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Diskussion in der Nuur-Moschee an der Babenhauser Landstraße in Sachsenhausen. Rainer Rüffer
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Diskussion in der Nuur-Moschee an der Babenhauser Landstraße in Sachsenhausen.

Offene Moscheen

Frankfurt: Tag der Verständigung

  • VonGernot Gottwals
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Die Moscheen der Stadt bitten zum Tag der Deutschen Einheit zum Tag der offenen Tür. Wegen Corona gibt es weniger Programm als sonst.

Fünfmal am Tag soll der gläubige Muslim beten. Doch auch in der Nuur-Moschee der Frankfurter Ahmadiyya-Gemeinde geschieht dies pandemiebedingt nur mit Abstand: Rund 20 Gläubige knien sich zum Gebetsruf „Allahu akbar!“ (Gott ist groß!) nieder, sonst sind es mindestens doppelt so viele. Die Markierungen am Boden sind gut erkennbar, die Ausstellungstafeln der Ahmadiyya und der Blick auf den Berliner Dom auf der Videoleinwand: Der Tag der Offenen Moschee wird am Tag der Deutschen Einheit gefeiert.

Insgesamt finden rund 100 Besucher den Weg in die Nuur-Moschee, die 1959 in Deutschland errichtet wurde, sie ist die drittälteste, und derzeit 2500 Mitglieder zählt. In ihrer 15-teiligen Text- und Bildausstellung „Eine Reise durch die islamische Zeit“ informiert die Gemeinde über die Entstehung und die fünf Säulen des Islam und über die Gründung der Ahmadiyya-Bewegung 1880.

„25 Jahre Tag der Offenen Moschee - Moscheen gestern und heute“ lautet das Motto. „Die Moscheegemeinden bekennen sich zu Deutschland und setzen sich dabei auch kritisch mit der Geschichte des Landes auseinander“, sagt Noman Nazir von Muslim TV in Deutschland.

Der Tag der Deutschen Einheit wurde für den Tag der Offenen Moschee gewählt, um religionsübergreifende Verständigung im wiedervereinigten deutschen Staat zu fördern. In Frankfurt gibt es rund 40 Moschegemeinden mit 1000 Gläubigen.

„Frankfurt ist als weltoffene Stadt für viele Religionen privilegiert, doch es entfernen sich auch einige Menschen von ihrer Religion, weil sie enttäuscht sind und nicht die erhofften Antworten finden“, stellt Imtiaz Ahmad Shareen, Iman der Ahmadiyya-Gemeinde, in der Podiumsdiskussion fest. Anders als bei evangelischen und katholischen Christen sei es im Islam schwer, zuverlässige Daten über die Zahl der Gläubigen zu erheben. „Man orientiert sich dafür am Herkunftsland der Menschen mit Migrationshintergrund, aber das ist zu ungenau“, kritisiert Turgut Yüksel, Integrationspolitischer Sprecher der SPD in Hessen.

„Wenn man Moscheen nur in abgelegenen Gewerbegebieten plant, dann ist ein Dialog auf Augenhöhe schwierig“, sagt der ehemalige Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU).

Wichtig sei die Beplanung neuer Wohngebiete nicht nur mit Kirchen, sondern allgemein mit religiösen Gebäuden. Auch wenn dies wegen vieler Besucher zu Verkehrsengpässen führen könne, wie der Kämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne) anmerkt. Siegler befürwortet islamischen Religionsunterricht: „Allerdings müssen die zugehörigen Lehrbücher auch mit unseren demokratischen Werten vereinbar sein.“

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