Im Eingangsbereich des Bürgeramts auf der zeil bilden sich regelmäßig lange Schlangen.
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Im Eingangsbereich des Bürgeramts auf der Zeil bilden sich regelmäßig lange Schlangen.

Ämter

Frankfurt: Terminstau bei Zulassungstelle

  • Helen Schindler
    vonHelen Schindler
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Die Zulassungsstelle kämpft immer noch mit den Folgen des Corona-Lockdowns. Andere Ämter haben weniger Probleme.

Die Ämter in Frankfurt sind unterschiedlich gut durch die Corona-Krise gekommen. Während die Kfz-Zulassungsstelle noch mit den Folgen des Lockdown kämpft, hat sich die Lage bei anderen Ämtern, wie dem Wohnungsamt, wieder normalisiert.

Die Zulassungsstelle des Ordnungsamts ist eine der am meisten beanspruchten Behörden dieser Tage. Das liegt in erster Linie daran, dass sie ab dem 17. März, also während der Hochsaison von Fahrzeugzulassungen, den Publikumsbetrieb einstellen musste. Obwohl ein Notbetrieb aufrechterhalten wurde und die Behörde bereits am 14. April wieder für Terminkunden öffnen konnte, hat sich ein hoher Berg an Anträgen angesammelt. Wöchentlich würden derzeit mehr als 1100 Termine im 15-Minuten-Takt abgewickelt, teilt die Behörde mit.

Obwohl das Team um zehn Nachwuchs- und neun Hilfskräfte erweitert worden sei und an einer Weiterentwicklung des Terminsystems gearbeitet werde, sei der Arbeitsaufwand nicht zu stemmen. Täglich erreichten die Zulassungsstelle durchschnittlich 270 E-Mails, im Juni seien mehr als 100 000 Anrufe eingegangen. All das führe zu Arbeitsrückständen, so dass noch rund 3600 E-Mails und im gewerblichen Bereich rund 4000 Vorgänge unbearbeitet seien. Dies führe bei Kunden und Mitarbeitern zu Frust. „Niemand hier ist zufrieden mit dieser Situation, die nicht unseren Ansprüchen an Service und Kundenorientierung entspricht“, sagt Karin Müller, die Leiterin des Ordnungsamts.

Weit weniger angespannt scheint die Lage im Wohnungsamt zu sein. Dessen Mitarbeiter kümmern sich unter anderem um die Beantragung von Wohngeld und bieten mietrechtliche Beratung an. „In den meisten Bereichen des Wohnungsamts bedarf es im Grunde keiner persönlichen Vorsprache“, erklärt Ulrich Keck. „Alle Bescheide, die wir ausstellen, werden in der Regel schriftlich erteilt.“

Viele Anträge für Wohngeld

In den vergangenen Monaten habe sich die Nachfrage in den einzelnen Abteilungen unterschiedlich entwickelt. Beispielsweise habe die Abteilung Wohnraumvermittlung wenig zu tun gehabt, derweil die Anträge für Wohngeld stark nach oben gegangen seien. „Während Corona ist diese zusätzliche Leistung für viele wichtig geworden“, sagt Keck. Um dem gestiegenen Arbeitsaufwand gerecht zu werden, habe man vorübergehend Mitarbeiter aus anderen Abteilungen hinzugezogen. „Bei uns gibt es keine Versorgungslücke“, versichert Keck. „Die Anträge werden, auch aufgrund der internen Maßnahmen, ohne größere Wartezeiten bearbeitet.“

Einen ganz eigenen Weg der Terminvergabe hat das Bürgeramt gewählt. Dort werden Termine ausschließlich kurzfristig, immer zwei Tage im Voraus, vergeben. Um die Abstandsregeln einhalten zu können, müsse die Behörde mit Terminvergabe arbeiten, sagt Günter Murr, der Sprecher des Baudezernats, in dem die Behörde angesiedelt ist. „Das funktioniert aber nur, wenn die Termine auch eingehalten werden. Je kurzfristiger die Kunden Termine buchen, desto zuverlässiger nehmen sie sie auch wahr. Das zeigt die Erfahrung.“ Derzeit liege die Ausfallquote bei acht bis neun Prozent.

Sagen Kunden ihre Termine ab, werden diese erneut vergeben. „Es lohnt sich, morgens um 8 Uhr in das System zu schauen, dann werden zusätzliche Termine für denselben Tag freigeschaltet“, sagt Murr.

Momentan bediene die Behörde circa 80 Prozent des Vor-Corona-Geschäfts, bearbeitet würden um die 7200 Termine pro Woche. Für viele Anliegen müssen Kunden beim Bürgeramt persönlich erscheinen, so zum Beispiel bei Ummeldungen und der Beantragung eines Personalausweises. „Seit Mai wurde die Anzahl der vergebenen Termine deutlich gesteigert“, sagt Murr. Auch die Dienstleistungen wurden ausgeweitet: So können inzwischen auch wieder Führerscheine beantragt werden. Beglaubigungen stelle die Behörde derzeit jedoch nicht aus.

„97 Prozent der Kunden warten im Wartebereich maximal 15 Minuten, bevor sie ihren Termin wahrnehmen können“, versichert Murr. Wie lange sie allerdings darauf warten, überhaupt einen Termin zu bekommen, könne man nicht überprüfen.

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