Insgesamt 15 Beamte suchten nach dem vierjährigen Chihuahua, der in einen Kaninchenbau schlüpfte und verschwand.
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Insgesamt 15 Beamte suchten nach dem vierjährigen Chihuahua, der in einen Kaninchenbau schlüpfte und verschwand.

Gebührensatzung

Frankfurt: Teure Rettung aus dem Kaninchenbau

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Ein aufwendiger Feuerwehreinsatz in der Gallusanlage kostet den Hundebesitzer rund 1000 Euro. Einsätze werden minutiös nach Personal und Fahrzeugen abgerechnet.

Es war ein teurer Spaziergang mit „Rosa“ in der Gallusanlage. Ein Mann war am Samstag mit seiner vierjährigen Chihuahua-Hündin in der Innenstadt unterwegs. Das Tier verschwand in der Nähe des Willy-Brandt-Platzes in einem Kaninchenbau und ward nicht mehr gesehen. Nachdem der Hundebesitzer über Stunden vergeblich versucht hatte, Rosa wieder aus dem Bau zu holen, rief er gegen 17.30 Uhr die Feuerwehr an und bat um Hilfe.

Ein Anruf, der Herrchen mindestens 1000 Euro kosten wird. Denn die Feuerwehr musste nicht nur eine Endoskopkamera des Sonderdienstes Umwelt und Sicherheit bemühen, sondern setzte insgesamt 15 Beamte ein, die Schätzungen vornahmen und Löcher buddelten. Dass es sich um einen kostenpflichtigen Einsatz handelt, war dem Mann vorab mitgeteilt worden. „Der Hundebesitzer hat sein Einverständnis erklärt“, heißt es dazu im Einsatzbericht der Feuerwehr.

Die Kosten für einen Feuerwehreinsatz sind in der „Gebührensatzung für Leistungen der Feuerwehren der Stadt Frankfurt am Main“ geregelt und im Internet einsehbar. Die Abrechnung erfolgt je 15 Minuten und zwar pro eingesetztem Beamten und Fahrzeug. Ein Beamter des mittleren Dienstes etwa kostet 12,25 Euro pro Viertelstunde, ein Beamter des höheren Dienstes schlägt mit 21,50 Euro zu Buche. Bei den Einsatzfahrzeugen liegen die Gebühren für 15 Minuten zwischen 12,25 Euro und 84 Euro. Der Kommandowagen des stellvertretenden Amtsleiters ist ein echtes Schnäppchen, das Rettungsschnellboot sollte man hingegen besser nicht zu lange in Anspruch nehmen.

135 Minuten Arbeit

Errechnet werden die Kosten im Nachgang von der Verwaltung der Feuerwehr anhand der Einsatzberichte der einzelnen Gewerke, die vor Ort waren. Feuerwehrsprecher Andreas Mohn hat die Gebühren für den Einsatz vom Samstag, bei dem die Hündin Rosa nach 135 Minuten gerettet werden konnte, grob überschlagen: „Das dürfte zwischen 1000 und 1500 Euro kosten.“

Die Notrufnummer 112 wird Mohn zufolge bei allen möglichen „Notfällen“ genutzt: „Es ruft auch mal jemand an, der seine Bankkarte sperren lassen will.“ Auch in vielen anderen Fällen ist die Feuerwehr gar nicht zuständig. Etwa wenn es um die Öffnung von Türen geht; privatwirtschaftliche Schlüsseldienste wären nicht begeistert von einem entsprechenden Engagement der Feuerwehr.

Auch bei Tieren verweist die Frankfurter Feuerwehr in vielen Fällen auf die UNA-Tierrettung, einen privaten Verein, der kostenpflichtig hilft und sich Einsatzzeit und Anfahrt bezahlen lässt. Ob der Tierrettungsdienst am Samstag auch Rosa hätte helfen können und dies womöglich günstiger gekommen wäre, ist nicht bekannt.

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