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Frankfurt: Tanzverbot an Gedenkstätten

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Von: Florian Leclerc

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Die Gedenkstätte an der EZB mit den angedeuteten Gleisanlagen.
Die Gedenkstätte an der EZB mit den angedeuteten Gleisanlagen. © Andreas Arnold

Das Tanzen an der Gedenkstätte nahe der EZB, die an die Massendeportationen während der NS-Zeit erinnert, wird verboten. Der Magistrat verschärft die Gefahrenabwehrverordnung.

An der Gedenkstätte zur Erinnerung an die Massendeportationen von Jüdinnen und Juden während der NS-Zeit, die sich nahe der Europäischen Zentralbank (EZB) befindet, ist Tanzen, Alkoholkonsum und lautes Musikhören künftig verboten. Das geht aus der geänderten Gefahrenabwehrverordnung hervor, die der Magistrat nun vorlegt hat. Die Stadtverordneten müssen noch zustimmen.

Wörtlich heißt es darin: „Es ist verboten, auf beziehungsweise an Orten der Ruhe und Stille sowie des Gedenkens an die Vernichtung jüdischen Lebens in Frankfurt am Main alkoholische Getränke zu verzehren oder anderen zum Verzehr zu überlassen, zu singen, zu tanzen, zu musizieren, Rundfunkgeräte oder andere akustische Geräte zu verwenden.“

Das Verbot bezieht sich neben der Erinnerungsstätte Großmarkthalle am Philipp-Holzmann-Weg auch auf den Ettinghausen-Platz, den Standort der früheren Synagoge in Höchst. Schon zuvor galt das Verbot an der Gedenkstätte Börneplatz sowie dem Petersfriedhof inklusive Gehweg an der Stephanstraße und der Gedenkstätte für die frühere Synagoge an der Friedberger Anlage.

Bis September trafen sich Freundinnen und Freunde der Salsa-Musik, um am öffentlich zugänglichen Teil nahe der Europäischen Zentralbank zu tanzen. Dort befindet sich ein Teil der Gedenkstätte, die an die Massendeportationen aus Frankfurt erinnert. Im Boden und an Wänden sind Zitate von antisemitisch Verfolgten sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen eingelassen.

Ein weiterer Teil der Erinnerungsstätte befindet sich auf dem Gelände der EZB und kann während Führungen besucht werden. Dort ist der Keller, der als Sammelplatz für die Deportationen diente. Von der früheren Großmarkthalle aus ließen die Gestapo und NSDAP-Gauleitung von 1941 an mehr als 10 000 Jüdinnen und Juden deportieren. Züge der Deutschen Reichsbahn brachten die Menschen in Konzentrationslager und Ghettos. Der hessische Antisemitismusbeauftrage Uwe Becker (CDU) hatte das Tanzen auf der Gedenkstätte kritisiert.

Seit September treffen sich die Salsa-Tänzer:innen unter anderem auf dem Universitäts-Campus in Bockenheim. Jumas Medoff, der Vorsitzende der Kommunalen Ausländervertretung (KAV), erreichte den Kompromiss gemeinsam mit dem Unipräsidium, dem Kulturdezernat und den Veranstaltern.

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