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Frankfurt: Tödlicher Bahnunfall nach „Böhse Onkelz“-Konzert

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Von: Sandra Busch

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Die Bahnstation am Frankfurter Stadion war nach dem Unfall für Stunden gesperrt.
Die Bahnstation am Frankfurter Stadion war nach dem Unfall für Stunden gesperrt. © 5vision.media

Zwei Menschen sterben nach einem Konzert der Band „Böhse Onkelz“ auf den Gleisen am Frankfurter Stadion.

Nach einem Konzert der Band „Böhse Onkelz“ im Frankfurter Waldstadion sind in der Nacht zum Samstag zwei Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei befanden sich die zwei Personen etwa eineinhalb Kilometer entfernt vom Stadion auf den Gleisen, als ein Regionalexpress sie erfasste und tödlich verletzte. „Warum sie auf den Gleisen waren, ist noch unklar“, sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntag.

Die 25 Jahre alte Frau und der 45 Jahre alte Mann aus Mecklenburg-Vorpommern waren nach dem Konzertbesuch mit einer Gruppe auf dem Rückweg zum Auto. „Die Gruppe verlor sich“, berichtete der Polizeisprecher. Die anderen hätten dann am Auto auf die zwei gewartet. Es war gegen 23.40 Uhr, als der Sonderzug nach Marburg für Konzertbesucher:innen den Mann und die Frau auf den Gleisen erfasste. Der Lokführer hatte noch versucht, eine Notbremsung einzuleiten, konnte den Unfall auf der Höhe des Waldstadions zwischen Stadionbad und einer Tankstelle aber nicht mehr verhindern.

Beamt:innen der Bundespolizei sicherten die Unfallstelle ab. Zeug:innen mussten vor Ort durch die Notfallseelsorge betreut werden. Etwa 300 Fahrgäste, die sich in der Bahn befanden, konnten diese erst eine Stunde später verlassen. Die Polizei von Bund und Land war mit einem Großaufgebot vor Ort, auch ein Hubschrauber wurde eingesetzt. Die Bahnstrecke war bis zwei Uhr nachts gesperrt.

Bereits vor dem tödlichen Unfall hatte es Meldungen über Personen auf Gleisen gegeben. „Sperrungen der Strecke sind eingeleitet und dann wieder freigegeben worden, wenn sich keine Personen mehr auf den Gleisen befanden“, sagte der Polizeisprecher.

Zum Zeitpunkt des Unfalls seien alle Strecken frei gewesen. Personen auf Gleisen gebe es immer wieder mal bei Veranstaltungen, sagte er, „aber es ist nicht an der Tagesordnung“.

Chaotische Zustände?

In Frankfurt ist bei Konzerten vor allem immer wieder die Parksituation ein Problem, da zu diesen Veranstaltungen mehr Menschen mit dem Auto anreisen als etwa zu Eintracht-Spielen. Dann kommt es schnell zu chaotischen Zuständen, weil die Parkplätze überfüllt sind, es Rückstaus gibt und die Leute ihr Auto manchmal einfach irgendwo abstellen und mehrspurige Straßen überqueren.

Nach dem Unfall im Anschluss an das Konzert am Freitag mit 44000 Besucherinnen und Besuchern wird in den sozialen Medien auch über chaotische Zustände berichtet: dass vollbesetzte Taxis an den Warteschlangen vorbeiführen, dass Menschen auf den Straßen herumirrten. Der Sprecher sagte, die Polizei habe die Leute informiert. „Wir haben in den sozialen Medien informiert, Communicator eingesetzt und Lautsprecherdurchsagen gemacht.“ Er könne nachvollziehen, dass Menschen aufgebracht gewesen seien, weil sie schnell hätten nach Hause wollen. „Aber es hat gedauert, bis die Strecke wieder frei war.“

An der Mörfelder Landstraße ist es laut Polizei zu Rückstaus aufgrund der mit dem Auto abfahrenden Besucher und Besucherinnen und der zahlreichen Taxis gekommen. Menschen seien auch zu den Straßenbahnen gebeten worden, sagte der Polizeisprecher. Denn diese seien gefahren. „Allerdings hat jemand in der Straßenbahn die Notbremse gezogen.“ Deshalb sei es auch dort zu einem Rückstau gekommen.

Einsatzkräfte aus ganz Deutschland waren vor Ort, auch ein Hubschrauber wurde eingesetzt.
Einsatzkräfte aus ganz Deutschland waren vor Ort, auch ein Hubschrauber wurde eingesetzt. dpa © dpa

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