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Die Frankfurter K-Pop-Tanzcrew Shapgang: Mina, Nadia El Isaoui, Lara, Janella, Naomi Yeboah, Lara Funken, Kocky, Melanie, Narka, My, Shi, Wenyong, (v.li.).
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Die Frankfurter K-Pop-Tanzcrew Shapgang: Mina, Nadia El Isaoui, Lara, Janella, Naomi Yeboah, Lara Funken, Kocky, Melanie, Narka, My, Shi, Wenyong, (v.li.).

K-Pop Tanzen in Frankfurt

Frankfurt: Tanzen wie die südkoreanischen Popstars

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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Zwölf Frankfurterinnen beeindrucken als Shapgang bei Wettbewerben und auf TikTok mit Covers, aber auch mit eigenen K-Pop-Choreografien. Für ihren Erfolg trainieren sie hart.

Mal tanzt die Shapgang in einer Turnhalle die lässig aussehenden, aber sehr anspruchsvollen Choreographien der K-Pop-Stars Jessi und Lisa nach. Mal drehen die Frankfurterinnen für eine TikTok-Challenge ein Video: Synchron tanzen sie dabei auf einer Rolltreppe in der B-Ebene der Hauptwache zum Popsong „The Feels“ der südkoreanischen Girlband Twice. Drei Millionen Menschen haben dieses Kurzvideo bereits gelikt.

Auch vor der Alten Oper, unweit der EZB, im Bethmannpark und in immer wechselnden Outfits - mal mädchenhaft süß, mal sexy, mal sportlich - zeigen die zwölf jungen Frauen, wie schön K-Pop-Dance aussieht: K-Pop ist die Kurzform für Korean Popular Music. Die Choreographien sind eine bunte Mischung aus verschiedenen Tanzstilen wie Hip-Hop, Jazz, Modern und Twerking. Ursprünglich als Begleitung zu den Songs gedacht hat sich der K-Pop-Dance als eigenständiger Tanzstil etabliert. Weltweit werden die Choreographien der koreanischen Stars nachgetanzt.

K-Pop-Szene durch BTS internationalen Erfolg gewachsen

Die Frankfurter Tanzcrew Shapgang gibt es seit 2016. 14 000 Menschen folgen ihnen auf Instagram. Über 100 000 folgen ihnen auf TikTok. „Wir haben die größte K-Pop-Community in Deutschland. Also die meisten Follower“, erzählt Lara Funken (21) beim Videointerview. Mit dabei sind auch Nadia El Isaoui (25) und Naomi Yeboah (17), das Nesthäkchen der zwölfköpfigen Shapgang.

„Das erste a bei Shapgang wird deutsch und nicht englisch ausgesprochen, weil ,Shap‘ das koreanische Wort für Hashtag ist“, sagt El Isaoui. Ein schwarzer Hashtag auf grünem Hintergrund ist auch ihr Tanzcrew-Logo. Lara Funken tanzt von den dreien am längsten bei Shapgang. Sie erzählt, dass sie schon vor ihrem Eintritt bei der Gruppe ihre letzten Schuljahre bei K-Pop-Contests verbracht habe. „Anfangs haben wir uns in Bremen und Hamburg getroffen, weil es in Frankfurt gar nichts gab. Damals war die K-Pop-Szene sehr spreaded. Seitdem die südkoreanische Boyband BTS so groß und so international wurde, ist die Szene auch in den vergangenen fünf Jahren in Deutschland sehr gewachsen. Und die Leute tanzen auch immer besser.“

„K-Pop-Bands sind eine tollen Abwechslung zu amerikanischen Musikvideos mit halbnackten Leuten“

Aktuell sind bei Shapgang nur Frauen. Sie sind zwischen 17 und 30 Jahre alt und eine international bunte Gruppe. Naomi Yeboah sagt: „Viele von uns haben Migrationshintergrund, andere sind im Ausland geboren. Shi ist beispielsweise in Uruguay aufgewachsen und hat dort schon in einer K-Pop-Gruppe getanzt. Wir stehen in Kontakt mit ihrer uruguayischen K-Pop-Tanzgruppe.“ Warum aber ausgerechnet K-Pop-Dance? Nadia El Isaoui erzählt: Als sie auf Youtube die südkoreanische Band Girls’ Generation zufällig in einem Werbespot entdeckt habe, sei sie sofort fasziniert gewesen. „Wow, sie sind so viele und so synchron.“ Die meisten südkoreanischen Gruppen haben viele Mitglieder. Girls’ Generation sind zu acht, zur erfolgreichsten südkoreanischen Boyband BTS gehören sieben.

El Isaoui betont: „Ich finde, K-Pop-Bands geben sich viel mehr Mühe mit den Musikvideos. Es ist teilweise ein ganzer Film: Das Video von BTS ,Fake Love‘ hat mich vom Hocker gerissen. Das ist nicht nur tolle Musik und Choreo, sondern eben auch schön anzusehen. Wie ein Gesamtkunstwerk. Eine tolle Abwechslung zu den amerikanischen Musikvideos mit den halbnackten Leuten. Sie beeindrucken, ohne sich komplett ausziehen zu müssen.“

Zudem seien die koreanischen Musiktexte meist sehr tiefgründig. Einige haben sich die koreanischen Texte über Google übersetzt. Die drei finden es schade, dass BTS in den vergangenen zwei Jahren nun meist komplett auf Englisch singe, um noch internationaler durchstarten zu können. „In ihren koreanischen Texten waren sie viel gesellschaftskritischer. Sie sind echte Poeten“, sagt Funken. Nadia El Isaoui möchte bald anfangen, Koreanisch zu lernen. „Bereits in meiner Schule in Kriftel habe ich K-Pop in einer Tanz-AG unterrichtet.“ Seit zwei Jahren ist sie wie Naomi Yeboah bei Shapgang.

