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Festakt zur Namensgebung der Tesler Synagoge, Rabbi Zalman Gurevitch und Spender Alexander Tesler enthüllen das Namensschild. Schick
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Festakt zur Namensgebung der Tesler Synagoge, Rabbi Zalman Gurevitch und Spender Alexander Tesler enthüllen das Namensschild. Schick

Judentum in Frankfurt

Frankfurt: Synagoge nach Sponsor benannt

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Jüdisch-orthodoxe Gruppierung feiert Umbenennung. Studierende aus aller Welt lernen in der Stätte.

Der rote Teppich und die dunkelblaue Stellwand dahinter erinnern an eine Film-Premiere, bei der sich Prominente vor der Wand fotografieren lassen. Bei der jüdisch-orthodoxen Chabad-Gruppierung wird am Sonntagnachmittag im Reuterweg 86 aber kein Film vorgestellt, sondern die zu dem kleinen Gemeindezentrum gehörende Synagoge neu benannt. Aus „Chabad-Synagoge“ wird „The Tesler Shul“. Das berichtet Zalman Gurevitch, der am Sonntag auf dem roten Teppich Gäste empfängt. Shul stehe für Synagoge, berichtet der Rabbiner.

Nach dem Gemeindemitglied Alexander Tesler, einem Frankfurter Bauunternehmer, ist sie benannt worden. „Er ist unser Sponsor“, sagt Gurevitch und weiter: „Unsere Gemeinde muss sich durch Spenden selbst finanzieren“. Die laut Gurevitchs Angaben 1000 Mitglieder zählende Gruppierung erhalte nämlich keine finanzielle Unterstützung des Landes Hessen. Dabei versuche Gurevitch „seit fast drei Jahren“ erfolglos Finanzmittel zu beantragen. Damals war die orthodoxe Gruppierung, die seit 30 Jahren in Frankfurt aktiv ist, zur Miete in das Haus am Reuterweg gezogen, nachdem sie bis zu diesem Zeitpunkt Teil der großen Jüdischen Gemeinde gewesen war.

„Wir sind eine ganz einfache jüdische Gemeinde mit allem drum und dran, die nach den Regeln der jüdischen Religion und dem jüdischen Gesetz lebt“, sagt Gurevitch. Dazu zähle etwa „strikt koscheres Essen“ sowie „dreimal am Tag Gottesdienste“. Montags bis freitags würden die Gottesdienste mit ledernen „Gebetsriemen“ begangen, die um die Arme gewickelt werden. „Bar Mitzwa“ für Jungen sowie „Bat Mitzwa“ für Mädchen, bei denen die Zwölf- und Dreizehnjährigen ihre Religionsmündigkeit erhalten, würden ebenso wie andere jüdische Feste gefeiert.

Eine Besonderheit von Chabat in Frankfurt sei die „Talmud-Schule“. Der 56-Jährige berichtet: „Studenten aus aller Welt kommen für ein Jahr hierher, um Kenntnisse des Judentums zu erwerben“. Neben Aufenthalten in Frankreich, Israel und den USA sei Frankfurt eine Station bei der Ausbildung zum Rabbiner. „Eine normale Synagoge hat das nicht“, berichtet Gurevitch. In Bezug auf die neue Namensgebung fügt der Rabbiner hinzu: „Mir war wichtig, finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung zu haben“.

Dass solche Namensgebungen häufig erst Verstorbenen zuteil würden, an die in besonderem Gedenken erinnert werden soll, habe auch der Namenspate so gesehen, berichtet Alexander Tesler. „Ungewöhnlich“ habe er es deshalb gefunden, berichtet Tesler, als Gurevitch auf ihn zugekommen sei. „Ich bin anscheinend der Hauptsponsor und hatte trotzdem zunächst Bedenken, aber ich denke nicht so sehr an mich, sondern an meine Kinder und Enkelkinder“, so Tesler. Er sei auch Mitglied der „großen jüdischen Gemeinde“. Für die Chabat-Gruppierung wünscht er sich eine bessere Infrastruktur mit „Altersheim, Restaurant, Schule und Kindergarten“.

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