Menschen jeden Alters versammeln sich, um Tiere vor dem Homo sapiens zu schützen.  
+
Menschen jeden Alters versammeln sich, um Tiere vor dem Homo sapiens zu schützen.  

Protest

Frankfurt: Tierrechtsorganisation Ariwa fordert Schließung von Schlachthäusern

  • vonSabrina Butz
    schließen

Die Tierrechtsorganisation Ariwa fordert die Schließung von Schlachthäusern und ruft zum zweiten Mal zur Demo in Frankfurt.

Auf den Schildern zur Begründung einer veganen Ernährungsweise steht, „weil ich nicht will, dass Tiere gequält, gefoltert und getötet werden“ oder, „weil ich meine Haustiere auch nicht esse“. Die Kundgebung am Samstagmittag am Frankfurter Römer fordert nichts weniger als die Schließung aller Schlachthäuser, organisiert von der Tierrechtsorganisation „Animal Rights Watch“, kurz Ariwa. Anschließend zieht ein Demonstrationszug mit etwa 130 Teilnehmenden aus verschiedenen Altersgruppen über die Alte Oper zum Hauptbahnhof und wieder zurück zum Paulsplatz – mit Masken und Abstand untereinander.

In Frankfurt findet diese Demonstration erst zum zweiten Mal statt, die Organisatoren sprechen von einer globalen Bewegung, die ständig wachse. 2018 beteiligten sich laut Ariwa-Angaben 35 Städte in 15 Ländern, von Vancouver über Melbourne bis Zagreb. Die Organisatoren sprechen sich gegen alle Arten von Ausbeutung und Ungerechtigkeit aus, auch gegen Rassismus und Sexismus.

Gleichzeitig werden Filme gezeigt, die auf die Zustände in der Zucht und Haltung von Schweinen aufmerksam machen – mit entsprechendem Warnhinweis, dass Kinder unter 12 Jahren das nur mit Begleitung anschauen dürfen. Auch über Tierquälerei im Zirkus wird informiert.

Die meisten Menschen würden diese Zustände schlicht verdrängen, sagt Steffen. Der 38-Jährige aus Aschaffenburg kam über eine ARD-Dokumentation über Ferkelzucht dazu, seine Essgewohnheiten zu hinterfragen und isst inzwischen vegan. Er betont, dass viele Menschen zum Beispiel gar nicht wüssten, dass eine Kuh ständig schwanger gehalten werde, um das ganze Jahr über Milch zu produzieren. 

Ungerechtigkeiten begegnen

Auch die 34-jährige Esther ist aus Aschaffenburg zur Demonstration gekommen, um für Ariwa Fotos zu machen. Sie erklärt, dass Aktivismus ein Ventil sein könne, um Ungerechtigkeiten zu begegnen. Und sie hoffe, das Thema „unter die breite Masse zu bringen, denn nichts tun ist nicht genug“. Die Forderung nach der Schließung aller Schlachthäuser sei symbolisch, sagt Heiko Weber. Der Ariwa-Vorsitzende erklärt bei der Kundgebung, dass Schlachthäuser „die Ausbeutung von Menschen, von Tieren und der Natur sichtbar“ machten. Und dass die Forderung, die Schlachthäuser zu schließen gerade in Corona-Zeiten brandaktuell sei: Nicht nur aufgrund der vielen Infektionen durch „die prekären Arbeits- und Lebensbedingungen“, sondern auch, weil der Ursprung der Pandemie auf einem Tier- und Fleischmarkt vermutet werde, so Weber.

Als Hauptursache der tierischen Krankheitserreger gelten die fortschreitende Zerstörung von natürlichen Lebensräumen von Wildtieren und die weltweite industrielle „Nutztierhaltung“, wie Ariwa auf Flyern erläutert. Weber will, dass „die Leute zum Nachdenken kommen“.

Ein weiterer Redner auf der Kundgebung macht auf die Fassaden der meisten Produkte aufmerksam, hinter denen Ausbeutung, Kinderarbeit und Klimaschäden stünden, und wie diese „mit Blick auf Covid-19 und den Klimawandel bröckeln“. Auch der selbst in der Tierrechtsbewegung aktive Rapper „Albino“ tritt auf.

Die Tötung „für den Konsum von Fleisch, Milch und Eiern sei ethisch nicht zu rechtfertigen“, sagt Simon Anhut, Koordinator bei Ariwa. Er hält das Leid der Tiere, die Gefährdung der öffentlichen Gesundheit und den negativen Beitrag zum Klimawandel für „vollkommen unnötig“. Kein Mensch brauche Tierprodukte, der Übergang zu einer „gesunden, umweltfreundlichen und veganen Lebensweise sei möglich“, so Anhut.

www.schlachthaeuser-schliessen.de

Kommentare