K-Pop Tanzen in Frankfurt und K-Pop-Festival im Mai

Alle Infos zur Frankfurter K-Pop-Tanzcrew Shapgang gibt es auf ihren sozialen Kanälen wie TikTok oder Instagram. https://www.instagram.com/shapgang

Shapgangs Cover zu BTS Dynamite auf Youtube

K-Pop Random Play Dance: Auf dem Frankfurter Goetheplatz treffen sich einmal im Monat Fans von südkoreanischen Bands. beim sogenannten K-Pop Random Play Dance(RPD). Es ist deutschlandweit das größte seiner Art. Die Fans imitieren die Choreografien der K-Popstars. Infos auf Instagram unter: https://www.instagram.com/officialrpdffm

Das erste K-Pop-Festival Europas soll am 14. Mai im Frankfurter Waldstadion stattfinden. Beim KPOP.FLEX werden 44 000 Fans erwartet. Sieben K-Popbands sollen auftreten. Bereits bekannt ist, dass die K-Pop-Boygroups Monsta X und NCT Dream sowie die Girlgroup (G)I-DLE dabei sind. Tickets gibt es über: www.kpopflex.com und über Ticketmaster. rose

Auch die 17-Jährige hat früh mit dem Tanzen angefangen. „Ich habe mit zehn mit meinen Geschwistern Hip-Hop-Battles zu Hause veranstaltet, und ich war später in einer Jazztanzgruppe. 2017 bin ich über Freunde auf K-Pop gestoßen.“ Sie betont: „Bei Shapgang machen wir aber nicht nur Covers, sondern bauen auch eigene Choreos mit ein. Manchmal machen wir auch eine komplett eigene Choreo auf einen K-Pop-Song.“ Sie traten bereits bei K-Pop-Tanzwettbewerben etwa in Paris auf. K-Pop-Star Jessi fand damals ihr Video „Wet Project“ so gut, dass sie es 2018 auf Instagram mit ihren neun Millionen Fans teilte.

Funken, die selbst eine Musicalausbildung absolviert hat, sagt, sie möge, dass die Musik bei K-Pop vielfältig sei: Hip-Hop, Rap, R’n’B. „Es ist richtig gute Musik, die der amerikanischen Musik mittlerweile voraus ist.“ Und bei den Choreos der Südkoreaner:innen schätze sie das sehr Perfektionistische.

Am 8. Januar Vortanzen und Workshop bei Shapgang

Zweimal in der Woche trainiert Shapgang gemeinsam in der Turnhalle des Jugendhauses Heideplatz in Bornheim. Sich selbst bezeichnen sie als Hobbytanzgruppe. „Es freut uns aber total, dass wir von vielen als Profis gesehen werden. Wir sind passionierte Tänzerinnen, und es ist uns wichtig, dass wir uns tänzerisch weiterentwickeln.“

Für den 8. Januar laden sie Bewerber:innen zum Recruiting ein. „Beim Vortanzen wollen wir sehen, dass die Leute eben nicht nur covern können, sondern auf einem gewissen tänzerischen Niveau sind“, sagt Funken.

Momentan seien sie nur Frauen. Aber in der Vergangenheit hatten sie auch männliche Tänzer, und so seien auch Bewerber willkommen. Auch altersmäßig seien sie offen. Regelmäßig geben sie Workshops, da seien Teilnehmende im Alter von zehn bis 30 Jahren dabei. Anfängerkurse gäbe es aber nicht.

„Das Frauenbild in Südkorea wandelt sich gerade“

Das habe zwei Gründe: Nadia El Isaoui erklärt: „Es gibt einmal wenig K-Pop-Tänze für Anfänger, denn die Choreos sind sehr detailliert. Die K-Pop-Bands selbst arbeiten sehr hart daran, dass alles sitzt. Es sind keine Tänze, die man in zwei Stunden lernen kann.“ Lara Funken sagt: „Bis jetzt sind die Leute bei den Workshops auch schon so gut, dass ein Anfängerkurs sie unterfordern würde.“

Mit den Workshops, die fünf Euro kosten, verdienten sie kein Geld. Sondern das Geld fließe in Outfits für Wettbewerbe oder gehe an Kameramänner und Videokünstler, die ihre Videos drehen und schneiden.

Im Main das erste europäische K-Pop-Festival im Waldstadion

Identifizieren sie sich eigentlich mit dem oft süßen, sexy Image der südkoreanischen Girlbands? „Das Frauenbild im K-Pop wandelt sich gerade. Es gibt jetzt auch starke Frauen: Das sieht man bei Girlbands wie ITZY. Das liegt daran, dass Frauen in Südkorea jetzt angefangen haben, sich zu emanzipieren. Female Empowerment ist auch etwas, für das wir als Gruppe stehen.“

Diesen Mai soll das erste europäische K-Pop-Festival im Frankfurter Waldstadion mit Bands aus Südkorea stattfinden. Wäre es ein Traum, dort mit einer der Gruppen mittanzen zu dürfen? Funken sagt: „Das wäre auf jeden Fall ein Ding.“

Lesen Sie auch: Immer mehr junge Menschen studieren Koreanische Studien an der Frankfurter Goethe-Universität. Ein Grund ist K-Pop.

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