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Blick nach Frankfurt

Frankfurt sucht nach Perspektiven für das Feiern im Freien

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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  • Oliver Teutsch
    Oliver Teutsch
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Nach der Krawall-Nacht am Opernplatz wollen die Stadt Frankfurt und Gastronomen Lösungen fürs Feiern im Freien finden. Schwimmbäder könnten Teil der Lösung sein.

Auf der Suche nach alternativen Feiermöglichkeiten zum Opernplatz denkt die Stadt über die abendliche Öffnung von Schwimmbädern nach. Dort oder auf Sportplätzen gebe es zumindest schon eine gewisse Infrastruktur und einen Eingangsbereich, sagte eine Sprecherin von Ordnungs- und Sportdezernent Markus Frank (CDU) am Dienstag auf FR-Anfrage. Wegen der Auflagen zur Corona-Verordnung seien ohnehin nur kleine Lösungen möglich. Beliebte Plätze mit Zäunen zur Party-Location umzuwidmen, sei logistisch zu aufwendig. Die Dezernate Ordnung und Umwelt wollen sich noch in dieser Woche mit Gastronomen und Clubbetreibern treffen, um machbare Lösungen für Partys unter freiem Himmel zu finden.

Robert Mangold, Geschäftsführer der Tiger-Palm-Gruppe und Vizepräsident des Hotel- und Gastronomieverbands Hessen (Dehoga), hat ebenfalls Ideen für Open-Air-Veranstaltungen. Er schlägt vor, Biergärten mit Bühnen und großflächigen Tanzböden einzurichten. Diese könnten sich am nördlichen Mainufer von der Weseler Werft bis zum Römer erstrecken. Clubbesitzer und Gastronomen würden sie betreiben. Dort hätten auch Künstler, DJs und Bands wieder Möglichkeiten aufzutreten.

Österreich mache es vor, sagt Mangold, dort fänden wieder Veranstaltungen mit bis zu 1000 Menschen statt. In Frankfurt könne man auch erst mal im Kleinen, mit bis zu 500 Leuten, beginnen.

Die Vorfälle am Opernplatz findet Mangold besorgniserregend, allerdings wundere es ihn nicht, dass es dazu gekommen ist. Es gebe mehrere Hotspots in der Stadt, an denen wilde Partys gefeiert würden, ohne Abstand und Nachverfolgung. „Wir von der Dehoga fordern ein Umdenken von Sozial- und Wirtschaftsministerium.“

In Clubs übertragen

Es gebe eine Branche, die Lösungen anbieten könne, die wisse, wie man mit Hunderten oder Tausenden Menschen umgehe, betont Mangold. „Denn sie betreibt seit Jahrzehnten Clubs und Veranstaltungen, bei denen es funktioniert.“ Die Kommunalpolitik müsse Wege finden, belastbare Szenarien zu ermöglichen. Und draußen erproben, was dann in die Clubs übertragen werden könne - um die Fortsetzung im Herbst zu gewährleisten

Die Freien Demokraten in Frankfurt und im Hessischen Landtag setzen sich ebenfalls für die Clubszene ein. In einem aktuellen Antrag fordert die FDP im Römer die Stadt auf, dezernatsübergreifend und gemeinsam mit den Clubbetreibern ein Konzept zu erarbeiten, das Open-Air-Veranstaltungen ermöglicht. Ziel des Konzepts soll die Schaffung von Rahmenbedingungen für Veranstaltungen im Freien sein. Die Landtagsfraktion möchte den Betreibern von Clubs die Flächen in Innenstädten zur Verfügung stellen, auf denen es derzeit „wilde“ und nicht genehmigte Menschenansammlungen gibt.

„Die Clubbetreiber sind Fachleute bei der Organisation von hygienekonformen, ordnungsgemäßen und sicheren Veranstaltungen im größeren Maßstab“, sagt Wiebke Knell, tourismuspolitische Sprecherin. Sie seien auch in der Lage, solche Aufläufe im öffentlichen Raum über die Stadt zu entzerren sowie die Müllbeseitigung zu garantieren.

Die Vorsitzenden der Initiative der Frankfurter Gastronomen (IGF) befürworten das Vorhaben der Stadt, die Frankfurter Gastronomen und Clubbetreiber bei der Ausgestaltung von Veranstaltungskonzepten einzubinden. Die Massenversammlungen am Opernplatz und anderen Stellen in den vergangenen Wochen und Monaten machten deutlich, dass es ohne professionelle Veranstalterrolle zu unkontrollierbaren Auswüchsen kommen könne, erklärten Madjid Djamegari und James Ardinast in einer Stellungnahme.

Auch im Sinne der gesamten Branche sei es an der Zeit, mit guten und sicheren Hygienekonzepten dem kulturellen Leben in der Stadt wieder Perspektiven zu geben.

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