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Frankfurt: Strom wird für Tausende viel teurer

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Von: Christoph Manus

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Heizen ist so teuer, dass viele Menschen große Probleme haben. Nun steigen auch die Strompreise stark
Heizen ist so teuer, dass viele Menschen große Probleme haben. Nun steigen auch die Strompreise stark © Michael Schick

Der Frankfurter Energieversorger Mainova erhöht die Preise zum Jahreswechsel stark. Er verlangt nicht nur erneut mehr Geld für Gas. Nun steigt auch der Strompreis massiv.

Für viele Frankfurter Haushalte wird nun nach dem Heizen auch noch Strom deutlich teurer. Der Frankfurter Energieversorger Mainova erhöht den Preis im Grundversorgungstarif „Mainova Strom Classic“ um knapp 80 Prozent. Die Kundinnen und Kunden zahlen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte, künftig 50,46 Cent pro Kilowattstunde. Bisher betrug der Arbeitspreis lediglich 28,18 Cent.

Der Energieversorger, der zu 75 Prozent der Stadtwerke Frankfurt Holding gehört, begründet die starke Erhöhung mit gestiegenen Beschaffungskosten, steigenden Netznutzungsentgelten für den Transport von Energie und Umlagen. Er betont, dass er den Strompreis für die Grundversorgung zuvor seit Anfang 2021 konstant gehalten und zum Juli dieses Jahres sogar gesenkt habe.

Mainova erhöht Strompreis: Haushalte in Frankfurt zahlen fast 50 Euro mehr pro Monat

Nach einer Beispielrechnung des Unternehmens müssen Privathaushalte mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 2500 Kilowattstunden nun mit Mehrkosten von 47,40 Euro pro Monat rechnen. Dabei ist bereits der zum Januar um 11,84 Euro steigende Grundpreis berücksichtigt.

Noch nicht eingerechnet ist dagegen die von der Bundesregierung geplante Deckelung des Strompreises für 80 Prozent des bisherigen Jahresverbrauchs auf 40 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Schritt könne die Mehrkosten entsprechend reduzieren, heißt es bei Mainova. Zumal das Unternehmen solche staatliche Entlastungsmaßnahmen „vollumfänglich an die Kundschaft“ weitergeben werde.

Der Preis für Gas in der Grundversorgung von Mainova verdoppelt sich in nur einem Jahr fast

Mainova kündigt zum 1. Januar zudem eine erneute Erhöhung des Gaspreises in der Grundversorgung an. Im Tarif „Mainova Erdgas Classic“ sind nun 17,37 Cent pro Kilowattstunde zu zahlen. Damit verdoppeln sich die Preise innerhalb von nur einem Jahr beinahe. Erst im Juli hatte der Energieversorger den Arbeitspreis von 8,94 Cent auf 11,30 Cent pro Kilowattstunde erhöht. Derzeit sind nach Angaben von Mainova 12,59 Cent pro Kilowattstunde zu zahlen.

Die erneute Erhöhung des Gaspreises begründet Mainova mit einem anhaltend sehr hohen „Preisniveau an den für die Beschaffung relevanten Terminmärkten“ und gestiegenen Netzentgelten für den Transport von Erdgas.

Entlastungen des Bundes sind in Beispielrechnungen von Mainova noch nicht eingeplant

Auch beim Preis für Erdgas weist Mainova auf die geplanten Entlastungen hin. So plant die Bundesregierung für 80 Prozent des bisherigen Verbrauchs eine Deckelung auf 12 Cent pro Kilowattstunde. Auch beim Strom verspricht der Energieversorger, alle Entlastungsmaßnahmen weiterzugeben. Er weist zudem auf Beratungs- und Hilfsangebote für Haushalte hin, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten.

Bereits die vorgenommenen Preiserhöhungen von Mainova sind in den vergangenen Monaten auf zum Teil Kritik gestoßen. Die Linke im Römer hat bereits früh sozialere Tarife beim mehrheitlich städtischen Unternehmen gefordert. Die Fraktion dringt zudem auf ein Aus von Energiesperren.

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