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Frankfurt: Theater-Festival zum Mitmachen

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Von: Levin Horst

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Das Festival „Implantieren“ beginnt am 10. September. Unser Bild zeigt Asja und Jonathan Schmidt-Colinet. Bild: promo
Das Festival „Implantieren“ beginnt am 10. September. Unser Bild zeigt Asja und Jonathan Schmidt-Colinet. Bild: promo © Implantieren Festival

„Implantieren“ ist anders als andere Theater-Festivals: „Wir zeigen keine Produktionen, sondern geteilte künstlerische Praktiken“, heißt es. Los geht’s am 10. September

Woher kommt der weit verbreitete Gedanke, dass man eh nichts ändern könnte? Das fragen sich auch der Verein ID-Frankfurt (Independent Dance und Performance), wenn es um das Thema Protestieren geht. Asja, das ist ein Künstlername, und Jonathan Schmidt-Colinet werden vom 10. September bis zum 26. Februar kommenden Jahres ihr Projekt „Art of Protest (Beginners)“ auf dem Theaterfestival „Implantieren“ in Frankfurt vorstellen.

Beide sind befreundet und haben ihr Projekt gemeinsam erarbeitet. Es befasse sich mit unterschiedlichen Protestformen und mit der Erarbeitung eigener Ideen der Teilnehmer:innen zum Thema Protest. „Art of Protest (Beginners)“ ist eines von acht Projekten, die beim diesjährigen Festival angestoßen werden.

Das „Implantieren“ ist die bereits fünfte Ausgabe des alle zwei Jahre stattfindenden Performance-Festivals. Es ist Teil von „Festivalfriends“, ein Festival-Verbund der Freien Darstellenden Künste. „Wir zeigen keine Produktionen, sondern geteilte künstlerische Praktiken“, sagt Nora Schneider vom Festivalteam. Es unterscheide sich dabei von einem herkömmlichen Festival.

Vier Projekte bieten Künstlerinnen und Künstler vom Verein an. Die übrigen vier Praktiken kamen durch einen öffentlichen Aufruf dazu. Ob Protest, Geschlechterbewusstsein oder die Akzeptanz des eigenen Körpers, „die Praktiken sprechen immer eine spezielle Community an“, sagt Svenja Polonji, die auch im Festivalteam arbeitet.

Ganz nach dem Motto „Beziehungsweisen“ hoffe man, dass Leute mit ähnlichen Interessen zusammenkommen und Kompliz:innen finden, mit denen sie Beziehungen aufbauen und pflegen können. „Das bedarf keines Zeitraums von wenigen Tagen“, meint Schneider. „Verschiedene Perspektiven ermöglichen es, anders über Theater nachzudenken“, sagt Schmidt-Colinet. „Ohne dieses Festival wäre das nicht möglich“, fügt Asja hinzu.

Nicht nur für die Gäste, sondern auch für die Künstler:innen soll das Festival Platz für den offenen Diskurs im Umgang mit gesellschaftlichen Themen bieten. „Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die bereit ist, Streit anzunehmen. Proteste sollten ernst genommen werden“, sagt Asja.

Alle Kurse sollen ein bis zwei Mal im Monat stattfinden. Man kann sich per E-Mail oder unter 2022-23.implantieren-festival.de anmelden. Die Veranstaltungen sind kostenlos.

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