten Staaten erneut deutlich gewachsen. Zuwächse gab es auch etwa bei Übernachtungen von Menschen aus dem Vereinigten Königreich, Indien und Japan. Auf niedrigem Niveau steigen die Gästezahlen aus Osteuropa sehr stark an. Zudem wächst das Inlandsgeschäft weiter kräftig.

Für die Hoteliers könnten die Zeiten dennoch etwas schwieriger werden. Nachdem die Übernachtungs- und Bettenzahlen jahrelang parallel wuchsen, ist die Zimmerauslastung nach Jahren der Stagnation nun etwas gesunken. Sie liegt, obwohl die Verweildauer pro Gast etwas stieg, nur noch bei etwa 68 Prozent.

In riesigem Umfang sind in den vergangenen Jahren in Frankfurt neue Hotels entstanden, von denen viele sehr groß sind. Derzeit gibt es laut städtischer Statistik 300 Beherbergungsbetriebe, elf mehr als vor einem Jahr. Die Bettenzahl stieg sogar um mehr als 4000. Allein bis 2022 könnten nach Schätzungen der Brancheninitiative Hotel Alliance allein im First-Class- und im Luxussegment 6173 Zimmer hinzukommen. Damit die Auslastung nicht weiter sinkt, müssten die Hoteliers dann etwa zwölf Millionen Übernachtungen verkaufen.

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