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Frankfurt: Tipps gegen Fahrrad-Diebstähle

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Von: Levin Horst

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Fahrradexperte Erhan Kotan berät zu guten Schlössern.
Fahrradexperte Erhan Kotan berät zu guten Schlössern. © Rolf Oeser

Codierung und Versicherungen können helfen, Diebstähle zu verhindern oder die Schäden zumindest klein zu halten

Man sieht sie auf den Straßen immer wieder: reifen- und sattellose Metallgestelle, die einmal komplette Fahrräder waren. Oft wird aber auch das ganze Fahrrad gestohlen. Deshalb sollte man sein Velo gut absichern. Aber nicht selten ist das Gegenteil der Fall. Denn wer kennt es nicht: man möchte noch kurz in den Supermarkt springen, um eine kleine Besorgung zu machen, und lässt sein Fahrrad „nur kurz“ unbeobachtet draußen stehen. Etwas Ähnliches ist sogar Erhan Kotan schon einmal passiert. Und der ist Verkaufsleiter der Fahrradwerkstatt „Schraube und Rad“ in der Frankfurter Innenstadt. „Unsere Kunden melden uns viele Diebstähle, manche haben ihre Fahrräder sogar auf Ebay-Kleinanzeigen gefunden.“

Um hohe Kosten bei einem Diebstahl zu vermeiden, empfiehlt der Zweiradmechanikermeister unbedingt eine Fahrradversicherung. Da die Diebstahlquote in Frankfurt besonders hoch sei, sei hier allerdings auch die Versicherung teurer als in anderen Städten.

Wird ein Fahrrad aus verschlossenen Abstellräumen, Kellern oder Wohnungen gestohlen, übernimmt die Hausratversicherung den Schaden. Darauf weist der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft hin. Meist sei jedoch die offene Straße der Tatort. Schutz biete hier eine Zusatzklausel in der Hausratpolice. Wichtiger Hinweis: Das Fahrrad muss stets durch ein verkehrsübliches Schloss gesichert sein. Von den knapp 27 Millionen Versicherungsverträgen verfügen 47 Prozent über eine Fahrradklausel, heißt es vom Gesamtverband.

Erstattet wird von Hausratversicherungen mit Fahrradklausel der sogenannte Wiederbeschaffungswert. Dieser Betrag bemisst, wie viel ein neues, gleichwertiges Rad kostet. Die Höchstentschädigung wird in der Regel auf einen bestimmten Prozentsatz des gesamten versicherten Hausrats festgelegt. Gerade für höherwertigere Räder und E-Bikes könne es sich daher lohnen, die Versicherungssumme zu erhöhen oder eine spezielle Fahrradversicherung abzuschließen, rät der Gesamtverband.

Damit es gar nicht erst zu einem Diebstahl kommt, empfiehlt Experte Kotan ein gutes Schloss. Wie sicher ein Schloss ist, erkenne man an den Sicherheitsstufen von 1 bis 15, die auf der Verpackung stehen. Ab der Sicherheitsstufe 8 sei ein Schloss zu empfehlen. „Je höher die Stufe ist, desto besser ist die Qualität, da Schlösser mit höheren Stufen aus härterem Metall bestehen“, sagt Kotan. Bügel- oder Bordo-Faltschlösser sind ihm zufolge die beste Wahl. Diese kosteten etwa 50 bis 80 Euro. Die Anschaffung eines solchen Schlosses lohne sich auch im Fall, dass das Fahrrad dennoch gestohlen wird: „Manche Versicherungen greifen bei Diebstählen erst bei einem Schloss ab 50 Euro“,sagt Kotan. Aber: „Natürlich sollte man auch richtig abschließen.“ Und zwar am besten auf Hüfthöhe, damit der Dieb keine Kraft auf die Zange ausüben könne.

Neben Versicherung und Schloss gibt es auch die Möglichkeit der Fahrradcodierung. Diese hilft vor allem, das Fahrrad nach einem Diebstahl dem rechtmäßigen Besitzer zuzuordnen. Die Gravur auf dem Rahmen schreckt aber auch manche Langfinger ab, weil sie den Weiterverkauf erschwert. Regelmäßige Codierungen bieten der Allgemeine Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) oder die Polizei an.

Die nächste Codieraktion der Frankfurter Polizei wird am 4. September im Polizeipräsidium anlässlich des Hessischen Polizeisommers veranstaltet. Der ADFC Frankfurt bietet jeden Freitag Einzeltermine nach Anmeldung an (www.adfc-frankfurt.de/termine-events/fahrradcodierung).

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