Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wenn doch überall frisches Wasser sprudeln würde. Tut es aber nicht – Sparsamkeit ist angesagt.
+
Wenn doch überall frisches Wasser sprudeln würde. Tut es aber nicht – Sparsamkeit ist angesagt.

Wasserknappheit

Frankfurt: Streit ums Wasser

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
    schließen

Vorwürfe aus dem Vogelsberg: Die Schutzgemeinschaft ärgert sich über „Frankfurter Politik nach Gutsherrenart“.

Im Wasserstreit zwischen der Stadt und dem Umland erhebt die Schutzgemeinschaft Vogelsberg Vorwürfe gegen den Frankfurter Magistrat: Er ignoriere die klimabedingten Nöte seiner Wasserliefergebiete – „und führt den Vogelsberg an der Nase herum“.

Konkret gehe es um ein geplantes Gespräch, das die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) vor der Bundestagswahl angeboten habe. Thema: das Reduzieren des Frankfurter Fernwasserbezugs. Seit Jahren wirft die Schutzgemeinschaft der Stadt vor, kostbares Trinkwasser aus dem Vogelsberg in rauen Mengen etwa zum Wässern der Bäume zu verwenden.

Jetzt aber sehe der Magistrat „nach der Wahl plötzlich keinen Gesprächsbedarf mehr“, ärgert sich der Verein und nennt das Frankfurter Vorgehen „ignorante Politik nach Gutsherrenart“.

Heilig widerspricht. Die neue Frankfurter Koalition habe unter anderem vereinbart, die Verwendung von gefiltertem Mainwasser stark auszubauen. Ebenso seien Brauchwasserleitungen für neue Baugebiete vorgesehen. „Das steht so im Koalitionsvertrag.“ Gemeinsam mit weiteren Beschlüssen werde das helfen, den Frankfurter Frischwasserbedarf zu reduzieren. Der Magistrat, sagt Rosemarie Heilig im Gespräch mit der FR, sehe daher aktuell keinen weiteren Bedarf für Gespräche.

Für die empörten Vogelsberger nennt Cécile Hahn, die Vorsitzende der Schutzgemeinschaft, die Frankfurter Ankündigungen „völlig unglaubwürdig“. Seit vier Jahren würden Versprechungen gemacht, „ohne dass irgendetwas davon im Frankfurter Bauboom realisiert wird“. Stattdessen rufe das Umweltamt die Bevölkerung dazu auf, das städtische Grün im Sommer mit Trinkwasser zu bewässern, das dann in Trockenzeiten im Vogelsberg fehle.

„Wir fühlen uns mittlerweile komplett genasführt“, sagt Sascha Spielberger, stellvertretender Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Vogelsberg. Der Klimawandel mit seinen Wasserproblemen sei „im Frankfurter Bewusstsein noch immer nicht angekommen“. Im Wohnungsbau fehlten weiterhin effektive Wasserkonzepte.

Der Stadtregierung gehe es allein darum, „reichlich billiges und profitables Grundwasser“ zu erhalten. Aber angesichts der Lage nach den Trockenjahren seit 2018 müsse „Schluss sein mit den Ansprüchen des Ballungsraums, sich aus den Ressourcen des Vogelsberges wie bisher bedienen zu können“, fordert der Verein. „Die Ignoranz des Frankfurter Magistrats gegenüber den Wassernöten seiner Liefergebiete heizt völlig unnötig einen enormen Konflikt an.“

Das sieht Heilig anders. Sie verweist darauf, dass in Frankfurt sehr wohl Konzepte für einen sorgfältigeren Umgang mit dem Wasser vorlägen, die aber ihre Zeit brauchten. Für die Zukunft sei der Magistrat selbstverständlich dialogbereit.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare