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Frankfurt: Tiertafel hilft Hunden und Katzen auf der Flucht vor dem Krieg

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Von: Thomas Stillbauer

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Kofferhund Cleo wirbt für Spenden.
Kofferhund Cleo wirbt für Spenden. © Privat

Der Verein organisiert Futter und Sachspenden für die Tiere von Geflüchteten. Ruf nach weiterer Unterstützung.

Conny Baderman hat eigentlich überhaupt keine Zeit, aber sie nimmt sich einen Moment. „Wir räumen gerade Sachspenden in den Lkw“, sagt die Vorsitzende des Vereins Frankfurter Tiertafel. „Futter, Hundebettchen, Katzenbettchen, Spielzeug, Katzentoiletten, Streu, Näpfe, Leinen, Halsbänder ...“. Jede Menge Sachspenden für jede Menge Tiere in Not.

Denn es kommen Menschen aus der Ukraine, die alles Hab und Gut verloren haben wegen des russischen Angriffskriegs – aber es kommen mit ihnen auch Tiere. „Mir blutet das Herz, wenn ich die Bilder der Geflüchteten sehe“, sagt Conny Badermann. „Und ich finde es so schön, dass die Leute ihre Tiere nicht zurücklassen.“ Die Rührung ist ihr anzumerken. Klar, dass diesen Menschen und ihren Gefährten geholfen werden muss.

Am Morgen des ersten Kriegstages vor einem Monat hat die Tiertafel direkt gehandelt und Notfalltaschen gepackt. Schon am Nachmittag startete der erste Transport an die ukrainische Grenze, um Tierhalterinnen und -haltern Hilfsmittel zu bringen. Verbündete übernahmen ihn dort und fuhren die Sachen weiter – bis hinein in die umkämpften Städte, bis in die U-Bahnschächte, in denen die Familien Schutz vor dem russischen Bombardement suchten.

Woher stammen die Sachspenden? „Gekauft“, sagt Conny Badermann knapp. Es habe ja zu dem Zeitpunkt noch gar keine Spenden gegeben – die Tiertafel finanziere also alles zunächst einmal selbst. Regale im Vereinssitz an der Ludwig-Landmann-Straße müssen ausgeräumt, Platz muss geschaffen werden zum Zwischenlagern der Sachen. „Wir denken erst mal nicht an Geld“, sagt die Vorsitzende, „wir wollen einfach nur helfen.“

200 Kisten haben die Helferinnen und Helfer für die Tiere aus der Ukraine gepackt, 100 Kisten für Hunde, 100 für Katzen. Und den ukrainischen Generalkonsul haben sie gefragt, wohin mit all den Spenden. Antwort: „In die Hotels, die Flüchtlingsunterkunft an der Messe, in Pensionen, zum Hauptbahnhof, zur Caritas, zum Roten Kreuz.“ Überallhin, wo geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer jetzt unterkommen.

Eine Kiste reicht für vier Wochen. Außerdem werden Flugblätter verteilt, auch auf Ukrainisch natürlich, wohin sich die Leute wenden können, etwa um tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Der Futterlieferant der Tiertafel weiß Bescheid und kann bei Bedarf reagieren, wenn mehr nötig ist. Dafür braucht der Verein Spenden. „Wir hoffen, dass die Menschen helfen“, sagt Conny Badermann. Es gehe auch darum, dass die Geflüchteten und ihre Tiere zur Ruhe kommen könnten und die schlimme Flucht aus ihrem Zuhause verkrafteten.

In normalen Zeiten versorgt die Frankfurter Tiertafel mehr als 700 Hunde, Katzen und andere Tiere, deren Besitzerinnen und Besitzer die Pflege und medizinische Versorgung ihrer Gefährten selbst nicht bezahlen könnten. Viele der Tiere sind alt und krank und brauchen teure Spezialverpflegung.

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