Kultur

Frankfurt: Theater am Zoo für junge Menschen

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Stadtverordnete wollen am Donnerstag das Kinder- und Jugendtheater im Zoogesellschaftshaus beschließen.

Frankfurt soll ein eigenständiges Kinder- und Jugendtheater im Zoo-Gesellschaftshaus bekommen und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt ein neues Verwaltungsgebäude, das „Frankfurt Conservation Centre“ am östlichen Zoo-Eingang an der Ecke Rhön- und Waldschmidtstraße. Im Kulturausschuss wurde das Vorhaben der schwarz-rot-grünen Koalition mit Mehrheit beschlossen. Am Donnerstag soll die Stadtverordnetenversammlung das Projekt auf den Weg bringen.

Zeitlich biete sich an, zunächst das „Frankfurt Conservation Centre“ zu errichten, um darin Teile der Zoo-Verwaltung und der Zoologischen Gesellschaft, die im derzeit im Gesellschaftshaus residieren, unterzubringen. So ließen sich Interimskosten sparen, wie aus einem Magistratsbericht hervorgeht. Schon im Frühjahr hatte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) eine Illustration des geplanten Gebäudes präsentiert, das sich wie ein Bumerang an die Rhön- und Waldschmidtstraße schmiegt. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, die sich international für Artenschutz engagiert, will einen erheblichen Teil des Neubaus durch Spenden finanzieren.

Das Zoo-Gesellschaftshaus, so hatte eine Untersuchung ergeben, sei für ein Kinder- und Jugendtheater gut geeignet. Es liege unmittelbar am Familienort Zoo, biete ausreichend Platz für Theater, Pädagogik, Veranstaltungen, Technik, Lager, Werkstatt und eine kleine Gastronomie. Das Fritz-Rémond-Theater könne den Spielbetrieb bis Ende der Spielzeit 2021/2022 aufrechterhalten. Es hätte nach dem Umbau 120 Plätze.

Im Kinder- und Jugendtheater soll den Plänen zufolge ein großer, multifunktionaler Saal mit 500 Plätzen errichtet werden. Dieser wäre unterschiedlich bestuhlbar und ließe sich in einen mittleren Raum mit 350 Plätzen sowie einen kleinen Raum aufteilen. Der Umbau wird von der Museumsbausteine GmbH gemanagt.

Das Zoo-Gesellschaftshaus, ein klassizistisches Gebäude aus dem Jahr 1875, ist sanierungsbedürftig. Die Kosten für die Sanierung sowie für den Umbau werden mit 48 bis 52 Millionen Euro angegeben. Aufgrund der Höhe der Kosten sowie der Folgekosten durch den Betrieb sprach das städtische Revisionsamt sich gegen das Projekt aus. Diese Empfehlung ist nicht bindend.

Der Magistrat verweist darauf, dass derzeit 126 000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Frankfurt lebten, 68 Prozent davon hätten eine Migrationsgeschichte. Für diese jungen Menschen gelte es eine kulturelle Grundversorgung aufzubauen, die Entwicklung der eigenen Talente zu fördern, die Erfahrung des Anderen zu ermöglichen. Bislang fehle dafür ein zentraler Ort.

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